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"Waren zu wenig gut": Was Porsche im Kampf um das Le-Mans-Podium fehlte

Der beste Porsche 963 landet bei den 24h von Le Mans 2024 auf dem undankbaren vierten Platz - Porsche war aber nicht schlecht, sondern einfach nur "zu wenig gut"

"Waren zu wenig gut": Was Porsche im Kampf um das Le-Mans-Podium fehlte

Nach dem Desaster im Vorjahr, als alle Porsche 963 schon nach wenigen Stunden aus dem Kampf um den Gesamtsieg ausgeschieden waren, mischte das Penske-Werksteam bei den 24h von Le Mans 2024 (Rennbericht!) bis zum Schluss um den Gesamtsieg (Rennergebnis) mit. Am Ende blieb jedoch nur der undankbare vierte Platz, knapp am Podium vorbei.

Der Porsche #6 (Estre/Lotterer/L. Vanthoor) landete 1,167 Sekunden hinter dem drittplatzierten Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Giovinazzi) und 37,897 Sekunden hinter dem Rennsieger. "Es mir immer noch lieber, mit einem geringen Rückstand nicht auf das Podium zu kommen, als mit einem großen Rückstand", hat Porsches LMDh-Leiter Urs Kuratle im Gespräch mit Motorsport-Total.com nicht den Humor verloren.

"Aber Vierter willst du natürlich gar nicht werden. Vor allem nicht in Le Mans", gibt Kuratle zu. "Das ist es aber, wie es ist. Wir waren zu wenig gut." Am Ende habe dem Porsche 963 vor allem die Geschwindigkeit gefehlt, glaubt der LMDh-Leiter bei Porsche. "Im Endeffekt hat uns Topspeed oder einfach generell der Speed gefehlt."

 

Nach dem guten Auftritt beim Vortest, als sich Porsche die Bestzeit schnappte, galt die Werksmannschaft aus Mannheim als Favorit auf den Gesamtsieg. "Das Team hat gut gearbeitet. Wir haben versucht, das hier so konzentriert wie möglich anzugehen", erklärt Kuratle die Herangehensweise an das Le-Mans-Wochenende. "Am Vortest und die ganzen zwei Wochen haben wir uns auf uns selber konzentriert."

"Im Rennen war es die nackte Wahrheit"

Das habe Porsche in eine Favoritenrolle hineingedrängt, die man in Le Mans "eigentlich nicht mal unbedingt will", sagt der LMDh-Projektleiter bei Porsche. "Und im Rennen war es dann die nackte Wahrheit, die wir irgendwie so ähnlich erwartet haben. Es hat auch nicht sehr viel gefehlt."

Das Rennen war für Porsche

Das Rennen war für Porsche "die nackte Wahrheit"

Foto: Motorsport Images

Was hat es am Ende für den Sieg oder zumindest einen Platz auf dem Podium gebraucht? "Wir haben ein oder zwei Entscheidungen getroffen, die im Nachhinein falsch waren oder die wir in Zukunft anders treffen würden", gibt Kuratle zu, der auch berichtet, dass Porsche etwas Pech mit den Slowzones hatte. "[Aber] das haben alle ungefähr plus minus gleich viel über 24 Stunden."

Anders als die Konkurrenz konnte Porsche diesen Zeitverlust aber nicht mehr so einfach wettmachen. "In der Summe hat es nicht gereicht, dass wir uns durch diese Unwegsamkeiten, die es halt einfach gibt in Le Mans, immer wieder nach vorne kämpfen können", so Kuratle. "Das musst du können. Wenn du es nicht kannst, dann 'gherst da Katz' [gehörst du der Katze], wie wir Schwaben sagen."

Viele kleine Fehler, aber nichts Gravierendes

Zu den wenigen Strategiefehlern bei Porsche gehört ein später Wechsel auf die Regenreifen, kurz nach Mitternacht. "Wir haben viele gute strategische Entscheidungen getroffen, aber zur Rennmitte einmal richtig falsch gelegen", sagt Michael Christensen, der im Porsche #5 (Campbell/Christensen/Makowiecki) den sechsten Platz erreichte. "Wir sind bei zu viel Wasser auf der Strecke zu lange mit Slicks draußen geblieben."

Im Regen traf Porsche mindestens einmal die falsche Entscheidung

Im Regen traf Porsche mindestens einmal die falsche Entscheidung

Foto: Motorsport Images

"Das müssen wir anschauen, was hätte, wäre, wenn", gibt Porsche-LMDh-Leiter Kuratle zu. "Dann kannst du dir selber in den Schwanz beißen, was du besser anders gemacht hättest." Insgesamt sei es aufgrund der Länge der Strecke allerdings schwierig gewesen, die optimale Reifenwahl herauszufinden.

