Porsche-Chef kündigt an: LMDh-Roll-out noch im Jahr 2021!

Der LMDh-Prototyp aus dem Hause Porsche soll noch in diesem Jahr auf die Strecke gehen, doch bei den Fahrern ist noch keine Entscheidung gefallen

Porsche-Chef kündigt an: LMDh-Roll-out noch im Jahr 2021!

Das LMDh-Projekt von Porsche nimmt langsam Form an. Nachdem bereits im Frühjahr über ein Roll-out noch in diesem Jahr spekuliert wurde, scheint dieser Plan nun Realität zu werden.

Der neue Motorsport-Chef von Porsche, Thomas Laudenbach, erklärt auf die Frage von 'Autosport' nach einem Roll-out vor Weihnachten: "Der Zeitplan ist eng gestrickt, aber wir sind auf dem besten Weg dorthin. Ich denke, wir sind in guter Verfassung und machen gute Fortschritte."

Das Roll-out neuer Porsche-Rennfahrzeuge findet traditionell auf der firmeneigenen Teststrecke in Weissach statt. Dort soll auch der LMDh-Prototyp, der auf einem Chassis von Multimatic basieren wird, seine Jungfernfahrt absolvieren.

Mehr soll es bei der ersten Ausfahrt des neuen Fahrzeugs dann auch bewusst nicht werden. "Bei einem brandneuen Auto sollte man immer einen richtigen Shakedown oder ein Roll-out machen, und nicht auf eine Rennstrecke gehen. Das kostet eine Menge Geld", erklärt Laudenbach.

Porsche-Zeitplan: Roll-out 2021, Tests 2022, Rennen 2023

"Es wird eine Art Roll-Out sein, um zu sehen, ob alle Systeme richtig sind und um das Set-up und die Kalibrierung zu machen, nicht um die Leistung zu testen." Richtige Testfahrten stehen ohnehin erst im Jahr 2022 an, ehe das Team Penske ab 2023 den Werkseinsatz schultern wird.

Beide Parteien kennen sich. Penske übernahm schon den Einsatz des Porsche-LMP2 RS Spyder in der ALMS in den 2000er-Jahren, mit durchschlagendem Erfolg. Unter anderem holte man bei den 12h Sebring 2008 den Gesamtsieg und drei Klassensiege in Folge beim Petit Le Mans.

Geht es nach dem Willen von Laudenbach, so soll das LMDh-Projekt nicht auf den Werkseinsatz durch Penske beschränkt sein: "Wir haben ganz klar vor, zumindest einer gewissen Anzahl von Kunden den Start im Jahr 2023 zu ermöglichen."

Porsche-LMDh auch für Kundenteams geplant

"Das ist für uns eine Herausforderung, weil wir das Auto noch entwickeln. Es macht uns das Leben nicht leicht, gleichzeitig ein Werksprogramm zu starten und mit Kunden zu beginnen." Porsche geht damit den gleichen Weg, wie Konzernschwester Audi. Auch die Ingolstädter planen, ihren LMDh-Prototypen für Kundenteams zur Verfügung zu stellen.

Porsche RS Spyder, ALMS, 2008, Elkhart Lake, Road America

Penske und Porsche arbeiteten bereits in den 2000ern in der ALMS zusammen

Foto: Motorsport Images

Diese Entscheidung sorgt dafür, dass sich gerade in der LMP2-Klasse derzeit hinter den Kulissen viel bewegt. Diverse Teams drängen in die kleine Prototypen-Kategorie, um sich für ein LMDh-Projekt in Stellung zu bringen. Dazu gehören unter anderem Audis GT3-Kunden Phoenix und WRT.

In Sachen Fahrer-Aufgebot gibt es seitens Porsche noch nichts zu vermelden. Noch im Frühjahr machte Roger Penske Werbung für seine IndyCar-Fahrer, von denen vor allem Simon Pagenaud auf eine Prototypen-Vergangenheit zurückblicken kann. Laudenbach meint aber: "Es ist noch zu früh, um zu sagen, wer die Fahrer sein werden."

"Was ich sagen kann, ist, dass wir immer versuchen, eine Mischung aus Fahrern, die bereits bei uns sind, jungen Piloten, die wir heranführen wollen, und vielleicht einigen Fahrern von außerhalb zu finden. Eine gute Mischung ist wichtig", so Laudenbach weiter. Und auch, wer den Roll-out des Porsche-LMDh absolvieren wird, steht noch nicht fest.

Mit Bildmaterial von Porsche AG.

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