Intact über Triumph: "Wird sicher einen guten Klang haben"

Die Chassis-Hersteller, die Teams und die Fahrer begrüßen den Wechsel von Honda zu Triumph – Der neue Dreizylindermotor sorgt 2019 in der Moto2 für frischen Wind

Nach neun Jahren mit den Honda-Einheitsmotoren endet im November 2018 diese erste Ära der Moto2-Geschichte beim Saisonfinale in Valencia. Ab 2019 wird in der mittleren Klasse mit Triumph-Einheitsmotoren gefahren. Diese haben mehr Hubraum als die betagten CBR600-Triebwerke, dafür aber einen Zylinder weniger. Fahrer, Teams und Chassis-Hersteller freuen sich auf die neuen Aggregate und die damit verbunden Herausforderungen.

"Es ist absolut richtig, dass in der Moto2 ein frischer Wind weht", kommentiert Kalex-Konstrukteur Alex Baumgärtel im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "In den vergangenen Jahren wurde ziemlich viel probiert. Die Luft wurde immer dünner. Es tut der Meisterschaft gut, wenn bei Null angefangen wird. Das macht es auch für uns spannend. Das ist positiv."

Intact-Teamchef Jürgen Lingg freut sich ebenfalls auf die bevorstehende Herausforderung: "Es ist eine gute Entscheidung. Die Teams haben eine neue Herausforderung. Technik fasziniert uns. Das aktuelle Material kennen wir in- und auswendig. Es ist keine Herausforderung mehr. Die Karten werden neu gemischt. Es wird spannend. Wir freuen uns darauf", betont der Deutsche, der von den Eckdaten des Triumph-Motors sehr angetan ist. Den Wechsel vom hochdrehenden Vierzylindermotor zum drehmomentstarken Dreizylinder begrüßt er.

"Ich mag das Motorkonzept. Der Dreizylindermotor wird sicher einen guten Klang haben. Zudem hat er sicher mehr Drehmoment. Das fehlt uns im Moment ein bisschen", vergleicht Lingg, der sich auch auf die neuen Möglichkeiten bei der Elektronik freut. Magneti Marelli wird ein System stellen, das Fahrhilfen beinhaltet. Die Ingenieure werden also deutlich mehr Arbeit haben als aktuell.

"Wir freuen uns riesig darauf. Wir können es kaum erwarten, bis wir die Software in die Finger bekommen. Wir haben kompetente Leute im Team für solche Sachen", bemerkt Lingg, der gespannt ist, welcher Chassis-Hersteller in der zweiten Ära der Moto2 das Rennen machen wird.

"Es kann sein, dass ein Hersteller ins Schwarze trifft. Wir können nicht mehr machen, als uns die Konzepte anzuschauen und dann abzuschätzen, was am besten funktioniert", erklärt der Teamchef von Marcel Schrötter und Sandro Cortese, der aktuell auf Suter setzt.

Abschließen prophezeit er: "Es wird definitiv teurer. Wir müssen ein bisschen aufstocken. Es ist schwierig, das zu prophezeien", grübelt er. Auch Chassis-Hersteller Kalex muss investieren, um das Projekt voranzubringen. Dass damit die Dominanz enden könnte, besorgt die Deutschen aber nicht. Bereits im November soll das erste Rollout erfolgen. Maximal zehn Testtage sind gestattet. "Ich finde es sehr gut, dass es eine Reglementierung gibt. Damit hat jeder die gleiche Basis", bemerkt Baumgärtel.

Die ersten Testmaschinen bekommen Standardmotoren mit Serien-ECU und –Kupplung. "Die Motorspezifikation ist bei weitem noch nicht so wie das, was uns 2019 erwartet. Die Ölwanne ist aber bereits final, sodass wir eine Auspuffanlage entwickeln können. Für den Anfang muss das reichen, um die Grundgeometrie und Balance zu entwickeln", schildert der Kalex-Verantwortliche.

"Final bekommen wir die Motoren erst im Februar 2019. Die fertige ECU bekommen wir vermutlich Mitte 2018, wenn überhaupt. Das ist noch nicht genau geklärt", kommentiert Baumgärtel, der stressige Zeiten durchmacht. "An den Wochenenden sind wir bei den Grands Prix. Es ist eine Herausforderung für die kleinen Hersteller – Suter, Speed Up und Kalex. Doch wir haben es in der Vergangenheit auch geschafft, als wir parallel in der Moto3 und in der Moto2 aktiv waren. Ich sehe kein Problem."

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