Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

Pier Guidi rät Nachwuchsfahrern zur WEC: "Schließen Lücke zur Formel 1"

Le-Mans-Sieger Alessandro Pier Guidi erklärt, warum der Langstreckensport für die nächste Fahrergeneration immer attraktiver wird

Pier Guidi rät Nachwuchsfahrern zur WEC: "Schließen Lücke zur Formel 1"

Alessandro Pier Guidi empfiehlt jungen Fahrern die WEC als Karriereoption

Foto: FIA FIA

Ferrari-Pilot Alessandro Pier Guidi ist überzeugt, dass sich die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zu einem echten Karriereweg für junge Fahrer entwickelt hat und inzwischen die zweitgrößte Rennserie nach der Formel 1 darstellt.

Der Langstreckensport hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Ausschlaggebend dafür ist die Einführung der Hypercar-Regularien, die zahlreiche der weltweit größten Hersteller sowohl in die WEC als auch in die IMSA SportsCar Championship gelockt haben.

Auch wenn die Formel 1 für die meisten Nachwuchsfahrer weiterhin das ultimative Ziel bleibt, sorgen die stark begrenzte Zahl an Cockpits und die explodierenden Kosten dafür, dass viele Alternativen in Betracht ziehen. Der Langstreckensport gilt dabei zunehmend als eine der glaubwürdigsten Optionen.

Vor dem Hintergrund, dass der Italiener Leonardo Fornaroli nach dem Gewinn des Formel-2-Titels 2025 ohne Rennprogramm dasteht, ermutigt Pier Guidi junge Fahrer, sich ernsthaft mit der WEC zu befassen. Er verweist dabei auf das Wachstum und das sportliche Niveau der Meisterschaft.

"Als ich jünger war, habe ich mich für den Langstreckensport entschieden", sagt der 42-Jaehrige. "Der Langstreckensport hat meine Karriere gerettet. Ich hatte aus vielen Gründen keine Chance im Formelsport. Geld war dabei eigentlich der größte Faktor."

"Aber ich denke, dass sich die Meisterschaft enorm entwickelt hat. Dank Ferrari, das in die Topkategorie zurückgekehrt ist, ist auch die Meisterschaft gewachsen."

Alessandro Pier Guidi feiert den WEC-Titel mit seinem Team AF Corse

Alessandro Pier Guidi feiert den WEC-Titel mit seinem Team AF Corse

Foto: FIA WEC/DPPI

"Im Moment ist die WEC nach der Formel 1 die größte Rennserie im Automobilsport. Ich habe das Gefühl, dass wir die Lücke zur Formel 1 schließen, während wir vor vielen Jahren noch deutlich weiter entfernt waren."

"Ich halte den Langstreckensport für sehr attraktiv für viele junge Fahrer. Wenn sie keine Chance haben, dorthin zu kommen", meint er mit Blick auf die Formel 1, "dann würde ich ihnen auf jeden Fall empfehlen, hierher zukommen."

"Natürlich versucht man als junger Fahrer zunächst, in die Formel 1 zu kommen. Aber ich denke, diese Meisterschaft mit dem Niveau der Konkurrenz, dem Niveau der Autos, der eingesetzten Technologie und der Herstellerbeteiligung ist inzwischen nicht mehr weit davon entfernt."

Spaßfaktor auf Monoposto-Niveau

Pier Guidi begann seine Karriere Anfang der 2000er-Jahre im Formelsport, wechselte später jedoch in den GT- und Sportwagenbereich. Er trat unter anderem in der FIA-GT-Meisterschaft sowie in der GT3-Szene, an, als diese rasant wuchs.

Nach seinem Werksvertrag mit Ferrari im Jahr 2017 entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten GT-Fahrer und etablierte sich später auch im Prototypensport. Zu seinen größten Erfolgen zählen ein Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans sowie ein Weltmeistertitel in der Hypercar-Klasse.

Die oft geäußerte Ansicht, der Langstreckensport bestehe vor allem aus [Reifen- und Energie-] Management, weist Pier Guidi zurück. Diese Motorsportdisziplin könne für Fahrer mindestens genauso befriedigend sein wie der Formelsport, wenn nicht sogar mehr.

"Manchmal ist es sogar besser als im Formelsport, weil wir mehr pushen können", erklärt er. "Oft denkt man, Langstrecke bedeute nur Management, aber das stimmt nicht. Klar, Bahrain ist eine besondere Strecke mit sehr hohem Verschleiß, dort muss man viel managen, wie sie es dort meist tun."

"Aber selbst in Le Mans, wo der Verschleiß sehr gering ist und die Reifen auf dieser Strecke extrem konstant sind, fahren wir vom ersten bis zum letzten Umlauf voll am Limit. Als Fahrer genießt man es mehr, wenn man pushen kann, als wenn man nur managt."

Vorheriger Artikel WEC Hypercar und IMSA GTP: Wer für 2026 Updates bringt und wer nicht
Nächster Artikel WEC-Performance-Analyse 2025 nach BoP: Ferrari