Und: "Ich glaube nicht, dass das der ausschlaggebende Punkt war", spielt der frühere Chefmechniker des BMW-Sauber-F1-Teams auf die verpasste Siegchance an. "Wir haben wahrscheinlich gleich viele Punkte wie letztes Jahr, aber einfach kleinere, die wir mitnehmen und anschauen müssen, weil da gibt es schon noch einiges, was nicht gut ist."

"Gleichzeitig müssen wir auch anerkennen, wie stark unsere Konkurrenz war", lobt Porsche-Pilot Christensen. "Wir haben eine bessere Vorstellung abgeliefert als im vergangenen Jahr. Aber es gibt noch einige Bereiche, in denen wir uns verbessern müssen."

"Gratulation an Ferrari, die haben es richtig gemacht", muss auch Kuratle anerkennen. "Dass wir alles geben müssen, damit wir da mitkommen, das haben wir natürlich schon früh gemerkt. Aber dass wir das nicht schaffen, das haben wir erst gegen Schluss gemerkt. Wir haben dran geglaubt und wir haben eine reelle Chance gehabt."

"Viel Kleinscheiß am besten in einem Auto"

Dabei kam Porsche allerdings auch zugute, dass sich alle Probleme auf ein einzelnes Auto beschränkten. Der Porsche #4 (Jaminet/Nasr/Tandy) kämpfte von Beginn an mit diversen Schwierigkeiten, bis es am Sonntagmorgen um 9:15 Uhr schließlich zum Unfall und dem vorzeitigen Ausfall kam.

"Der Unfall am Vormittag war das jähe Ende eines harten Rennens für uns", erinnert Nick Tandy. "Unsere Nummer 4 war ab dem Start gebeutelt von Strafen, Fehlern und Kontakten - total untypisch für uns."

 

"Kein Vorwurf an meinen Kollegen Felipe Nasr. Wer auf kalten Slicks auf einer noch feuchten Strecke fährt, fliegt extrem schnell ab. Solch ein Unfall ist nicht ungewöhnlich. Für uns ging Le Mans 2024 somit vorzeitig zu Ende. Wir sind sehr enttäuscht."

"Wenn du schon viel Kleinscheiß hast, dann hast du es am besten in einem Auto", ist Kuratle auch ein Stück weit erleichtert, dass ausschließlich der Porsche #4 von Problemen betroffen war. "Das hat zumindest funktioniert, weil der hat wirklich alles gehabt, was irgendwie an Problemen gab. Das Pech hat an denen geklebt."

"Verfügten nicht über das notwendige Tempo"

"Der vierte Platz, das Podium um eine Sekunde verpasst - das ist nicht das Ergebnis, für das wir angetreten sind", ärgert sich auch der viertplatzierte Kevin Estre, der sich am Donnerstag die Poleposition gesichert hatte. "Wir wollten gewinnen und sind auch ein gutes Rennen gefahren, mit nur einem Fehler bei der Reifenwahl in der Anfangsphase."

"Danach haben wir uns zurückgekämpft, verfügten aber insgesamt nicht über das notwendige Tempo, um in den Kampf um den Gesamtsieg eingreifen zu können", analysiert der Franzose. "Wir müssen weiter lernen und im kommenden Jahr stärker hierher zurückkommen."

"Wir haben zahlreiche Rad-an-Rad-Duelle erlebt, hinzu kam das wechselhafte Wetter", sagt Porsche-Sportchef Thomas Laudenbach. "Für die Fans war es sicherlich ein Genuss, für uns als Werksmannschaft nicht ganz so. Wir hatten uns mehr als Platz vier erhofft. Die Erlebnisse müssen wir erst einmal etwas sacken lassen und dann in die Analyse gehen. Denn eines ist klar: Porsche tritt in Le Mans an, um zu gewinnen."

"Wir hatten uns mehr vorgenommen", bilanziert auch Jonathan Diuguid, der Leitende Direktor bei Penske. Am Ende bleibt bei Porsche immerhin die Freude, dass "es deutlich besser lief als im vergangenen Jahr. Und noch etwas Positives: Unsere Mannschaft konnte recht viele Punkte in der Langstrecken-Weltmeisterschaft sammeln und unsere Spitzenposition festigen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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