"Nicht zufriedenstellend": Porsche nach 24h Le Mans vor Aufklärungsarbeit

Porsche erreicht bei den 24h Le Mans 2021 als Dritter das Podium in der GTE-Pro - Zwei Dinge verhageln ihnen allerdings das Rennen

"Nicht zufriedenstellend": Porsche nach 24h Le Mans vor Aufklärungsarbeit

Die 24h Le Mans 2021 waren in der GTE-Pro-Kategorie eine Angelegenheit zwischen Ferrari und Corvette - mit dem besseren Ende für die Italiener. Porsche hingegen musste sich mit dem dritten Platz zufriedengeben und konnte in den Kampf ganz vorne nicht eingreifen. Das sorgt für Missstimmung im Lager der Zuffenhausener.

"Das Rennen war nicht nur schwierig, sondern auch enttäuschend für uns. Unsere Erwartung war, dass wir um den Sieg mitkämpfen. Wir hatten trotz guter und konsequenter Vorbereitung im Vergleich zur Konkurrenz nicht die Rundenzeit-Performance und nicht den Topspeed wie erhofft", macht WEC-Einsatzleiter Alex Stehlig keinen Hehl aus seinem Frust.

Stehlig weiter: "Wir müssen nun in Ruhe auch mit FIA und ACO noch einmal alles analysieren, um festzustellen, warum wir zum Rennen nicht ganz so eine Schippe drauflegen konnten wie die Mitbewerber."

Am Freitag vor dem Rennen überarbeitete der ACO noch einmal die Einstufung in beiden GT-Klassen. Allerdings blieb in beiden BoP-Runden der Porsche unangetastet. Der Ferrari 488 GTE wurde eingebremst (weniger Boost, weniger Tankinhalt), während die Corvette bei nahezu gleichbleibendem Tankvolumen sieben Kilogramm ausladen durfte.

Porsche in Le Mans im Safety-Car-Pech

Doch eine möglicherweise nachteilige BoP-Einstufung war nicht das einzige Hindernis, mit dem man bei Porsche zu kämpfen hatte. Auch die Safety-Car-Phasen wirkten sich nachteilig aus. Hier kommt eine Le-Mans-spezifische Eigenheit zum Tragen: Aufgrund der großen Streckenlänge von fast 14 Kilometern kommen an der Sarthe drei Sicherheitsfahrzeuge zum Einsatz.

Sie umrunden den Kurs im Abstand von rund eineinhalb Minuten zueinander und teilen so das Feld in drei unterschiedliche Züge ein. Porsche hatte hier gleich doppelt Pech, denn die beiden Werks-911er #91 (Bruni/Lietz/Makowiecki) und #92 (Estre/Jani/Christensen) fielen insgesamt zwei Safety-Car-Züge zurück und häuften so rund drei Minuten Rückstand an.

Von diesem Handicap konnte sich das Team im weiteren Rennverlauf nicht mehr erholen. Es blieb bei einem internen Kampf um den letzten Platz auf dem Siegertreppchen. Die Entscheidung fiel rund zwei Stunden vor Schluss, als Fred Makowiecki bei einem Abflug in den Ford-Schikanen die komplette Heckpartie des Porsches verlor.

Insgesamt hatte man sich bei Porsche aber mehr ausgerechnet, wie Richard Lietz klarstellt: "Wenn du in Le Mans keine Reifenschäden erleidest, als Team einen sauberen Job machst, eine gute Strategie umsetzt und dann nur Dritter und Vierter wirst, dann gilt es das zu analysieren. Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Wer das Rennen gesehen hat, weiß genau, dass es für uns 24 schmerzhafte Stunden waren."

Noch durchwachsener fiel die Bilanz in der GTE-Am-Klasse aus, wo mit der #77 (Ried/Campbell/Evans) von Dempsey Proton Racing der beste Porsche mit fünf Runden Rückstand Fünfter wurde. In Zuffenhausen und Weissach werden also in den kommenden Wochen erst einmal die Köpfe rauchen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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