Spritsparen im Training geübt: Alpine will 12-Runden-Stints fahren

Alpine ist zuversichtlich, dass der Reichweiten-Nachteil bei den 24 Stunden von Le Mans kompensiert werden kann - Mit "Lift-&-Coast" will man auf 12 Runden kommen

Spritsparen im Training geübt: Alpine will 12-Runden-Stints fahren

Das Alpine-Team sieht eine Chance, bei den 24 Stunden von Le Mans seinen Nachteil bei der Reichweite ausgleichen zu können. Der LMP1-"Altwagen", der Alpine A480, muss homologationsbedingt mit einem 15 Liter kleineren Tank fahren. Doch man nutzt die Trainings, um eine Taktik zu trainieren. FAQ 24h Le Mans

Mittels "Lift-&-Coast" am Ende der langen Geraden will Alpine versuchen, Stints von zwölf Runden zu erreichen. Das wäre genauso viel wie der Toyota GR010 Hybrid und der Glickenhaus 007 LMH. "Zwölf Runden sind das Ziel, weil das die Berechnungsgrundlage für die LMH-Boliden ist", sagt Teammanager Philippe Sinault gegenüber 'Motorsport.com Global'.

"Da arbeiten wir dran. Wir haben am Sonntag [nach dem Testtag] eine große Analyse vorgenommen. Nach den Trainings werden wir eine bessere Sicht haben." Es geht darum, zu entscheiden, eine Runde mehr zu fahren oder auf Pace zu setzen. Um über 24 Stunden einen Stintnachteil von einer Runde auszugleichen, muss man theoretisch nur drei Zehntelsekunden pro Runde schneller fahren.

Allerdings sieht Sinault eher Toyota und Glickenhaus in der Performance vorn. In den freien Trainings hatte in der Regel Toyota diesen minimalen Vorsprung. Alpine hat den Vorteil, über ein erprobtes Auto zu verfügen. Jedoch ist der Oreca unter dem Namen Alpine A480 auch 100 Kilogramm schwerer als unter der Bezeichnung Rebellion R13.

Bislang ist das Chassis nie mehr als elf Runden am Stück auf dem Circuit de la Sarthe gefahren. Wegen der Homologation kann Alpine keinen größeren Tank als 75 Liter verwenden.

 

In der Balance of Performance wurde die Spritmenge pro Stint von 918 auf 844 Megajoule zurückgestuft. Das ist für Alpine jedoch kein Nachteil, weil dies lediglich die objektive Realität abbildet, die bei den bisherigen WEC-Rennen vorgeherrscht hat. Das bestätigt auch Sinault.

Bei den bisherigen WEC-Rennen ist Alpine stets kürzer gefahren als Toyota und Glickenhaus. In Le Mans sind die Runden jedoch wesentlich länger. Sollte es Alpine gelingen, seine Reichweite auf 12,05 Runden zu steigern, würde es Toyota nichts bringen, mit einer Tankfüllung 12,7 Runden weit zu kommen. Lediglich Slow Zones könnten Toyota einfacher auf 13 Runden bringen als Alpine.

Eine Frage stellt sich bezüglich der Reichweite der LMP2-Boliden. Diese verfügen ebenfalls über einen 75-Liter-Tank und haben weniger Leistung, also auch weniger Spritverbrauch. Aus dem Bereich des Reifenherstellers Goodyear ist zu vernehmen, dass man dort mit 12-Runden-Stints plant. Das würde die LMP2-Kategorie zu möglichen Sieganwärtern machen, sollten die Hypercars in Probleme rennen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
24h Le Mans 2021: Massenweise Zwischenfälle in 3. Freiem Training

Vorheriger Artikel

24h Le Mans 2021: Massenweise Zwischenfälle in 3. Freiem Training

Nächster Artikel

Klare Andeutung von Cadillac: Wenn LMDh, dann Le Mans

Klare Andeutung von Cadillac: Wenn LMDh, dann Le Mans
Kommentare laden