Bol d’Or 2017: Das Rennergebnis in der Foto-Analyse

Die 24 Stunden von Le Castellet in der FIM Endurance Weltmeisterschaft, dem Bol d’Or, in der Analyse: Wir haben die Top-Ten, deutschen & deutschsprachigen Teams, sowie die prominentesten Ausfälle unter die Lupe genommen.

1. #94 GMT94 Yamaha, Yamaha: David Checa, Niccolo Canepa, Mickael di Meglio

1. #94 GMT94 Yamaha, Yamaha: David Checa, Niccolo Canepa, Mickael di Meglio
1/20

Fehlerfreies Rennen der Weltmeister, mit 27:07,784 Minuten an der Box die zweit-effizienteste Mannschaft. Selbst der Wechsel des kompletten Antriebsstranges hinten kostete nur rund drei Minuten. Allerdings: Dieses Problem kostete dem Yamaha-Schwester-Team von YART in der letzten Saison schon zwei Mal den Sieg, nun trat es bei GMT auf. Trotzdem: Saisonauftakt nach Maß und ein gewaltiger Schritt bereits in Richtung Titelverteidigung.

2. #13 WEPOL BMW Motorrad by penz13.com, BMW: Markus Reiterberger, Alessandro Alex Polita, Danny Webb

2. #13 WEPOL BMW Motorrad by penz13.com, BMW: Markus Reiterberger, Alessandro Alex Polita, Danny Webb
2/20

Einzeleinsatz für das Team von Rico Penzkofer. Die Sachsen kamen mit Markus Reiterberger, der in Le Castellet nach wie vor den EWC-Streckenrekord hält, und den beiden Mittlerweile-Road-Racern Alex Polita und Danny Webb nach Frankreich. Letztere Beide fuhren ihr erstes Langstrecken-Rennen und überzeugten stark. Probleme: Starter-Relais tauschen nach dem ersten Boxenstopp, Rückfall auf Platz 47. Dann gegen 7:30 Uhr Morgens ein gebrochener Auspuffhalter, später nach dem letzten Boxenstopp eine Ein-Minute-Strafe. Trotzdem: Der starke – und überraschende – zweite Platz.

#111 Honda Endurance Racing, Honda: Gregory Leblanc, Sebastien Gimbert, Yonny Hernandez

#111 Honda Endurance Racing, Honda: Gregory Leblanc, Sebastien Gimbert, Yonny Hernandez
3/20

Podestplatz auf der letzten Runde gesichert! Das Honda #111 Team hatte im Verlauf der 24 Stunden richtig viele Probleme in den Griff zu bekommen. Zunächst war da die Lederkombi von Hernandez, die sich einfach nicht verschließen lassen wollte. Der Kolumbianer borgte sich schließlich das Leder von Star-Gast Freddy Spencer und fuhr damit das Rennen zu Ende. Schließlich musste die Motordichtung links gewechselt werden, später gab es noch Elektronik-Probleme und die Verkleidung wackelte etwas lose herum. Den verloren geglaubten Podestplatz holte sich Sebastien Gimbert auf den letzten drei Runden zurück – es war das Duell des Rennens und nach 24 Stunden sicherte er dem Honda-Team den letzten Podestplatz um gerade einmal 0,989 Sekunden.

4. #48 Völpker NRT46 Schubert Motors by ERC, BMW: Stefan Kerschbaumer, Jan Bühn, Lucy Glöckner

4. #48 Völpker NRT46 Schubert Motors by ERC, BMW: Stefan Kerschbaumer, Jan Bühn, Lucy Glöckner
4/20

Starker erster EWC-Auftritt von Ingo Nowazcyks Team aus Oschersleben. Erstmals in die große Klasse aufgestiegen, wurden in Le Castellet über die Woche hinweg noch die Motorräder fleißig vorbereitet. Neu auch: Der einzige Deutsche, der je ein 24-Stunden-Rennen für Motorräder gewinnen konnte, Max Neukirchner, fungiert als Teammanager, Nowaczyk kümmert sich um die Technik. Und die Mannschaft schlug mit Stefan Kerschbaumer, Jan Bühn und Lucy Glöckner gleich kräftig ein. Besonders Glöckner bestimmte die Schlagzeilen, als sie auf den letzten Minuten direkt mit der #111 Honda um das letzte Treppchen kämpfte. Eine Gruppe zu Überrundender riss die Streithähne kurz vor Fallen der Zielflagge auseinander. Und auch wenn das Podest um 0,989 Sekunden verpasst wurde: Eine starke Leistung zum Einstand in der EWC. Und der Name Glöckner ist nun endgültig in aller Munde. Top: Beim ersten EWC-Rennen wurde das Oscherslebener Team mit 26:45,010 Minuten Stand-Zeit die absolut effizienteste EWC-Boxen-Mannschaft – geschlagen nur von einem Superstock-Team!

