WEC 2027: Ford holt Porsche und Acura-Piloten für LMDh-Programm
Ford verpflichtet drei bekannte Namen aus der IMSA SportsCar Championship für das WEC-Programm ab 2027 - So soll der Sieg bei den 24h Le Mans geholt werden
Ford LMDh
Foto: Ford Racing Technology
Mit der Verpflichtung von Matt Campbell, Nick Yelloly und Tom Blomqvist hat Ford Racing das Fahreraufgebot für den Einstieg in die Hypercar-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2027 komplettiert. Ziel ist der erste Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans seit 1969.
Die drei neu verkündeten Piloten ergänzen die bereits zuvor für das LMDh-Programm bestätigten Logan Sargeant, Mike Rockenfeller und Sebastian Priaulx. Außerdem hat Ford hinter den Kulissen große Namen wie Leena Gade geholt.
Matt Campbell bringt Titel sowohl aus der IMSA SportsCar Championship als auch aus der WEC mit. Der Australier war zuletzt Werksfahrer für Porsche Penske Motorsport. 2024 gewann er auf Porsche zusammen mit Felipe Nasr, Dane Cameron und Josef Newgarden die 24 Stunden von Daytona, beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2025 kam er mit Porsche als Gesamtzweiter ins Ziel und wurde im selben Jahr mit Porsche Meister in der IMSA.
Bereits 2021 hat er mit GPX Racing in der GT World Challenge Europe das 1000-km-Rennen von Paul Ricard gewonnen. Bei Ford soll Campbell eine Schlüsselrolle in der Fahrzeugentwicklung übernehmen.
"Ford hat eine lange Erfolgsgeschichte auf höchstem Niveau und in Le Mans - das ist etwas, das auch ich anstrebe, und ich glaube, dass Ford der richtige Ort ist, um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen", sagt der Australier.
Nick Yelloly wechselt mit einer ebenso beeindruckenden Bilanz zu Ford Racing. Der Brite blickt auf sechs erfolgreiche Jahre bis 2024 als BMW-Werksfahrer zurück, in denen er unter anderem die 24 Stunden vom Nürburgring 2020 und die 24 Stunden von Spa 2023 gewann. Beim historischen ersten Sieg des BMW M Hybrid V8 in Watkins Glen 2023 saß Yelloly ebenfalls im Cockpit.
Darüber hinaus holte er einen LMP2-Klassensieg in Le Mans. 2025 und 2026 startete er für Acura in der IMSA. Da Acura sein GTP-Programm Ende 2026 auf Eis legt, war er für die Saison 2027 verfügbar.
Hinzu kommt seine Erfahrung als Formel-1-Simulator- und Entwicklungsfahrer bei Racing Point beziehungsweise Aston Martin - ein Profil, das gerade in der Aufbauphase eines neuen Programms hilft. "Teil des Aufgebots zu sein, das das legendäre 'Blue Oval' zurück nach Le Mans bringt, ist eine große Ehre", so Yelloly.
Tom Blomqvist komplettiert das Trio. Der ehemalige IMSA-DPi-Champion und zweimalige Gesamtsieger der Rolex 24 von Daytona bringt zudem einen Sieg bei den 24 Stunden von Spa im Jahr 2018 mit.
Seine Vielseitigkeit über Prototypen, GT-Fahrzeuge und Formelwagen hinweg macht ihn zu einem wichtigen Baustein im Ford-Kader. "Teil dieses Projekts von Anfang an zu sein und die Entwicklung mitzugestalten, ist etwas ganz Besonderes", erklärt Blomqvist.
Testprogramm ab Mitte August
Derweil läuft die Arbeit am noch namenlosen LMDh-Boliden "Die Entwicklungsphase mit unserem 5,4-Liter-V8 zeigt bereits auf dem Prüfstand in Dearborn vielversprechende Ergebnisse", berichtet WEC-Hypercar-Programmleiter Dan Sayers. Die frühe Einbindung der drei Neuzugänge in die Simulatorarbeit sei ein enormer Vorteil:
"Sie alle haben eine nachgewiesene Fähigkeit, aus brandneuen Plattformen Leistung herauszuholen und das präzise technische Feedback zu liefern, das wir für die Feinabstimmung unserer hauseigenen Steuerungssysteme brauchen."
Ford Racing bestätigt, dass das Testprogramm auf der Strecke im August an verschiedenen Rennstrecken in Europa beginnen wird. Der Fokus liegt dabei auf Performance, Zuverlässigkeit, der Integration des Hybridsystems und der aerodynamischen Validierung unter Bedingungen, die die Anforderungen der WEC und der 24 Stunden von Le Mans, simulieren sollen.
Das Hypercar-Programm ist das Leuchtturmprojekt der neu strukturierten Organisation Ford Racing. Unter diesem Dach hat der Konzern seine weltweiten Motorsportaktivitäten zusammengeführt und Engineering, Marketing sowie Serienfahrzeug-Performance in einer Einheit gebündelt - mit dem erklärten Ziel, den Technologietransfer zwischen Rennstrecke und Straße zu beschleunigen. Das Projekt wird dabei mit einem hauseigenen Team betreut.
"Wir kehren nicht einfach nach Le Mans zurück, um dabei zu sein - wir kommen zurück, um um den Gesamtsieg zu kämpfen", stellt Mark Rushbrook, Global Director von Ford Racing, klar. Die endgültigen Fahrerpaarungen sowie der offizielle Name des Fahrzeugs werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.
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