Veloqx-Team plant Le-Mans-Comeback mit "Fangio"-Hypercar

Gut 20 Jahre nach erfolgreichen Einsätzen als Audi-Kundenteam will das britische Team Veloqx mit einem Hypercar zu den 24 Stunden von Le Mans zurückkehren

Veloqx-Team plant Le-Mans-Comeback mit "Fangio"-Hypercar

Die aufstrebende Hypercar-Klasse der 24 Stunden von Le Mans könnte mittelfristig um ein weiteres, spektakuläres Auto bereichert werden. Der britische Rennstall Veloqx will ein Fahrzeug entwickeln, welches von einem speziell für den Einsatz von Bio-Kraftstoff entwickelten Motor angetrieben wird, und welches nach dem fünfmaligen Formel-1-Weltmeister Juan Manuel Fangio benannt ist. Einsatzreif soll das Hypercar 2025, im besten Fall schon 2024 sein.

Veloqx ist in der Langstreckenszene kein unbekannter Name. Anfang der 2000er-Jahre war der britische Rennstall Audi-Kundenteam und setzte den R8 LMP1 ein. 2004 gelang dem Team der Gesamtsieg bei den 12 Stunden von Sebring. In Le Mans kam Veloqx in dem Jahr auf Rang zwei ins Ziel, ehe das Team Ende 2004 seine Aktivitäten einstellte.

"Ich war 28, als wir Ende 2004 aufhörten, weil ich mich auf mein Immobiliengeschäft konzentrieren musste", sagt Teamgründer Sam Li der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com'.

Motor für unterschiedliche Bio-Kraftstoffe

"Ich habe mit einem Hersteller gearbeitet und war erfolgreich, aber ich wollte das Unternehmen so weit ausbauen, dass ich einen größeren technischen Mehrwert habe, wenn ich zurückkomme", sagt Li, der von Haus aus Ingenieur ist. "Ich will nun versuchen, Le Mans unter dem Namen Veloqx zu gewinnen."

Als Zugpferd für die Rückkehr nach Le Mans sicherte sich Li die Rechte am Namen Fangio. Diese Name "symbolisiert das Beste", findet Li der hofft: "Herr Fangio wäre stolz auf unser Projekt."

Herzstück des Projekts soll ein neuartiger Antrieb sein, der speziell für den Einsatz von Bio-Kraftstoffen konzipiert wird, und von Li "variabler, emissionsfreier Verbrennungsmotor" genannt wird. Der Motor soll dabei mit unterschiedlichen Kraftstoffen laufen, unter anderem auch mit Wasserstoff.

Ex-Audi-"Motorenpapst" Baretzky mit an Bord

"Wir wollen Langstreckenrennen und die vom Automobile Club de l'Ouest [Veranstalter von Le Mans und WEC-Promoter] zur Verfügung gestellte Plattform nutzen, um diese Technologie zu validieren", erklärt Li. Die Variabilität des Motors würde er gerne auch im Wettbewerb widergespiegelt sehen.

"Wir wollen, dass mehrere Teams unseren LMH mit verschiedenen Kraftstoffen gegeneinander antreten lassen. Wir glauben, dass verschiedene Ölfirmen in verschiedenen Ländern unterschiedliche Lösungen für ein emissionsfreies Kraftstoffformat haben werden", sagt Li.

Zur Entwicklung des Motors hat Li einen erwiesenen und erfahrenen Fachmann verpflichtet: Den langjährigen "Motorenpapst" von Audi Ulrich Baretzky. Mit unter seiner Führung entwickelten Motoren hatten Audi-Fahrzeuge 14 Gesamtsiege bei den 24 Stunden von Le Mans erzielt.

Einsatz im Jahr 2025 geplant

Nun freut sich der Ingenieur, der im vergangenen Jahr bei Audi in den Ruhestand gegangen ist, auf die neue Herausforderung im Veloqx-Peojekt. "Sam und ich denken in dieselbe Richtung. Worüber wir sprechen, ist wichtig, um die Zukunft des Motorsports zu sichern, indem wir ihn attraktiv halten", sagt er.

Die Entwicklung des "Fangio"-Hypercars passt perfekt in die Strategie des ACO, der unlängst verkündet hatte, ab 2022 in der WEC auf 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoff zu setzen. Einsatzreif soll das neue Auto nach Angaben von Li 2025 sein. Mit Unterstützung eines Partners sei aber auch schon 2024 ein Start denkbar.

Veloqx verfügt schon über ein einsatzbereites Auto, welches als Testträger für den LMH-Prototypen dienen und die Basis für ein Straßenauto sein soll. Angetrieben wird dieses Fahrzeug, welches bereits in Bahrain getestet wurde, von einem V12-Motor aus dem Haus Ferrari.

Mit Bildmaterial von Veloqx.

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