5. #21 IV Racing BMW CSEU, BMW: Karel Hanika, Fabrizio Lai, Julian Mayer, Martin Choy

5. #21 IV Racing BMW CSEU, BMW: Karel Hanika, Fabrizio Lai, Julian Mayer, Martin Choy
5/20

Endlich! Die Mannschaft von Viktor Noss und Amir Ghanem hatte bei einem 24er das verdiente Glück ein Mal auf ihrer Seite. Karel Hanika, Fabrizio Lai und Julian Mayer zeigten ein starkes Rennen, konnten die Pace der absoluten Rennspitze mitgehen. Einziges Problem war ein Kupplungswechsel, der Zeit kostete. Am Ende gab es Rang fünf – nur zwei Runden hinter dem Podest. Die 34:39,497 Minuten an der Box zeigen, dass ohne das Kupplungs-Problem ein Podest drin gewesen wäre.

6. #5 F.C.C. TSR Honda France, Honda: Josh Hook, Alan Techer, Freddy Foray

6. #5 F.C.C. TSR Honda France, Honda: Josh Hook, Alan Techer, Freddy Foray
6/20

Sicher in Führung liegend, warf sich die FCC-Honda selbst aus dem Rennen um das Treppchen und den Gesamtsieg. Nach 198 Führungsrunden, warf Alan Techer in der 21. Rennstunde die Hoffnungen auf den Sieg in den Südfranzösischen Beton-Kies. Die CBR wollte nicht wieder anspringen und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, ehe man zurück an der Box war und die Probleme beheben konnte. Aber das vordere Feld lag unglaublich eng beisammen, darum wurde man schnell zurück geworfen. Mit 31:36,497 Minuten Standzeit, war man locker in den Top-Drei, am Ende aber wurde es gerade so Platz sechs – mit 1,704 Sekunden Vorsprung auf sieben.

7. #2 Suzuki Endurance Racing Team SERT, Suzuki: Vincent Philippe, Etienne Masson, Gregg Black

7. #2 Suzuki Endurance Racing Team SERT, Suzuki: Vincent Philippe, Etienne Masson, Gregg Black
7/20

Vincent Philippe, Etienne Masson und Gregg Black rückten beim Saisonauftakt beim Bol d’Or erstmals mit der neuen Suzuki GSX-R1000RR aus. Diese hatte man bei den 8 Stunden von Suzuka von Yoshimura übernommen – und wollte den Vorjahres-Sieg in Le Castellet wiederholen. 120 Führungsrunden sprachen bereits dafür, dass die Rekord-Weltmeister da ein gehöriges Wort mit reden sollten. Doch dann begannen die Probleme. Immer wieder musste wegen Kleinigkeiten die Box angesteuert werden, in der 19. Stunden dann kam der Rückfall – und der Verlust des Podestes. Am Ende verpasste man auch noch den sechsten Platz um 1,704 Sekunden auf FCC Honda in der letzten Stunde.

8. #4 Tati Team Beaujolais Racing, Kawasaki: Julien Pilot, Kevin Denis, Julien Enjolras

8. #4 Tati Team Beaujolais Racing, Kawasaki: Julien Pilot, Kevin Denis, Julien Enjolras
8/20

Das Tati Team Baujolais Racing gewann in Le Castellet die Superstock-Wertung und feierte Gesamtrang acht – nur 33,201 Sekunden hinter SERT-Suzuki. Julien Pilot, Kevin Denis und Julien Enjolras bewiesen mit ihrer Kawasaki vor allem Eines: Ein Qualifying ist in der Langstrecke alles, aber nicht ausschlaggebend. Das Trio war von 23 aus los gefahren! Der Schlüssel zum Erfolg: Trotz Superstock-Reglement und ohne Schnellwechselanlagen stand das Tati-Team nur 23:30,372 Minuten an der Box – und war damit über 3 Minuten schneller als die beste EWC-Mannschaft von Völpker NRT. Auch Motorrad-Rennen können an der Box entschieden werden – und in diesem Fall bedeutet das weder Langeweile, noch etwas Schlechtes.

