Porsche trauert um Peter Falk
Peter Falk, als Porsche-Rennleiter unter anderem verantwortlich für die großen Erfolge des 956/962, ist im Alter von 93 Jahren verstorben
Peter Falk (1932-2026)
Foto: Porsche Porsche
Trauer um Peter Falk. Mehr als drei Jahrzehnte lang prägte der gebürtige Grieche als Ingenieur und Rennleiter die Motorsportgeschichte von Porsche und war an zahlreichen Erfolgen und Entwicklungen maßgeblich beteiligt. Am 23. Januar 2026 ist er im Alter von 93 Jahren gestorben.
"Wir trauern um Peter Falk und sind in Gedanken bei seiner Familie", sagt Michael Steiner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Vorstandes für Forschung und Entwicklung bei der Porsche AG.
"Er war mehr als ein Ingenieur und Rennleiter. Er war ein Visionär und Wegbereiter - und der Marke Porsche immer eng verbunden." Porsche würdigt sein Wirken für die Marke mit tiefer Anerkennung", so Steiner.

Peter Falk
Foto: Porsche
In seinen mehr als 30 Jahren bei Porsche verantwortete Falk viele Triumphe des Sportwagenherstellers aus Zuffenhausen, darunter große Erfolge auf den wichtigsten Rennstrecken dieser Welt. Geboren wurde er am 27. November 1932 als Sohn eines Archäologen in Athen.
Nach einer Lehre als Autoschlosser studierte Falk Maschinenbau mit Schwerpunkt Kraftfahrzeugtechnik in Stuttgart. Schon früh war er an Fortbewegung auf dem Land und Technik interessiert, weshalb der Weg in den Motorsport nur konsequent erschien.
Als 23-Jähriger bestritt Falk seine erste Rallye als Beifahrer seines Nachbarn und Werkstattinhabers Alfred Kling. Die beiden erzielten den Klassensieg. Es folgten Triumphe bei der Rallye Genf und der Internationalen Deutschland-Rallye 1957 sowie ein sechster Platz beim Straßenrennen Lüttich-Brescia-Lüttich.
Im Jahr 1959 begann Falk als einer von nur zehn Mitarbeitenden im Fahrversuch bei Porsche. Fünf Jahre später wechselte er in die Vorentwicklung und Rennbetreuung, verhalf unter anderem dem 911er zum Fahren. Bei der Rallye Monte Carlo 1965 war er Beifahrer neben Herbert Linge beim ersten internationalen motorsportlichen Einsatz eines Porsche 911.
Das Duo Linge/Falk war sich bereits im Jahr 1951 bei der Deutschen Schwarzwaldfahrt im Wettbewerb begegnet, damals noch auf Motorrädern. Die "Monte" beendeten sie auf Platz fünf des Gesamtklassements - als eines von nur 22 Fahrerteams, die von den 237 gestarteten das Ziel erreichten.
Verantwortlich für die großen Porsche-Erfolge in den 1980ern
In den folgenden Jahrzehnten prägte Falk die Geschichte von Porsche mit. Er führte den 911 auf Rennstrecken zu weltweitem Erfolg und trieb die Entwicklung vieler Modelle voran, vom 904 bis hin zum 917 für Rundstrecken und Bergrennen. Von 1973 bis 1981 wirkte er als Versuchsleiter in der Serienentwicklung der Baureihen 911, 924 und 928. Damit prägte er die technische Ausrichtung der Marke auch abseits der Rennstrecke.
Außerdem verantwortete Falk in seiner Funktion als Rennleiter wichtige Erfolge des Porsche 956/962 in der Gruppe C der damaligen Sportwagen-Weltmeisterschaft. Unter seiner Führung als Rennleiter gelangen Porsche in den 1980er-Jahren sieben Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und elf Weltmeistertitel.
Zu den weiteren Triumphen in Falks Karriere zählten beeindruckende fünf Gesamtsiege bei den 24 Stunden von Daytona, sowie zwei Gesamtsiege bei der Rallye Paris-Dakar in den Jahren 1984 und 1986. Unter seiner Leitung feierte Porsche zahlreiche Erfolge im Rennsport. Für ihn selbst zählten der Sieg in Le Mans 1982 und der Erfolg bei der Rallye Paris-Dakar 1984 zu den persönlichen Höhepunkten.
Von Ende der 1980er-Jahre bis 1992 leitete Falk die Fahrwerkentwicklung und war an der Neuentwicklung der vierten Generation des 911 (993) beteiligt. Regelmäßige Teilnahmen an Renneinsätzen ließ sich der ehemalige Rennleiter und Leiter der Rennentwicklung natürlich nicht nehmen.
Wegbereiter mit außergewöhnlichem Teamgeist
Bei Rennfahrern, Kollegen und Mitarbeitern galt Falk als außergewöhnlicher Theoretiker und Praktiker zugleich, der stets den Teamgedanken über persönliche Anerkennung stellte, getreu seinem Motto: "Ich habe immer gesagt, ich bin selber gar nichts, aber mein Team muss gut sein. Und das ist das Wichtigste."

Peter Falk, Helmuth Bott, Norbert Singer
Foto: Porsche
Auch renommierte Weggefährten wie Walter Röhrl und Hans-Joachim Stuck hoben die Ruhe, Besonnenheit und den außergewöhnlichen Teamgeist Falks hervor. Damit beschreiben sie, was viele an ihm schätzten: nicht nur seine technische Brillanz, sondern auch sein Menschsein und seinen feinen Sinn für Humor.
Nach dem Beginn seines Ruhestands im Jahr 1993 blieb Falk dem Unternehmen Porsche eng verbunden. Viele Jahre stand er dem Team Heritage und Museum noch als Zeitzeuge und Interviewpartner zur Verfügung. Und auch auf renommierten Klassik-Veranstaltungen war er häufig zu Gast oder gar an der Organisation der ein oder anderen Oldtimer-Rallye beteiligt.
Peter Falk hinterlässt seine Frau Ruth, eine Tochter und einen Enkel.
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