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Spezialdesigns 24h Le Mans 2026: Sonderlackierung für zwölf Autos

Die teilnehmenden Teams lassen sich bei den 24 Stunden von Le Mans gerne Spezialdesigns anfertigen - Auch 2026 gibt es wieder Retro-Designs und Art-Cars

Spezialdesigns 24h Le Mans 2026: Sonderlackierung für zwölf Autos

Porsche erinnert an den 356

Foto: Porsche Porsche

Mehrere Fahrzeuge nehmen die 24 Stunden von Le Mans 2026 in einem Sonderdesign in Angriff. Darunter befinden sich drei Hypercars und drei deutsche Marken in der LMGT3-Klasse. Und auch zwei LMP2-Teams haben Spezialdesigns für den Saisonhöhepunkt anfertigen lassen.

Am auffälligsten sind sicherlich die beiden Genesis GMR-001, die nun in "richtigen" Magma-Farben antreten. Bei den ersten beiden Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) trugen sie noch die Grundfarben Schwarz und Grau mit nur dezenten orangefarbenen Zügen. Ein spöttischer Running Gag im Fahrerlager war bereits "Genesis Lava Racing".

Nun tritt die Hyundai-Nobelmarke in dem Design an, das bereits erwartet worden war. Das Orange symbolisiert einerseits die vulkanischen Ursprünge der koreanischen Halbinsel und steht gleichzeitig auch für die lebhafte und energiegeladene Kultur Südkoreas. Andererseits geht das Design wohl auch auf eine Fan-Initiative zurück, wie Luc Donckerwolke durchblicken lässt.

Genesis bringt das Magma in Le Mans richtig zu glühen

Genesis bringt das Magma in Le Mans richtig zu glühen

Foto: Marc Fleury

"Für die gesamte Marke Genesis, darunter natürlich auch Genesis Magma Racing, ist das Design eine der tragenden Säulen", sagt der Chief Creative Officer bei Genesis. "Die Fans haben ihre Begeisterung für die im letzten Jahr vorgestellte Magma-Orange-Konzeptlackierung lautstark zum Ausdruck gebracht."

"Wie immer berücksichtigt Genesis das Feedback unserer Anhänger und erweckt es mit einer kühnen Weiterentwicklung zum Leben. Mehr als nur eine Rennlackierung, ist es ein künstlerisches Statement, bei dem Farbe und Form die einzigartige Leistungsidentität von Genesis vermitteln."

Le Mans war in der Vergangenheit durchaus die Geburtsstunde für dauerhafte Designs. Teamchef Cyril Abiteboul will sich aktuell noch nicht festlegen, ob die Lackierung für die weiteren Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) bleibt: "Schauen wir mal, wie erfolgreich wir mit der Magma-Lackierung sind. Vielleicht wollen wir sie für immer behalten. Vielleicht wollen wir auf etwas anderes schwenken."

Drei von vier BMW mit Sonderdesign

Gleich drei BMW treten in Le Mans im Spezialdesign an. Der BMW M Hybrid V8 #20 (Frijns/Rast/S. van der Linde) hat ein deutlich weißeres Farbkleid erhalten. Hier steckt kein besonderer Anlass dahinter, es handelt sich um ein Spezialdesign des Partners Shell.

 AG Photo

Der WRT-BMW #69 erinnert an den McLaren F1 GTR mit Gulf-Davidoff-Sponsoring im Jahr 1997

Foto: Emanuele Clivati

Außerdem tragen beide LMGT3-Fahrzeuge des Teams WRT eine Sonderlackierung. Die #69 (McIntosh/Thompson/Harper) fährt in der gesamten WEC-Saison 2026 mit Retro-Designs. Bei den 24 Stunden von Le Mans trägt der BMW M4 LMGT3 Evo ein Design, das an den legendären McLaren F1 GTR erinnert.

Das Farbschema orientiert sich an den Farben der Gulf/Davidoff-Werbung aus der FIA-GT-Serie und den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 1997. "Es erinnert an mutige Ingenieurskunst, analoges Racing und die mutigen Seelen, die diese Biester damals pilotiert haben", sagt Anthony McIntosh.

Zwei der BMW-Sonderlackierungen

Zwei der BMW-Sonderlackierungen bei den 24h Le Mans 2026

Foto: Marc Fleury

Das Design der #32 (Leung/Gelael/Farfus) ist zwar kein offizielles Art-Car, reiht sich aber in diese Tradition ein. Die Lackierung "feiert kontinuierlichen Fortschritt und Evolution" und soll ein "wo wir als nächsten stehen wollen" symbolisieren. Diese Werte soll Darren Leungs Software-Unternehmen Paradine verkörpern.

