Peugeots Technischer Direktor überzeugt: Es bleibt bei Hypercar ohne Heckflügel

Peugeot geht mit seinem Hypercar neue Wege und verzichtet auf einen Heckflügel - An diesem Konzept hält man auch weiter fest

Peugeots Technischer Direktor überzeugt: Es bleibt bei Hypercar ohne Heckflügel

Peugeot sorgte mit der Vorstellung seines Hypercars 9X8 für die WEC und die 24h Le Mans am Anfang des Monats für Aufsehen. Das völlig in Schwarz gehaltene "Batmobil" kommt in ungewohnter Optik daher: Einen klassischen Heckflügel sucht man an der Hinterseite des LMH-Prototypen vergeblich. Und das soll auch so bleiben.

"Wir sind zu 100 Prozent zuversichtlich, dass das Auto ohne den Heckflügel in die Tests gehen wird", ist Peugeots Technischer Direktor Olivier Jansonnie im Gespräch mit der internationalen Edition von 'Motorsport.com' überzeugt. Er und sein Team haben sich bei der ungewöhnlichen Lösung am Peugeot 9X8 durchaus etwas gedacht.

Jansonnie erklärt auch, wie es zum Hypercar ohne Heckflügel kam: "Als wir das Reglement lasen und versuchten, das Potenzial zu analysieren, stellten wir fest, dass wir das richtige Maß an Abtrieb und Luftwiderstand auch ohne Heckflügel erreichen können. Wir fingen an, mit unseren Designern zu sprechen und sie sagten, es sei sehr interessant und wir begannen, uns in diese Richtung zu bewegen."

Eine Richtung, die man nun auch bis zur finalen Lösung weitergegangen ist. Nun müssen sich das Auto und dessen Konzept auf der Strecke beweisen. Der Praxistest hat in der Vergangenheit schon in anderen Serien Diskrepanzen zwischen Simulation und Rennstrecke hervorgebracht. Prominentestes Beispiel ist der Williams-BMW aus der Formel-1-Saison 2004, dessen Nasendesign im Laufe des Jahres geändert werden musste.

Peugeot-Hypercar: Daten aus Simulation und Tests müssen passen

Doch bei Peugeot ist man zuversichtlich: "Man muss das, was man mittels CFD und Windkanal berechnet und das, was man auf der Strecke macht, miteinander in Beziehung setzen. Das ist das letzte Stück des Puzzles, das noch fehlt. Aber hoffentlich stimmen unsere Simulationen und wir werden so ins Rennen gehen."

Sollte das Konzept bei den Testfahrten doch zu Problemen führen, wird man darauf reagieren, wie Jansonnie ankündigt: "Wenn wir an irgendeinem Punkt feststellen, dass es nicht die richtige Richtung ist, sind wir erfahren genug, um unsere Meinung zu ändern und unsere Meinung zu revidieren. Wir haben genügend Demut, um zu verstehen, dass man testen muss, um zu beweisen, dass die neuen Ideen richtig sind."

Unter diesen Umständen könnte sich auch das Debüt des Hypercars nach hinten verzögern. Hier spielt auch das Reglement eine Rolle, wonach die Fahrzeuge auf mehrere Jahre homologiert sind. Diese Regel wurde eingeführt, um die Kosten gering zu halten. Allerdings hat sie schon im Falle von Glickenhaus dafür gesorgt, dass sich der erste Renneinsatz des LMH-Prototypen nach hinten verschoben hat.

Peugeot steigt zur WEC-Saison 2022 in die Hypercar-Klasse ein. Dort trifft man auf Toyota, Glickenhaus und Alpine. 2023 kommt mit Ferrari ein weiterer Hersteller in die LMH-Kategorie.

Mit Bildmaterial von Peugeot.

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