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Medienbericht WEC 2021: LMP1-Knaller durch Alpine!

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Medienbericht WEC 2021: LMP1-Knaller durch Alpine!
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Alpine soll einem französischen Medienbericht zufolge vor einem Einstieg in die WEC-Topklasse sein - Was der Schritt für die WEC bedeutet

Die Topkategorie der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) steht vor einem wichtigen Schritt: Am Montagmorgen wird Alpine seinen Aufstieg in die neue Topklasse ab 2021 verkünden. Das erste Jahr soll mit einem ausrangierten Rebellion-LMP1 bestritten werden. Das berichtet die französische 'AutoHebdo'.

Für die WEC wäre das zunächst eine gute Nachricht, würde aber auch in einigen Fragen neuen Druck bedeuten (s.u.). Die alte LMP1-Generation ist 2021 neben der neuen Topklasse Le Mans Hypercar (LMH) noch unter "Grandfathered"-Regeln startberechtigt. Alpine würde als viertes Team neben Toyota, Glickenhaus und ByKolles in der Topkategorie antreten.

Der französische Kleinserienhersteller - bislang mit dem französischen Signature-Team unter dem Namen "Signatech Alpine" in der LMP2 vertreten - soll einen ausrangierten Rebellion R13 einsetzen. Rebellion Racing zieht sich bekanntlich spätestens nach dem WEC-Finale 2019/20 in Bahrain im November 2020 zurück.

Alpine drohte bereits die Schließung

Signature-Teamchef Philippe Sinault hat lange den Wunsch gehegt, in die LMP1-Kategorie aufzusteigen und sich beim Renault-Vorstand mehrfach dafür eingesetzt. Seit fast zehn Jahren ist sein Team in der LMP2-Szene vertreten. In den Saisons 2016 und 2019/20 konnte man den LMP2-Titel in der WEC einfahren.

 

Im Zuge der COVID-19-Pandemie gab es jedoch beunruhigende Nachrichten. So stand die Marke im Frühling im Renault-Konzern auf dem Prüfstand, weil der Mutterkonzern bis zu 15.000 Jobs bis 2024 abbauen will.

Der Vorstand hat allerdings die Entscheidung getroffen, den Namen "Alpine" nicht nur zu erhalten, sondern zum sportlichen Aushängeschild des Konzerns zu machen. Das spiegelt sich auch darin wider, dass das Formel-1-Team ab 2021 in Alpine umgelabelt wird.

Druck auf LMDh-Reglement wächst

Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten - und angesichts der Tatsache, dass für Montagmorgen ein großes virtuelles Pressegespräch angesetzt ist, kann man davon ausgehen - wird das in erster Linie eine gute Nachricht für die WEC sein. Aber sie wird auch den Druck auf den Ausrichter ACO erhöhen.

Denn nach der Saison 2021 läuft die Homologation der Ex-LMP1-Boliden ab. Die LMH soll ab 2022 vollständig etabliert werden. Ursprünglich sollte sie ab 2022 durch die LMDh ergänzt werden - eine kostengünstige Plattform, die auf LMP2-Chassis aufbaut und Einheitshybridsysteme verwendet.

Doch angesichts der globalen Pandemie droht der Kategorie eine Verspätung. Sollte sie erst 2023 eingeführt werden, gäbe es für Alpine zwei Möglichkeiten: Entweder erhält der LMP1-Bolide eine Gnadenfrist von einem weiteren Jahr (angesichts der Tatsache, dass LMDh ursprünglich für 2022 vorgesehen war, durchaus denkbar), oder Alpine baut seinen eigenen LMH-Boliden.

Gustavo Menezes, Stephane Richelmi

Signatech Alpine holte 2016 (Bild) und nochmal 2018/19 den LMP2-Titel in der WEC

Foto: LAT

Bei Letzterem hinge die Entscheidung vom Technikpartner ab. Oreca wäre eine logische Wahl, denn die Zusammenarbeit der Franzosen mit Toyota endet nach der Saison 2020. Oreca hat aber unlängst klargestellt, nur an LMDh, nicht aber an LMH interessiert zu sein. Auch Alpine setzte sich beim ACO mehrfach für ein LMDh-ähnliches Konzept ein.

Möglichkeit drei wäre natürlich noch ein direkter Wiederausstieg, womit aber das gesamte Programm keinen Sinn ergeben würde.

Denkbar wäre auch, dass durch den Einstieg der Druck auf den ACO so groß wird, dass dieser versuchen wird, die LMDh mit allen Mitteln noch für 2022 durchzuboxen. Das würde wiederum die IMSA aus der Komfortzone reißen, wo man sich mit einer LMDh-Verschiebung auf 2023 gut arrangieren könnte.

Franzosen-Großkampf beim Le-Mans-Jubiläum?

Interessant ist die langfristige Perspektive: Denn ebenfalls ab 2022, spätestens jedoch im Frühjahr 2023 soll Peugeots neuer Bolide in Zusammenarbeit mit Orecas Erzrivalen Ligier debütieren. Der PSA-Konzern (künftiger Name nach dem Zusammenschluss mit Fiat-Chrysler: Stellantis) hat noch keine finale Entscheidung getroffen, ob LMH oder LMDh, gab aber bislang dem Hypercar den Vorzug.

Die Zeichen deuten damit auf eine große Show zum Jubiläumsrennen 2023 hin, wenn sich die erste Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans zum 100. Mal jährt. Dann würden sich die beiden großen französischen Konzerne mit millionenschweren Werkseinsätzen gegenüberstehen ...

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie 24h Le Mans , WEC
Teams Signatech Alpine Elf
Urheber Heiko Stritzke