Rückschlag für Acura: LMDh-Testfahrten nach zwei Unfällen abgebrochen

Mayer Shank Racing erlebt zwei Unfälle mit dem Acura ARX-06 auf der Road Atlanta - Cadillac-Fahrer stärker beschäftigt - BMW verkündet Daytona-Fahrer

Rückschlag für Acura: LMDh-Testfahrten nach zwei Unfällen abgebrochen
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Die LMDh-Boliden, die im kommenden Jahr in der Hypercar-Kategorie der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) sowie der GTP-Klasse der IMSA Sportscar Championship debütieren, erweisen sich bei den aktuellen Testfahrten in Nordamerika als tückisch. Nur eine Woche nach dem BMW-Unfall in Watkins Glen hat es nun Acura erwischt - im Doppelpack.

Bei den Testfahrten auf der Road Atlanta bei Braselton in Georgia direkt im Anschluss an das IMSA-Finale Petit Le Mans hat der vom Meisterteam Meyer Shank Racing eingesetzte Acura ARX-06 zwei Unfälle erlitten. Für Meyer Shank waren die Testfahrten am Mittwoch nach dem zweiten Unfall beendet.

Am Montag brach während eines Stints von Tom Blomqvist die Hinterradaufhängung, was zu einem Abflug führte. Sicherheitshalber wurde auch der Bolide von Wayne Taylor Racing geparkt, der ebenfalls beim Test dabei war.

HPD-Technikchef David Salters sagt: "Wir hatten am Montag einen Vorfall mit der Nummer 60, die auf einen Komponentenfehler zurückzuführen ist. Gemeinsam mit Oreca haben wir eine Lösung gefunden und einen produktiven Testtag am Dienstag." Das fehlerhafte Teil muss neu designt werden. Beide Teams fuhren mit einer Übergangslösung.

Dann folgte der zweite Abflug: Der MSR-Acura rutschte am Mittwoch ausgangs der Esses raus. Matt McMurry saß am Steuer. Salters: "Gripverlust und ein darauffolgender Dreher haben zu einem Einschlag geführt. Der Grund dafür ist unabhängig von unserem Problem am Montag."

Mayer Shank brach daraufhin die Testfahrten ab, weil das Fahrzeug zu momentan stattfindenden Homologationstest im Windkanal wiederaufgebaut werden: "Die knapp bemessenen Ersatzteile zu schonen ist daher eine weise Entscheidung."

Bourdais vergleicht Cadillac V-LMDh mit DPi-V.R

Der spektakulär klingende Cadillac V-LMDh bringt derweil seine Fahrer ins Schwitzen. Sebastien Bourdais wurde ein wenig aus der DPi-Komfortzone gerissen, wie er zugibt: "Das Auto hat fast 700 PS. Wenn man das mit signifikant weniger Abtrieb paart, dann ist das ein Auto, das dich ins Schwitzen bringt."

"Wir müssen jetzt richtig arbeiten. Man hat guten mechanischen Grip, aber das Gewicht [100 Kilogramm mehr als bei den DPi] macht einiges davon wieder wett. In Sachen Aero kommt man relativ schnell ans Limit, kann sich dann aber nicht so sehr auf dem Abtrieb verlassen. Man muss weiter runterbremsen. Das Auto hält einen definitiv wach."

Sämtliche Fahrer von Cadillac betonen, dass es sehr geholfen habe, direkt im Anschluss an das Rennen mit den DPi-Boliden getestet zu haben, da man so einen seltenen Vorher-Nachher-Vergleich anstellen konnte.

Der Bolide beeindruckt mit seinem Sound selbst Renger van der Zande, der fünf Jahre lang den Cadillac DPi-V.R gefahren ist: "Der Sound ist so geil und klingt richtig Cadillac-typisch. Ich bin wirklich beeindruckt. Das gilt auch für die elektrische Komponente. Die bringt mehr Power und zaubert mir ein dickes Lächeln ins Gesicht."

Cadillac hat nach einem verspäteten Testbeginn am Montag viel aufgeholt und mittlerweile insgesamt mehr als 11.000 Kilometer mit dem Boliden abgespult. Die Testfahrten gehen im Oktober in Daytona weiter. Dann wird mit Porsche auch der vierte LMDh-Hersteller hinzustoßen, der sich 2023 engagieren wird.

Wittmann und van der Linde bei Frühjahrs-Klassikern

BMW hat unterdessen seine Endurance-Fahrer zumindest für die ersten zwei Rennen der Saison bestätigt: Sheldon van der Linde, der an diesem Wochenende um den DTM-Titel kämpft, und Marco Wittmann werden die Stammfahrer Philipp Eng, Connor De Phillippi, Augusto Farfus und Nick Yelloly bei den 24 Stunden von Daytona und den 12 Stunden von Sebring ergänzen. Außerdem steht Colton Herta als vierter Fahrer für Daytona bereits länger fest.

"In Amerika Rennen zu fahren, ist immer etwas ganz Besonderes. Ich bin stolz, im nächsten Jahr ein Teil des LMDh-Programms sein zu können", sagt van der Linde.

"Daytona ist ein fantastisches Rennen mit einer unglaublichen Historie. Ich freue mich, dort nun schon zum zweiten Mal in Folge für das BMW M Team RLL antreten zu können. Dass es diesmal in Daytona und Sebring um den Gesamtsieg geht, macht die Events umso aufregender."

"Ich freue mich riesig, auch in der kommenden Saison wieder in der IMSA-Serie Rennen zu fahren und bei Klassikern wie den 24 Stunden von Daytona und den 12 Stunden von Sebring dabei zu sein", sagt Wittmann.

"Ich habe schon einige Testtage im BMW M Hybrid V8 absolviert und bin begeistert, bei so einem Projekt dabei zu sein. Das Fahrzeug hat viel Abtrieb, viel Leistung, keine Fahrhilfen wie ABS - ein richtiger Prototyp eben. Es wird sehr cool werden, die vier IMSA-Stammfahrer zu unterstützen."

Beide Fahrer sind ebenfalls auf der Road Atlanta zum Einsatz gekommen. Dort hat BMW nach dem Unfall vergangene Woche in Watkins Glen ein solides Programm ohne größere Vorfälle abgespult.

Mit Bildmaterial von Acura.

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