Mercedes-AMG und Porsche komplett in Silber

Unabhängig voneinander, aber zeitgleich verwenden sowohl Mercedes-AMG als auch Porsche silberfarbene Retro-Designs an ihren LMGT3-Boliden.

Bei Mercedes-AMG geht es natürlich um eine Rückkehr zu den traditionellen Silberpfeilen, die mit der Marke Mercedes unzertrennlich verknüpft sind. Schon 2025 traten die Iron-Lynx-Boliden auf dem Circuit de la Sarthe in einem silbernen Farbkleid an.

"Die Fortsetzung der Geschichte der Silberpfeile im Jahr 2026 durch die Lackierungen aller drei Fahrzeuge nach unserem Debüt im letzten Jahr unterstreicht die besondere Bedeutung, die dieses Rennen in unserer Motorsporttradition einnimmt", sagt Stefan Wendl, Leiter Customer Racing bei Mercedes-AMG.

Iron Lynx bringt drei Silberpfeile zum Circuit de la Sarthe

Iron Lynx bringt drei Silberpfeile zum Circuit de la Sarthe

Foto: Marc Fleury

Die drei Mercedes-AMG LMGT3 können an unterschiedlichen Farben am Heck voneinander unterschieden werden. Die #61 (Berry/Andrade/Martin) bekommt ein schwarzes, die #79 (Zelger/Cressoni/Hodenius) ein gelbes Heck. Der dritte AMG, in Zusammenarbeit mit dem katarischen Motorsportverband eingesetzt, trägt die dunkelrote katarische Nationalfarbe.

Die beiden Manthey-Porsche sind ebenfalls Silber lackiert. Sie erinnern an Porsches allererstes Le-Mans-Auto, den 356. Im Jahr 1951, also vor 75 Jahren, gewann ein 356 SL Coupe seine Klasse auf dem Circuit de la Sarthe.

"Ein weiterer Erfolg würde sich gut in das 75-jährige Jubiläum von Porsche Motorsport einfügen und einen weiteren Beleg der Klasse des Kundensports bei Porsche darstellen", sagt Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach. DTM-Meister Ayhancan Güven, der auf der #91 (Cottingham/Boguslawski/Güven) antritt, ergänzt: "Unsere Porsche sehen in Silber großartig aus."

LMP2-Designs: DKR bringt die Nacht zum Leuchten

DKR Engineering, eines der Teams aus der LMP2 Pro-Am, wird bei Nacht leicht zu erkennen sein. Der Oreca 07 weißt eine lumineszierende Farbgebung auf. Das Design orientiert sich an einer früheren Lackierung des Teams, die an den Film Findet Nemo erinnerte.

"Ich wollte das Erbe der berühmten Nemo-Lackierung von 2022 neu interpretieren. Das Le-Mans-Design ist eine Weiterentwicklung des ELMS-Designs, geht aber noch einen Schritt weiter. Ich habe mich von der Biolumineszenz inspirieren lassen, um einen Neon-Effekt zu erzielen, der nachts besonders gut zur Geltung kommt", erklärt Designer Victor Vullo.

Ebenfalls mit einem Sonderdesign, offiziell vom Team sogar Art Car genannt, tritt der Inter-Europol-Oreca #43 (Smiechowski/Dillmann/Yelloly) bei den 24 Stunden von Le Mans 2026 an. Entworfen von Lange & Lange Design, verschwimmen die klassischen Farben des Teams - Gelb und Grün - mit einer Rapsfeld-Landschaft. Gleichzeitig verkörpert das Design den polnischen Impressionismus.

Rollendes Rapsfeld: Der Inter-Europol-Oreca

Rollendes Rapsfeld: Der Inter-Europol-Oreca

Foto: Rainier Ehrhardt

"Unser Ziel war es, etwas zu schaffen, das auf den ersten Blick visuell überzeugt, aber auch tiefere Bedeutungsebenen in sich trägt. Hier geht es nicht nur um Ästhetik, sondern um eine Sprache, die Geschichte, Emotionen und Funktion miteinander verbindet", erklären die Designer.

"Ein Schlüsselelement des Projekts war die Verbindung von Kunst mit den strengen Anforderungen des Motorsports. Das Art-Car musste alle Anforderungen erfüllen, von der Aerodynamik bis zur Sichtbarkeit der Marke. Im Motorsport ist die Funktion entscheidend. Das Design muss realen technischen Vorgaben entsprechen. Wenn Schönheit auf Funktion trifft, entstehen die besten Ergebnisse", fügen sie hinzu.

Somit wird es auch 2026 bei den 24 Stunden von Le Mans wieder bunt.

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