9. #33 Team 33 Accessoires - Louit Moto, Kawasaki: Corentin Perolari, Chris Leesch, Gabriel Pons

9. #33 Team 33 Accessoires - Louit Moto, Kawasaki: Corentin Perolari, Chris Leesch, Gabriel Pons
9/20

Platz 9 Gesamt, Rang 2 und Podest in der Superstock-Klasse. Corentin Perolari, Chris Leesch und Gabriel Pons lieferten ein solides, wenngleich auch nicht ganz problemfreies Rennen ab. In der Pace deutlich stärker als die Sieger, verlor man das Rennen nach Problemen und in der Box – 30:57,596 Minuten in der Box bedeuteten über sieben Minuten mehr als die Klassensieger.

10. #72 Junior Team Le Mans Sud Suzuki, Suzuki: Robin Camus, Cedric Tangre, Hugo Clere

10. #72 Junior Team Le Mans Sud Suzuki, Suzuki: Robin Camus, Cedric Tangre, Hugo Clere
10/20

Auch die Junior-Mannschaft von Suzuki hatte mit einigen Problemen zu kämpfen. Robin Camus, Cedric Tangre und Hugo Clere waren in der Pace nicht die Schnellsten und verloren auch noch 34:20,905 Minuten an der Box – rund 11 Minuten mehr als die Klassensieger.

16. #65 Motobox Kremer, Yamaha: Geoffroy Dehaye, Jan Viehmann, Emiiano Bellucci

16. #65 Motobox Kremer, Yamaha: Geoffroy Dehaye, Jan Viehmann, Emiiano Bellucci
11/20

Solides Rennen mit Hindernissen. Geoffroy Dehaye, Jan Viehmann und Emiliane Bellucci gingen vom 32. Startplatz aus ins Rennen. Die Mannschaft von Manfred Kremer arbeitete einmal mehr solide. Viehmann stürzte in der Nacht, doch konnten die Schäden schnell behoben werden. Am Ende gab es Platz 16 – nur 26,690 Sekunden hinter Rang 15.

17. #8 Bolliger Team Switzerland, Kawasaki: Roman Stamm, David Perret, Robin Mulhauser

17. #8 Bolliger Team Switzerland, Kawasaki: Roman Stamm, David Perret, Robin Mulhauser
12/20

Das Bolliger Team Switzerland musste für die neue Saison umbesetzen, denn Horst Saiger war abgewandert. Darum trat die Mannschaft von Hans-Peter „Hämpu“ und Kevin Bolliger in Le Castellet mit Roman Stamm, David Perret und Robin Mulhauser an. Die Pace stimmte für Top-Platzierungen, allerdings gab es eine Reihe von Problemen. Ein Öldruck-Sensor streikte und musste getauscht werden, hinzu kam ein Sturz von Perret in der Nacht. Alle Mühen der Mannschaft wurden am Ende mit Platz 17 und wenigstens ein paar WM-Punkten belohnt – obwohl sicher mehr drin gewesen wäre.

27. #55 National Motos, Honda: Emeric Jonchiere, Stephane Egea

27. #55 National Motos, Honda: Emeric Jonchiere, Stephane Egea
13/20

Helden-Medaille: Emeric Jonchiere und Stephane Egea waren eigentlich zusammen mit Damian Cudlin ins Qualifying gestartet, doch der Australier warf vor dem Rennen hin. Während das Team selbst noch nach einem Reserve-Fahrer aus dem Fahrerlager suchte, entschieden sich die beiden Franzosen von vornherein, die 24-Stunden-Tortur allein an zu gehen. Mit rund 2:17 Stunden Boxen-Zeit schaffte es das Duo auf dem 27. Platz ins Ziel und in die Wertung.

Prominenteste Ausfälle

Prominenteste Ausfälle
14/20

Ein 24-Stunden-Rennen bedeutet immer auch eine Materialschlacht, nicht selten entscheiden Cent-Artikel über Erfolg oder Niederlage. Beim Bol d’Or 2017 gingen insgesamt 59 Teams ins Rennen. Nur 29 kamen am Ende in die Wertung.

DNF - #9 TECMAS BMW, BMW: Kenny Foray, Julien da Costa, Camille Hedelin

DNF - #9 TECMAS BMW, BMW: Kenny Foray, Julien da Costa, Camille Hedelin
15/20

Nach 418 Runden und 15:18 Stunden Rennzeit war der Bol d’Or für Kenny Foray, Julien Da Costa und Camille Hedelin gelaufen. Die BMW S 1000 RR wurde mit kapitalem Motorschaden abgestellt. Die von BMW Frankreich unterstützte Mannschaft sah damit das Ziel nicht – und blieb weit hinter den Erwartungen von wenigstens Podest.

