WEC 2027: Ford verpflichtet Logan Sargeant für Hypercar-Programm
Anlässlich der Ford-Präsentation 2026 in Detroit wurde Logan Sargeant als einer der Ford-Werksfahrer für die WEC 2027 vorgestellt - Details zum Motor und mehr bekannt
Logan Sargeant ist neuer Ford-Werksfahrer im WEC-Programm für 2027
Foto: Ford/Fromeiras
Mit Blick auf den Einstieg von Ford in die Hypercar-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zur Saison 2027 wurde am Donnerstagabend in Detroit (USA) der ehemalige Formel-1-Pilot Logan Sargeant als einer der Werksfahrer vorgestellt.
Sargeant wird im kommenden Jahr zusammen mit den schon jetzt aktuellen Ford-Werksfahrern Mike Rockenfeller und Sebastian Priaulx den noch unbenannten LMDh-Boliden von Ford fahren. Dieser wird auf einem LMP2-Chassis von Oreca basieren. Vom Hypercar war beim Launch in Detroit noch nichts konkret zu sehen.
Sargeants Ernennung in das LMDh-Programm von Ford folgt auf einen überraschenden Auftritt beim WEC-Rookie-Test im November 2025 in Bahrain. Dort absolvierte der aus Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida stammende Ex-Formel-1-Pilot erste Runden in einem Ford Mustang GT3.
Laut Dan Sayers, Chef des Hypercar-Programms von Ford, bringt Sargeant "technische Raffinesse und Erfahrung in Autos mit viel Abtrieb mit, was für ein Programm dieser Größenordnung unerlässlich ist". Die Verpflichtung eines US-Amerikaners sei "eine Verbeugung vor Giganten wie Dan Gurney und A.J. Foyt", die im Jahr 1967 mit dem Ford GT40 Mk. IV bei den 24 Stunden von Le Mans siegreich waren.
Sargeant fuhr 2023 und 2024 für Williams in der Formel 1, wurde jedoch aufgrund ausgebliebener Ergebnisse inmitten seiner zweiten Saison entlassen. Seinen einzigen WM-Punkt holte er beim Grand Prix der USA 2023 in Austin, als er hinter Teamkollege Alex Albon nachträglich auf P10 gewertet wurde. Nachträglich deshalb, weil sowohl Lewis Hamilton (Mercedes) als auch Charles Leclerc (Ferrari) nach dem Rennen disqualifiziert wurden.
Sargeant wird neben Rockenfeller und Priaulx fahren
2025 sollte Sargeant eigentlich für IDEC Sport in der European Le Mans Series (ELMS) an den Start gehen. Das Programm wäre Teil eines Plans gewesen, der ihm für 2026 eine Rolle im LMDh-Programm von Genesis hätte einbringen können. Allerdings zog sich Sargeant noch vor dem ersten Rennen zurück.
Ende des Jahres 2025 kehrte Sargeant in den Rennsport zurück und bestritt die letzten beiden Runden der IMSA SportsCar Championship für das LMP2-Team PR1/Mathiasen, bevor er kurz darauf am WEC-Rookie-Test in Bahrain teilnahm.

Sebastian Priaulx, Mike Rockenfeller, Logan Sargeant
Foto: Ford
Während Sargeant im Langstreckensport noch vergleichsweise unerfahren ist, weisen seine 2027er Ford-Teamkollegen Mike Rockenfeller und Sebastian Priaulx einen reichen Erfahrungsschatz auf. Rockenfeller gewann im Jahr 2010 die 24 Stunden von Le Mans inmitten seiner langen Zeit als Audi-Werksfahrer, in der er unter anderem auch den DTM-Titel 2013 errang.
2024 stieß Rockenfeller zu Ford und fuhr 2025 zusammen mit dem mehrmaligen GTD-Pro-Rennsieger Priaulx den Mustang GT3 in der IMSA-Serie. Letzterer ist durch seinen Vater Andy Priaulx ebenfalls schon lange mit Ford verbunden. Andy Priaulx nämlich war von 2016 bis 2019 Teil des von Chip Ganassi geleiteten GT-Programms von Ford in der WEC.
Am Donnerstagabend in Detroit wurde außerdem bekanntgegeben, dass sowohl Rockenfeller als auch Priaulx in der ELMS-Saison 2026 in der LMP2-Klasse antreten werden, um sich auf das Hypercar-Programm 2027 vorzubereiten. Dabei wurde allerdings noch nicht verraten, für welches Team sie fahren werden und ob Ford operativ beteiligt sein wird.
Zu Sargeants Plänen für 2026 wurden noch keine Details genannt. Fest steht bislang nur, dass der 25-jährige US-Amerikaner am übernächsten Wochenende (24./25. Januar) für Era Motorsport in der LMP2-Klasse der 24 Stunden von Daytona an den Start gehen wird.
Ford enthüllt Motor für LMDh-Auto
Genau ein Jahr, nachdem Ford seine Pläne für die Rückkehr in die Topkategorie des internationalen Langstreckensports bekanntgegeben hat, hat die US-Marke nun wichtige Details zum Antriebsstrang seines LMDh-Boliden genannt. So hat man sich für einen 5,4-Liter-V8-Saugmotor entschieden, dessen von M-Sport getunte Version unter anderem bereits im Ford Mustang GT3 zum Einsatz kommt.
Wie bei allen anderen LMDh-Prototypen auch, so wird der Coyote-basierte Motor mit einer Standard-Hybrideinheit kombiniert. Diese wurde gemeinsam von Bosch, Xtrac und Williams Advanced Engineering entwickelt. Dan Sayers dazu: "Wenn man um drei Uhr morgens einen Ford die Mulsanne-Gerade entlangfahren hört, dann sollte man nicht auf das Emblem schauen müssen, um zu wissen, um was für ein Auto es sich handelt."

Der Motor für das Hypercar entsteht bei Ford zusammen mit Red Bull Powertrains
Foto: Red Bull Content Pool
Laut Ford wird der Motor vollständig im eigenen Haus entwickelt, wobei das Team in Dearborn, einem Vorort von Detroit im US-Bundesstaat Michigan, mit der Abteilung von Red Bull Ford Powertrains in Milton Keynes (Großbritannien) zusammenarbeitet.
Wie bereits verlautbart, wird Ford die operativen Aspekte seines Hypercar-Programms selbst übernehmen, anstatt mit einem anderen Team zusammenzuarbeiten. Das Rennteam wird seinen Sitz in einer neuen Fabrik in Banbury (Großbritannien) haben.
Sayers, der zuvor am Aufbau des Formel-1-Motorprogramms von Red Bull mitgewirkt hat, wird das Projekt leiten. Zu Sayers' bisherigen Erfahrungen im Langstreckensport zählt unter anderem die Zusammenarbeit mit Prodrive an den Aston-Martin-Projekten Vantage GTE und Vantage GT3.
Bislang hat sich Ford mit Blick auf 2027 nur zu einer Teilnahme an der Hypercar-Klasse der WEC verpflichtet. Anzeichen dafür, dass der US-Autogigant in den kommenden Jahren ein paralleles Programm in der GTP-Klasse der IMSA-Serie aufziehen könnte, gibt es bislang noch nicht.
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