Unter neuen LMP1-Regeln: McLaren peilt Rückkehr nach Le Mans an

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Unter neuen LMP1-Regeln: McLaren peilt Rückkehr nach Le Mans an
Charles Bradley
Autor: Charles Bradley
Übersetzung: Mario Fritzsche
30.08.2017, 14:34

Zak Brown erklärt, dass McLaren in der Topklasse des internationalen Langstreckensports und damit auch in Le Mans mitmischen könnte, sofern ein kostengünstigeres Reglement kommt.

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Zak Brown, McLaren-Chef
Sonnenaufgang in Le Mans
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#29 Harrod's Mach One Racing, McLaren F1 GTR: Andy Wallace, Olivier Grouillard, Derek Bell
#34 Gulf Racing, McLaren F1 GTR: Lindsay Owen-Jones, Pierre-Henri Raphanel, David Brabham
#39 Bigazzi Team, McLaren F1 GTR: Nelson Piquet, Johnny Cecotto, Danny Sullivan
Zak Brown, McLaren-Chef
Classic Grand Tour: Logo McLaren 675LT
#39 Bigazzi Team, McLaren F1 GTR: Nelson Piquet, Johnny Cecotto, Danny Sullivan

McLaren evaluiert derzeit alle Optionen für ein Langstreckenprogramm, um ab 2019 entweder in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) oder in der IMSA antreten zu können. Dies gibt McLaren-Chef Zak Brown klar zu verstehen.

Die LMP1-Klasse der WEC bezeichnet Brown aber als "unrentabel", weil die Kosten für die Hersteller dort mittlerweile auf Formel-1-Niveau liegen. Um zu alter Blüte zurückzukehren, braucht es laut Brown ein grundsätzliches Umdenken in der höchsten Kategorie des Langstreckensports.

"Ich glaube, die WEC hat die Chance, den Reset-Knopf zu drücken", sagt Brown und sinniert: "Ich würde es gerne sehen, wenn man die Ära des Porsche 956 oder 962 wiederaufleben lassen könnte. Das heißt, dass Werksteams und Privatteams mit Siegchancen gegeneinander fahren können."

"Mit den aktuellen Regeln ist das aber nicht möglich", mahnt der McLaren-Chef, um anzufügen: "Wenn man sich den Erfolg der LMP2 vor Augen führt, wo die Kosten im Sinne aller im Rahmen gehalten werden, würde ich dieses Konzept gerne auf die LMP1 übertragen sehen."

"Das Ganze erinnert ein bisschen an die Situation mit den DPi-Autos in der IMSA. Dort haben die Hersteller ein Machtwort gesprochen. Wenn es der WEC gelingt, diesen Gedanken zu übernehmen und ein Regelpaket zu schnüren, bei dem Hybridtechnologie ein Element ist, dann sind wir interessiert", sagt Brown, der sich als "großer Fan" der Hybridtechnologie bezeichnet.

20 Millionen Pfund als angepeilte Obergrenze

Angesichts der in den vergangenen Jahren nach oben geschossenen Kosten in der LMP1-Klasse stellt Brown das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Hersteller massiv in Frage.

"Die LMP2-Autos sind heute schneller als die LMP1-Autos vor ein paar Jahren. Das ist wirklich beeindruckend, wenn man bedenkt, dass 5 Millionen Pfund für eine volle (LMP2-)Saison in der WEC schon viel Geld sind", bemerkt Brown und stellt klar: "Die LMP1 ist vom Verhältnis her betrachtet 20 Mal teurer, aber nicht 20 Mal besser."

So kommt der McLaren-Chef zum Schluss: "Diese Erfahrungswerte sollte man in die LMP1 einfließen lassen. Bei einem Budget von, sagen wir mal, 20 Millionen Pfund (umgerechnet rund 22 Millionen Euro; Anm. d. Red.) wären wir interessiert."

"Man muss dabei nicht zwangsläufig das DPi-Konzept der IMSA 1:1 übernehmen", so Brown und weiter: "Es geht vielmehr darum, diesen Geist zu übernehmen. Wenn die wirtschaftliche Lage passt und die großartige Vergangenheit dieses Sport abgebildet wird, sind wir interessiert."

"Ein anderer Weg wäre, die DPi-Plattform global auszuweiten. Auch dann wären wir interessiert", stellt der McLaren-Chef klar.

Abschließend merkt Brown an: "Forschung und Entwicklung muss für jeden Hersteller im Motorsport ein Eckpfeiler sein. Das sollte aber nicht der einzige Grund für ein Engagement sein. Wenn ein Programm im Sinne der Kosten nicht effizient ist, ergibt es keinen Sinn. Unterm Strich ist Motorsport ein Marketing-Instrument."

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