Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

Toyota scherzt nach Sieg: Können wir Le Mans nicht in Bahrain austragen?

Wie Toyota-Technikchef David Floury und die Fahrer den überzeugenden Doppelschlag beim WEC-Finale 2025 einordnen und was man sich für 2026 vornimmt

Toyota scherzt nach Sieg: Können wir Le Mans nicht in Bahrain austragen?

Podium in Bahrain: 1. Conway/Kobayashi/de Vries, 2. Buemi/Hartley/Hirakawa

Foto: Getty Images

Der Bahrain International Circuit ist im Rennkalender der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) seit Jahren die absolute Paradestrecke von Toyota. So war es auch in diesem Jahr. Nachdem der japanische Hersteller bei den ersten sieben der insgesamt acht WEC-Rennen 2025 sieglos geblieben war, gab es am vergangenen Samstag beim Saisonfinale in Bahrain doch noch den ersten Saisonsieg.

Mehr noch: Das von zwei Safety-Car-Phasen gekennzeichnete Acht-Stunden-Rennen in der Wüste von Sachir endete sogar mit einem Doppelerfolg für Toyota. Mike Conway, Kamui Kobayashi, Nyck de Vries fuhren im Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer 7 den Sieg ein. Ihre Teamkollegen Sebastien Buemi, Brendon Hartley, Ryo Hirakawa belegten im Schwesterauto (Startnummer 8) den zweiten Platz.

Mit dem Triumph hat Toyota nicht nur eine sieglose Saison 2025 gerade noch abgewendet. P1 und P2 beim Saisonfinale waren für den Hersteller auch die ersten Podestplätze des gesamten Jahres! Und: Toyota hat damit seine Serie von aufeinanderfolgenden Bahrain-Siegen auf sage und schreibe neun ausgebaut. Seit 2017 ist man im Wüstenstaat ungeschlagen.

Zwar wurde in der jahresübergreifenden Saison 2018/19 gar nicht in Bahrain gefahren, dafür aber in den Saisons 2019/20 sowie 2021 jeweils zweimal. Zusammen mit den Siegen von 2013 und 2014 hat Toyota insgesamt sogar elfmal bei WEC-Rennen in Bahrain triumphiert.

In der Hersteller-WM der WEC-Saison 2025 hat es Toyota mit dem späten Doppelerfolg noch geschafft, Cadillac und Porsche nach Punkten zu übertrumpfen und hinter Weltmeister Ferrari den Vizetitel nach Higashi-Fuji beziehungsweise Köln zu holen.

Mike Conway, Kamui Kobayashi, Nyck de Vries

Conway/Kobayashi/de Vries holten Toyotas ersten Sieg seit den 8h Bahrain 2024

Foto: Getty Images

Zwar gab es am vergangenen Samstag im Zuge der zwei Safety-Car-Phasen unterschiedliche Strategien im Feld der Hypercar-Klasse. Der Sieg des Toyota mit der Startnummer 7 war aber zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr (Rennanalyse: 8 Stunden von Bahrain 2025). Dank des Schwesterautos, das trotz einer Durchfahrtsstrafe (Gelbe Flaggen missachtet) noch den zweiten Platz belegte, wurde es für Toyota, wie bereits erwähnt, sogar ein Doppelerfolg.

So verwundet es nicht, dass bei Toyota direkt nach dem Rennen gescherzt wurde, ob man die 24 Stunden von Le Mans nicht künftig in Bahrain austragen könne. "Wir diskutieren das gerade mit dem ACO", grinst Toyota-Technikchef David Floury, als er darauf angesprochen wird.

In aller Ernsthaftigkeit fügt Floury hinzu, dass die WEC-Saison 2025 als Ganzes für Toyota eine Enttäuschung war. "Wir hatten viele Probleme und haben Fehler gemacht. Natürlich hätten wir uns in manchen Rennen verbessern können, aber am Ende hätte das wohl nichts am Gesamtergebnis geändert." Und so ist der Toyota-Technikchef nach dem finalen Doppelerfolg in Bahrain "froh, dass die Saison vorbei ist".

