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WEC-Fahrermarkt: LMP1-Feld steht, Änderungen bei Ferrari und Aston

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WEC-Fahrermarkt: LMP1-Feld steht, Änderungen bei Ferrari und Aston
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Co-Autor: Jamie Klein
13.08.2019, 16:00

Rebellion und Ginetta geben ihre WEC-Fahrer bekannt, bei Ferrari verschwindet ein prominenter Name und Aston Martin ändert eine jahrelange Erfolgspaarung

Das Fahrerfeld der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2019/20 nimmt endlich Form an. Drei Wochen vor Saisonstart wurden die wichtigsten Positionen besetzt, unter anderem stehen die Line-ups der privaten LMP1 nun fest. Aber auch bei Ferrari und Aston Martin gibt es Rochaden. Das Neueste vom WEC-Fahrermarkt.

Ginetta holt LMP1-Flüchtlinge und reaktiviert alte Bekannte

Die beiden Ginetta G60-LT-P1 sind endgültig besetzt: In der #5 wird Charlie Robertson in Silverstone durch Jegor Orudschew und Ben Hanley verstärkt. Beide haben bereits LMP1-Erfahrung: Orudschew pilotierte in der Saison 2018/19 einen SMP-Dallara. "Den AER-Motor kannte ich ja gut, aber das Ginetta-Chassis war eine Unbekannte. Doch es war beim Prolog eine angenehme Überraschung", sagt er.

Hanley ist seit Jahren Stammfahrer bei DragonSpeed und pilotierte vergangene Saison den LMP1-Dallara mit Gibson-Motor. Eigentlich wollte er sich mit DragonSpeed auf IndyCar konzentrieren, behält aber fürs Erste einen Fuß in der Sportwagenszene.

Im zweiten Auto bekommt Mike Simpson zwei Fahrer zur Seite gestellt, von denen man lange nichts mehr gehört hat: Chris Dyson und Guy Smith bildeten über mehrere Jahre in der American Le Mans Series (ALMS) ein schlagkräftiges Team.

Dyson schlug sich seit dem Aus der LMP1 in Nordamerika im Zuge des Zusammenschlusses zur IMSA SportsCar Championship 2014 mit Gelegenheitsjobs durch. So fuhr er von Midgets über Trans-Am bis zur NASCAR Xfinity bei einzelnen Rennen mit und trat bei den 12 Stunden von Abu Dhabi 2018 auf einem GT3-Aston-Martin in Erscheinung.

Smith hatte eigentlich seine Karriere als Bentley-Werksfahrer beim Blanpcain-Endurance-Rennen in Silverstone 2018 beendet, kehrt nun aber zurück. Beide haben durch die gemeinsamen ALMS-Jahre enge Verbindungen zu AER, deren Motoren den Lola unter Mazda-Banner damals antrieben.

Rebellion mit Menezes/Senna/Nato

Nach dem kurzfristigen Entschluss, das LMP1-Engagement auf ein Fahrzeug zu verkleinern, hat Rebellion Racing nun die Fahrer für den verbliebenen R13 bekannt gegeben: Gustavo Menezes, Bruno Senna und Norman Nato werden den LMP1-Boliden steuern.

Rebellion schaffte sich mit der Verkleinerung ein Luxusproblem, weil man nun zu viele Fahrer unter Vertrag hatte. Felipe Nasr und Nathanael Berthon waren ebenfalls für die Saison vorgesehen. Die Fahrerwahl fiel deshalb anhand der Performance, dem Budget und dem Zusammenspiel der einzelnen Fahrer untereinander.

Nato, der noch bis 2017 eine Monoposto-Karriere verfolgte, soll Teambesitzer Alexandre Pesci beim Prolog sehr überrascht haben. Er fuhr mit Racing Engineering 2018 in der europäischen Le-Mans-Serie (ELMS) und sprang bei einzelnen WEC-Läufen für G-Drive Racing und TDS Racing in der LMP2-Klasse ein. Bei den 24 Stunden von Le Mans 2020 will Rebellion Racing wieder zwei Autos an den Start bringen.

Damit ist nun auch offiziell, was die Spatzen bereits von den Dächern pfiffen: Andre Lotterer wird erstmals in der Geschichte der WEC nicht als Stammfahrer dabei sein.

Trotz Rennverschiebung: Bird kein AF-Corse-Stammfahrer

Miguel Molina wird neuer Stammfahrer im AF-Corse-Ferrari #71 und damit Teamkollege von Davide Rigon. Molina ersetzt damit Sam Bird, dem das Formel-E-Engagement bei Virgin zum Verhängnis wird. Zwar hat die WEC aufgrund der Verschiebung der 6 Stunden von Spa-Francorchamps 2020 eine Terminkollision mit der Formel E aufheben können, doch die anderen beiden Kollisionen bestehen weiter.

Sam Bird, Davide Rigon, Miguel Molina

Miguel Molina war bislang dritter Fahrer bei AF Corse, jetzt wird er befördert

Foto: LAT

Es ist unklar, ob die Formel E diese beiden Termine wie geplant wahrnehmen wird, aber die theoretische Möglichkeit besteht weiter. "Wir mussten eine Entscheidung treffen, weil wir bis Dienstag unsere Fahrer bei der FIA benennen mussten", sagt ein Ferrari-Sprecher gegenüber 'Motorsport.com'.

Was mit Sam Bird nun passiert, will Ferrari in Kürze bekanntgeben. Es ist wahrscheinlich, dass er dritter Mann für die 24 Stunden von Le Mans 2020 wird. Ob er darüber hinaus einige von Molinas GT3-Engagements übernimmt, wird sich noch zeigen.

Gunn und Turner ersetzen Lamy und Lauda

An neue Teamkollegen wird sich auch Paul Dalla Lana gewöhnen müssen. Der Kanadier bildete über Jahre hinweg eine schlagkräftige Paarung mit Pedro Lamy und Mathias Lauda. Seine neuen Teamkollegen heißen Darren Turner und Ross Gunn.

Turner, mittlerweile 45 Jahre alt, kehrt damit Vollzeit in die WEC zurück. Das Aston-Martin-Urgestein war in der "Supersaison" kürzer getreten und fuhr nur ein Teilzeitprogramm. "Das wird harte Arbeit, weil es die am heißesten umkämpfte Saison in dieser Kategorie sein wird", sagt er.

Gunn ist offizieller Aston-Martin-Junior und bestreitet eine ganze Reihe von GT-Rennen für die britische Nobelmarke. Der 22-Jährige bekommt nun die Möglichkeit, sich zu beweisen.

In der GTE Pro bleiben die Fahrerpaarungen unverändert: Nicki Thiim und Marco Sörensen bilden weiter den "Dane Train", Alex Lynn und Maxime Martin fahren in der #97. Auch die Porsche-Paarungen bleiben im Vergleich zu 2018/19 unverändert.

Weitere Co-Autoren: Gary Watkins. Mit Bildmaterial von Toyota Racing.

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Artikel-Info

Rennserie 24h Le Mans , WEC
Urheber Heiko Stritzke