Toyota zwischen TS050-Wehmut und Vorfreude auf die Zukunft

Langstrecken-Weltmeister Mike Conway wird den Schub des 1.000 PS starken Toyota TS050 Hybrid vermissen - Gleichzeitig freut man sich über die wachsende Konkurrenz

Toyota zwischen TS050-Wehmut und Vorfreude auf die Zukunft

Vielleicht ist es das Opfer, das einfach nötig war: Die superschnellen, aber sündhaft teuren Hybrid-LMP1 sind mit Ablauf der WEC-Saison 2019/20 ins Museum gerollt. Sie werden durch eine Doppelkategorie abgelöst: 2021 debütieren die Le-Mans-Hypercars (LMH). Ab 2023 werden diese durch die LMDh ergänzt.

Mike Conway, der gemeinsam mit Kamui Kobayashi und Jose-Maria Lopez letzter LMP1-Weltmeister geworden ist, vermisst den bärenstarken TS050 Hybrid bereits jetzt: "Es war so ein tolles Auto. Schon als ich 2014 den TS040 erstmals gefahren bin, war ich von der Leistung des Hybridsystems sehr beeindruckt."

"Und es wurde mit den Jahren immer besser. Es war ein großartiges Auto. 1.000 PS, Allradantrieb, viel Abtrieb. Es war extrem cool. Und so richtig zur Geltung kam das alles auf Strecken wie Le Mans. Ich werde es vermissen - wir alle werden es vermissen."

 

Gruß an Audi erfüllt sich 2023

Gleichzeitig wird der Blick nach vorne gerichtet. Toyota wird, zunächst lediglich gemeinsam mit der Scuderia Cameron Glickenhaus und ByKolles, die neue Hypercar-Ära in Le Mans begründen. Mindestens 2021 wird auch noch Alpine mit einem hybridlosen Alt-LMP1 den Kampf gegen die Hypercars aufnehmen. Die Zukunft könnte auch hier in Richtung LMDh gehen.

Das neue Toyota-Hypercar wurde zuletzt in Portimao zum zweiten Mal getestet. "Ich freue mich auf die neue Ära und die Zukunft", sagt Conway. Und diese sieht rosig aus: 2022 wird Peugeot mit einem eigenen LMH hinzustoßen. 2023 wird die Szene dann richtig Fahrt aufnehmen, wenn im Zuge der LMDh-Regularien Porsche und Audi und womöglich noch weitere Hersteller hinzustoßen.

 

Toyota würdigte in den sozialen Medien die Ankündigung der beiden deutschen Hersteller. Im Falle Audis verweist man auf die spezielle Lackierung beim Audi-Abschied in Bahrain 2016: "Bis dann, Audi. Wir werden wieder gegeneinander antreten, eines Tages, irgendwo." Das wird nun 2023 der Fall sein - wenn nicht Toyota urplötzlich das Engagement beenden sollte, worauf aktuell nichts hindeutet.

"Wir sind so gespannt, die Kämpfe mit unseren alten LMP1-Rivalen Audi und Porsche wiederzubeleben und auf unseren neuen Rivalen Peugeot in der Hypercar-Ära", lässt Toyota Gazoo Racing Europe ausrichten. Zu einem Duell mit Peugeot ist es nie gekommen, weil die Franzosen vor der WEC-Saison 2012 unvermittelt den Stecker zogen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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