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Warum der 2026er-Hypercar-Slickreifen von Michelin ein Profilmuster hat

Ein Muster auf den Slick-Reifen der 2026er-Generation von Michelin sorgt für hochgezogene Augenbrauen - Das Muster hat eine klare Kommunikationsfunktion

Warum der 2026er-Hypercar-Slickreifen von Michelin ein Profilmuster hat

Der Michelin-Slick mit Profilmuster der Generation 2026

Foto: Jakob Ebrey / LAT Images via Getty Images

Wer in dieser Saison einen genaueren Blick auf die brandneuen Reifen vom Typ Michelin Pilot Sport Endurance an den Hypercars wirft, dem wird etwas höchst Ungewöhnliches auffallen. Anstelle der traditionell glatten, glänzenden Oberfläche eines Rennslicks weist der Gummi für 2026 ein markantes, sichtbares Muster auf.

Eigentlich sollen Slickreifen die Kontaktfläche mit dem Asphalt maximieren. Das lässt viele Fans eine einfache Frage stellen: Warum hat ein Trockenreifen ein Profil? Hans Emmel, der zuständige Manager für die IMSA SportsCar Championship bei Michelin, bringt Licht in diesen radikalen technischen Ansatz.

"Was man hier sieht, ist das sogenannte Vision-Profilmuster. Und es soll genau das tun, was es im Moment tut", erklärt Emmel. "Es soll eine Diskussion darüber anstoßen, was in dem Reifen steckt - und das sind zu 50 Prozent recycelte und erneuerbare Materialien. Das ist ein Meilenstein für diese Art von Reifen im Langstreckensport."

Die neue Reifenreihe markiert einen massiven Nachhaltigkeitserfolg für den französischen Hersteller. Es gelang, eine beispiellose Menge an biobasierten und recycelten Komponenten zu integrieren, ohne dabei Abstriche bei der absoluten Performance zu machen. Das einzigartige, in den Reifen geätzte Muster ist eine direkte Anspielung auf das zukunftsweisende "Vision Concept"-Projekt von Michelin für nachhaltige Mobilität.

Wichtig ist: Es handelt sich hierbei nicht um einen profilierten Reifen für feuchte Bedingungen. Das Muster schließt komplett bündig mit der Lauffläche ab. "Das Muster kommt direkt aus der Gussform. Die Struktur, die man hier sieht, und das Material im Muster selbst sind absolut identisch mit dem restlichen Gummi der Lauffläche", merkt Emmel an.

Wie lange bleibt das Muster sichtbar?

Da das Design direkt in die oberste Schicht der Rennmischung geformt ist, beginnt es sich zu verändern, sobald das Auto die Box verlässt und die Reifen den extremen Kräften ausgesetzt sind. Je nach Streckenlayout und der Belastung weicht das Muster schnell der traditionellen, glatten Slick-Oberfläche.

"Wie bei jeder technischen Frage lautet die Antwort: Es kommt darauf an", sagt Emmel. "Es hängt von der Rennstrecke, der Belastung und vielen anderen Faktoren ab. Auf dem Daytona International Speedway nutzt sich dieses Muster auf der rechten, der stark belasteten Seite des Autos, ziemlich schnell ab."

"Auf der linken Seite dauert es vielleicht ein Drittel oder eine halbe Stint-Distanz. Man sieht dann eventuell noch eine Spur davon, aber spätestens am Ende des Stints ist es auf beiden Seiten des Autos verschwunden."

Auf dem Circuit de la Sarthe mit seinem gleichmäßigeren Reifenverschleiß war das Profil bereits nach drei Runden - inklusive einer Qualifying-Runde - komplett abgerieben.

Der heilige Gral: Mehr Performance, keine Kompromisse

Während die Optik des Reifens die Fantasie der Fans im Fahrerlager und in den sozialen Medien anregt, werden Rennreifen letztlich an Rundenzeiten und dem Gefühl der Fahrer gemessen.

Emmel bestätigt, dass die Entwicklungsarbeit - zu der auch intensive Testfahrten jeweils am Montag nach den Rennen in Sebring und Watkins Glen im vergangenen Jahr gehörten - genau das eingebracht hat, was die Topteams suchen.

"Es kann sich nicht alles nur um das Aussehen drehen. Die Performance zählt immer. Es ist uns gelungen, einen Reifen zu liefern, der ein verbessertes Aufwärmverhalten, eine konstantere Leistung und einen geringeren Verschleiß bietet. Das hat uns durchweg positives Feedback aus dem gesamten Fahrerlager eingebracht", betont er.

Jagd auf den Le-Mans-Rekord

Die Einführung dieser nachhaltigen Technologie falls für den Hersteller in einen monumentalen Moment. Vor den diesjährigen 24 Stunden von Le Mans steht Michelin offiziell bei 34 historischen Gesamtsiegen und teilt sich den absoluten Rekord mit dem langjährigen Rivalen Dunlop.

Da Michelin als Exklusivausrüster für die Topklasse der Hypercars antritt, steht ein weiterer Erfolg bereits vor dem Start fest. Wenn nach 24 Stunden die Zielflagge fällt, wird die Marke ihren 35. Gesamtsieg verbuchen - und damit die alleinige Führung in den Geschichtsbüchern des legendärsten Langstreckenrennens der Welt übernehmen.

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