Sebastien Buemi, Brendon Hartley, Ryo Hirakawa

Buemi/Hartley/Hirakawa, die Bahrain-Sieger von 2024, schafften es noch auf P2

Foto: Getty Images

Die Hypercar-Klasse, in der sowohl LMH-Boliden (wie der Toyota GR010 Hybrid) als auch LMDh-Boliden (wie beispielsweise der Porsche 963) zugelassen sind, wurde in der WEC zur Saison 2023 eingeführt. Unter dem LMP1-Reglement, das bis einschließlich 2022 galt, hatte Toyota jahrelang dominiert, was unter anderem daran lag, dass die Konkurrenz vor allem in den letzten Jahren vor dem Reglementwechsel überschaubar war.

Die Langstrecken-WM in ihrer modernen Form existiert seit 2012. Wirft man einen Blick auf alle Rennsieger, die es in der Topklasse (LMP1 beziehungsweise Hypercar) gegeben hat, stellt man fest, dass die ersten sechs Fahrer der Liste allesamt Toyota-Fahrer sind. WEC-Rekordsieger ist Sebastien Buemi mit 26 Siegen, gefolgt von Brendon Hartley (22), Mike Conway (19), Kamui Kobayashi (18), Kazuki Nakajima (17) und Jose Maria Lopez (15). Zu Hartley sei allerdings gesagt, dass er den Großteil seiner Siege nicht für Toyota, sondern für Porsche erzielt hat.

Was Toyota betrifft, so ist die Vormachtstellung von Jahr zu Jahr kleiner geworden, seit allen voran Ferrari mit dem 499P (LMH), Porsche mit dem 963 (LMDh) und Cadillac mit dem V-Series.R (LMDh) mitmischen. Weitere Hersteller im aktuellen Feld der Hypercar-Klasse der Langstrecken-WM sind unter anderem Alpine mit dem A424 (LMDh), BMW mit dem M Hybrid V8 (LMDh) und Peugeot mit dem 9X8 (LMH).

Laut Floury ist es ganz normal, dass die Konkurrenz mehr und mehr an der einstigen Toyota-Dominanz rüttelt: "Ich würde sagen, dass unser Vorteil vor allem die Erfahrung ist. Wenn du drei Jahre dabei bist, dann weißt du ganz gut, wie es läuft. Das ist im ersten Jahr noch nicht der Fall, im zweiten Jahr vielleicht ein bisschen. Im dritten Jahr aber operieren alle Teams auf einem guten Niveau."

In Vorausschau auf die WEC-Saison 2026, die Ende März in Katar beginnt (WEC-Kalender 2026), sagt der Toyota-Technikchef: "Wir müssen weiter dranbleiben. Wir sollten nicht glauben, dass wir das beste Team sind. Wir sollten uns noch intensiver ins Zeug legen und jedes noch so kleine Detail, das wir verbessern können, verbessern. Das ist unser Ziel für nächstes Jahr."

David Floury

Technikchef David Floury ist Toyotas Saison 2025 als Ganzes nicht zufrieden

Foto: Getty Images

Technisch gesehen will Toyota in der WEC-Saison 2026 mit einem überarbeiteten Auto angreifen. Fahrerisch bleibt beim Vizeweltmeister der Herstellerwertung alles wie gehabt. Toyota setzt auch für 2026 wieder auf die mittlerweile bewährten Besetzungen Conway/Kobayashi/de Vries (seit 2024 gemeinsam auf einem Auto) und Buemi/Hartley/Hirakawa (seit 2022 gemeinsam auf einem Auto).

Für Kamui Kobayashi, der sowohl einer der Stammfahrer im Toyota mit der Startnummer 7 als auch der Toyota-Teampräsident ist, war die Saison 2025 "eine sehr schwierige, in der wir bis zum letzten Rennen warten mussten, um ein Ergebnis wirklich genießen zu können". Dass man in der Hersteller-WM im letzten Moment noch Cadillac und auch Porsche abgefangen hat, bezeichnet Kobayashi daher als "unerwartet".

Mike Conway gibt zu, dass er vor dem Start der 8h Bahrain zwar "spürte, dass wir eine gute Chance haben", aber "dass wir einen Doppelerfolg einfahren würden, das kam dann doch überraschend". Und für Sebastien Buemi ist das gute Teamergebnis zum Ausklang der Saison "ein schöner Ansporn für die neue Saison, in der wir hoffentlich stärker zurückschlagen werden, um dann wieder um den WM-Titel kämpfen zu können".

Vorheriger Artikel "Hoffe, er bleibt": Alpine-Teamkollege würde Mick Schumacher vermissen
Nächster Artikel Valentino Rossi hofft auf Renneinsätze im BMW M Hybrid V8, aber ...

Aktuelle News