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Schon vor Corona da: LMDh-Philosophie laut Porsche ihrer Zeit voraus

Warum LMDh für Hersteller wie Porsche attraktiver ist als LMH, erklärt Pascal Zurlinden mit Verweis auf das Beispiel DPi der IMSA

Schon vor Corona da: LMDh-Philosophie laut Porsche ihrer Zeit voraus

In der internationalen Langstreckenszene haben sich erste Hersteller mit Blick auf die mittelfristige Zukunft in Richtung LMDh orientiert. Sowohl Audi als auch Porsche haben sich kürzlich zu diesem Reglement, das von IMSA und ACO ausgearbeitet wurde, bekannt.

Was aber macht das LMDh-Reglement im direkten Vergleich zum Hypercar-Reglement (LMH) von FIA und ACO so attraktiv? Nicht zuletzt sind es die Kosten, da LMDh auf definierten Einheitsteilen basiert und nicht auf teuren Eigenentwicklungen der Hersteller, die unter LMH-Regeln etwa von Toyota, Peugeot und anderen auf Schiene gebracht werden.

Für die geringeren Kosten, die Schätzungen zufolge beim LMDh-Modell pro Jahr rund zehn Millionen Euro niedriger sein sollen als beim LMH-Modell, nehmen es Audi und Porsche in Kauf, für ihre künftigen Einsätze in der Topklasse der Le-Mans-Szene auf Prototypen aus eigener Fertigung zu verzichten.

"Das hängt damit zusammen, dass Kosteneffizienz in vielen Rennserien ein wichtiger Faktor geworden ist", bemerkt Pascal Zurlinden, Leiter der Porsche-Werkseinsätze im Motorsport, im Gespräch mit 'Motorsport.com' und stellt heraus: "COVID hat das noch beschleunigt."

"LMDh war ein Reglement, das von Kosteneffizienz getrieben war, das aber vor der Coronakrise gekommen ist. Alle anderen Rennserien haben aufgrund der Finanzkrise, die durch Corona ausgelöst wurde, ihre Sparmaßnahmen verkündet. Sie hingegen waren ihrer Zeit voraus", so Zurlinden, der deshalb "ein großes Kompliment an IMSA und ACO" ausspricht.

IMSA-Action mit DPi-Autos bei den 6h Road Atlanta 2020

Die seit 2017 bestehende DPi-Klasse der IMSA dient als Vorbild für LMDh

Foto: Motorsport Images

Vorbild für das LMDh-Reglement ist die DPi-Klasse der IMSA, die zur Saison 2017 ins Leben gerufen wurde und die Marken wie Cadillac, Acura und Mazda vorzuweisen hat. Auch Nissan war in der DPi-Klasse am Start, allerdings nur vorübergehend.

Zurlinden jedenfalls ist überzeugt: "Ohne Einheitsteile kann man nicht so kosteneffizient zu sein. Wenn man sich die Motorsportwelt ansieht, insbesondere die DPi-Klasse in der IMSA, hat sich über mehrere Jahre bereits gezeigt, dass man hochkarätigen und engen Motorsport ermöglicht - und das zu einem vertretbaren Preis."

Und genau das macht laut Zurlinden auch den Reiz der LMDh-Philosophie aus: "Motorsport muss maximal kosteneffizient sein. Einheitsbauteile sind definitiv ein wichtiger Faktor, um Kosteneffizienz zu erreichen. Das LMDh-Konzept ermöglicht es uns als Porsche, unsere Marke wieder wahrzunehmen, um im Langstreckensport wieder in der Topkategorie zu fahren. Dadurch stehen wir voll dahinter."

Mit Bildmaterial von Porsche.

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Rennserie 24h Le Mans , IMSA , WEC
Tags pascal zurlinden
Urheber Mario Fritzsche