DNF - #99 WSB Endurance, Kawasaki: Danny Maertz, Thomas Hainthaler, Sascha Müller

DNF - #99 WSB Endurance, Kawasaki: Danny Maertz, Thomas Hainthaler, Sascha Müller
16/20

Wie viel Pech kann ein Team vertragen? WSB Endurance kann ein Lied davon singen! Danny Märtz, Thomas Hainthaler und Sascha Müller zeigten im Rennen selbst wieder einmal eine saustarke-Leistung, doch die Technik-Hexe schoss schon wieder quer. Nach 331 Runden – oder 12 Stunden und Halbzeit – kam das Aus. Motorschaden.

DNF - #7 YART Yamaha, Yamaha: Broc Parkes, Marvin Fritz, Kohta Nozane

DNF - #7 YART Yamaha, Yamaha: Broc Parkes, Marvin Fritz, Kohta Nozane
17/20

Wieder Pech für Mandy Kainz und sein YART Yamaha Team. Das Trio mischte im Kampf um den Sieg mit, als Kohta Nozane stürzte und bewusstlos am Streckenrand liegen blieb. Irgendwann schoss dem Japaner der Gedanke ein, das Motorrad an die Box zurückzubringen, wo er erneut mit Gehirnerschütterung zusammenbrach. Später gab er an, sich nicht daran erinnern zu können, wie er überhaupt das Bike zurück gebracht hatte. Er schrie aber „Elektronik, Elektronik“. Broc Parkes und Marvin Fritz versuchten weiter zu fahren, doch die R1 verzeichnete einen überwiegenden Totalausfall der Elektronik, die nur ab und an einsetzte. Schließlich entschied das Team, dass ein sinnvolles Weiterfahren – und dann noch zu zweit – zu gefährlich sei. Das Boxentor wurde nach 153 Runden und 5:39 Stunden Rennzeit heruntergelassen.

DNF - #90 Team LRP Poland, BMW: Bartlomiej Lewandowski, Jaroslav Cerny, Pawel Szkopek

DNF - #90 Team LRP Poland, BMW: Bartlomiej Lewandowski, Jaroslav Cerny, Pawel Szkopek
18/20

Nach den teilweise desaströsen Rennen in der letzten Saison, stellte die LRP-Mannschaft aus Polen neu auf, doch Bartlomiej Lewandowski, Jaroslav Cerny und Pawel Szkopek sahen das Ziel nicht. Mehrfach versuchte die Mannschaft noch wieder ins Rennen zu gehen, doch als nach fast 7:30 Stunden Rennzeit erst 104 Runden auf der Uhr standen, ließ man das Boxentor herunter.

DNF - #11 Team SRC Kawasaki, Kawasaki: Mathieu Gines, Randy de Puniet, Fabien Foret

DNF - #11 Team SRC Kawasaki, Kawasaki: Mathieu Gines, Randy de Puniet, Fabien Foret
19/20

Frühes Aus für das Team SRC Kawasaki. Eigentlich ein Garant für Siege – wenigstens Podeste – bei den beiden 24-Stunden-Klassikern, musste die Mannschaft von Gilles Staffler bereits nach 34 Minuten die Abmeldung bekannt geben. Randy de Puniet war den Start gefahren und bereits auf der Einführungsrunde qualmte die ZX-10RR. De Puniet übernahm die Führung – und die folgende Konkurrenz etwas Abstand. Schließlich steuerte er die Box an, wo ein Kolbenschaden festgestellt wurde. Mathieu Gines und Fabien Foret kamen erst gar nicht zum Einsatz.

DNF - #100 Hertrampf Racing GmbH, Ducati: Oliver Skach, Dominik Vincon, Marco Nekvasil

DNF - #100 Hertrampf Racing GmbH, Ducati: Oliver Skach, Dominik Vincon, Marco Nekvasil
20/20

Ebenfalls frühes Aus für das Projekt von Denis Hertrampf. Mit einer Panigale nahmen Oliver Skach, Marco Nekvasil und Dominik Vincon den Bol d’Or in Angriff, allerdings kamen die letzten beiden gar nicht erst zum Einsatz. Skach kam nach 14 Runden an die Box – Aus mit schleichendem Lagerschaden. Kein Grund aber zur Besorgnis: Hertrampf will das Engagement weiter führen.

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Über diesen Artikel
Rennserien FIM Endurance
Veranstaltung Bol d'Or
Rennstrecke Circuit Paul Ricard
Artikelsorte Fotostrecke
Tags 24 stunden, bol d’or, fim endurance, langstrecke, langstrecken-weltmeisterschaft, le castellet