Porsche-Werksfahrer 2021: "Halbe" Trennung von sieben Fahrern

Porsche trennt sich 2021 von sieben Werksfahrern, beschäftigt sie aber weiter - Neel Jani in die WEC - Mit Wehrlein-Verpflichtung noch 16 offizielle Werksfahrer

Porsche-Werksfahrer 2021: "Halbe" Trennung von sieben Fahrern

Die Verkleinerung des Werksengagements von Porsche im Zuge der COVID-19-Pandemie zog zwangsläufig ein Ausmisten der Werksfahrerkaders in Weissach nach sich. Mit Einstellung des Werksprogramms in der IMSA SportsCar Championship ergab sich ein Überschuss, der nun abgebaut wird.

2020 waren es noch insgesamt 22 Fahrer, die Werksfahrerverträge hatten. Diese Zahl wird 2021 auf deren 16 reduziert. 14 sind vollwertige Werksfahrer, hinzu kommen jeweils ein "Young Professional" und ein Junior.

Weil Pascal Wehrlein als neuer Fahrer für das Formel-E-Engagement ins Team gerückt, müssen sieben Fahrer gehen. So ganz aber doch nicht, denn Porsche beschäftigt mehrere von ihnen im Kundensport weiter. Ähnlich hat es Porsche im Jahr 2020 bereits mit seinem IGTC-Meister Dennis Olsen gemacht.

Betroffen sind die bisherigen Werksfahrer Nick Tandy, Earl Bamber, Patrick Pilet, Michael Christensen, Sven Müller, Dirk Werner und der bisherige Junior Jaxon Evans. Einzig Tandy wird sich voraussichtlich vollständig von Porsche trennen, denn er hat bei Corvette einen neuen Platz gefunden.

Jani ersetzt Christensen in der WEC

Fest hält Porsche damit an den bestehenden Fahrern Gianmaria Bruni, Matt Campbell, Romain Dumas, Kevin Estre, Mathieu Jaminet, Richard Lietz, Patrick Long, Frederic Makowiecki, Simona de Silvestro, Laurens Vanthoor, Neel Jani und Andre Lotterer.

Thomas Preining wird vom "Young Professional" zum Werksfahrer befördert. Julien Andlauer geht ins zweite Jahr als "Young Professional". 16. Fahrer im Bunde ist Ayhancan Güven, der als Porsche-Junior seinerseits ins zweite Jahr geht. Einen neuen Junior gibt es 2021 nicht. Porsche nennt die COVID-19-bedingten Reisebeschränkungen als Grund.

Nachdem Christensen aus dem Kader in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) wegfällt, wird diese Stelle mit Jani aufgefüllt. Der Schweizer war bis Mitte 2020 noch Formel-E-Werksfahrer, bevor Porsche sich die Dienste von Wehrlein sicherte.

Er debütierte bei den 12 Stunden von Sebring im Porsche 911 RSR und wird neuer Teamkollege von Estre. Die zweite Paarung Bruni und Lietz bleibt bestehen. Zum Einsatz kommt erneut der Porsche 911 RSR-19, der wieder von Manthey Racing eingesetzt wird.

Wer die zehn Kunden-RSR in der WEC und der europäischen Le-Mans-Serie fahren wird, hat Porsche noch nicht bekannt gegeben. Diese Programme müssen von den Kundenteams noch festgezurrt werden. Fest steht zumindest, dass Jaxon Evans auch ohne Werksfahrerstatus ein RSR-Cockpit erhalten wird.

Porsche prüft weiterhin ein mögliches LMDh-Engagement in der Zukunft. Mit Jani, Dumas und Lotterer hat Porsche noch drei Piloten des früheren LMP1-Programms fest unter Vertrag.

Robert Renauer

Die Kundeneinsätze mit dem 911 GT3 R werden fortgesetzt

Foto: ADAC Motorsport

GT3-Engagements weltweit

Laurens Vanthoor wird auch 2021 in den USA bleiben, wandert jedoch nach der Einstellung des GTLM-Programms in die GTD-Klasse, wo auch Pat Long weiterhin fahren wird. Earl Bamber wird ohne Werksfahrerstatus ebenfalls in der GTD weiterbeschäftigt.

Bamber wird auch in Europa eingesetzt werden, denn er ist auch als Fahrer für die GT-World-Challenge Europe eingeplant. Hier kommt auch Michael Christensen wieder ins Spiel, der ebenso eingeplant ist wie Frederic Makowiecki.

Auch bei diesen Programmen steht die genaue Verteilung der Fahrer noch nicht exakt fest. Das gilt auch für das GT-Masters. GT-Masters-Fahrer und Teambesitzer Robert Renauer wird im Rahmen der - in diesem Jahr virtuellen - "Night of Champions" zum zweiten Mal mit dem "Porsche Cup"-Preis ausgezeichnet und erhält unter anderem einen brandneuen 911.

Eine genaue Aufteilung für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2021 steht ebenfalls noch nicht fest. Porsche verspricht aber, mit einer "starken Phalanx an 911 GT3 R" in der Eifel an den Start gehen zu wollen. Ein Engagement in der geplanten GT3-DTM ist unklar.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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