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Top 10 beste LMP1-Rennen - P3: 24h Le Mans 2011

Nach 27 Jahren hat die LMP1-Kategorie ausgedient, Grund genug für einen Rückblick auf ihre besten Rennen - Heute: Der zweitknappste Zieleinlauf aller Zeiten in Le Mans

Top 10 beste LMP1-Rennen - P3: 24h Le Mans 2011

Jahrzehntelang war sie die unangefochtene Topklasse im Sportwagensport: Die Le Mans Prototype 1. Zwischen 1994 und 2020 lieferte sie - teils unter anderen Bezeichnungen wie WSC, LMP900 oder einfach nur LMP - eine selten gesehene Antriebsvielfalt mit Benzinern und Dieseln mit und ohne Hybrid. Und sie lieferte spektakulären Sport. Grund genug, auf die besten Rennen zurückzuschauen.

Mit recht viel Glück hatte Audi 2010 einen neunten Le-Mans-Sieg eingefahren, weil Peugeot eine Reihe von Motorschäden erlitten hatte. Zwölf Monate später verdiente sich das Joest-Team den Sieg aus eigener Kraft mit dem zweitengsten Le-Mans-Finish aller Zeiten.

Audi und Peugeot brachten unter neuen LMP1-Regularien zwei neue Fahrzeuge an den Start: Den R18 TDI und die zweite Generation des 908 (anders als der Vorgänger ohne weitere Kürzel). Beide Fahrzeuge nahmen sich absolut nichts. Der Audi mit dem V6-Diesel ging mit den Reifen schonender um und war dadurch minimal schneller, Peugeot hatte mit dem Diesel-V8 eine Runde mehr Reichweite.

Ein weiteres Problem für Audi: Zwei der R18 waren bereits mit heftigen Unfällen ausgeschieden, bevor überhaupt das erste Renndrittel vorbei war. Alles hing nun von Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoit Treluyer ab. Und Peugeot baute beständig Druck auf.

"Das war die ganze Zeit volle Pulle", erinnert sich Lotterer im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Ich glaube, die Führung hat mehr als 40 Mal gewechselt. Das war ein Thriller." Um genau zu sein, waren es 41 Mal.

Zwei Runden mit schleichendem Plattfuß

Der Audi setzte sich mit einem Vorsprung von 13,9 Sekunden gegen den Peugeot von Sebastien Bourdais, Simon Pagenaud und Pedro Lamy durch. Aber es hätte auch ganz anders kommen können. Nach dem vorletzten Boxenstopp fing sich Lotterer nämlich einen schleichenden Plattfuß ein. Hätte ihn das Team auf der Stelle reingeholt, wäre das Rennen verloren gewesen.

Allan McNish, Rinaldo Capello, Tom Kristensen

Allan McNish überstand einen haarsträubenden Abflug

Foto: Motorsport Images

"Uns fiel ein schleichender Plattfuß auf. Gleich darauf reinzukommen, hätte einen zusätzlichen Boxenstopp bedeutet, der uns das Rennen gekostet hätte", erinnert sich Joest-Teamchef Ralf Jüttner gegenüber 'Motorsport.com'.

"Wenn man einen Plattfuß hat, sagt man dem Fahrer normalerweise, dass er vorsichtig zurück an die Box kommen soll. Aber wir haben Andre gesagt, dass er Gas geben soll. Wir hatten keine Wahl. Aber wir hatten ein sehr gutes Luftdrucküberwachungssystem. Wir sahen, wie der Druck abfiel, sich dann aber plötzlich stabilisierte."

Lotterer drehte zwei weitere Runden und brachte das Auto damit ins Reichweitenfenster für den letzten Boxenstopp. So sparte sich Audi den zusätzlichen Service. Lotterer kam in derselben Runde an die Box wie Pagenaud. Er fasste vier frische Reifen und kam mit einem Vorsprung von sechs Sekunden vor Pagenaud wieder raus.

Weil Peugeot auf einen Reifenwechsel verzichtete, um Zeit zu sparen, hatte Lotterer nun alle Trümpfe in der Hand und fuhr einen weiteren Sieg für Audi nach Hause. Peugeot war wieder einmal geschlagen.

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Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie 24h Le Mans
Urheber Gary Watkins