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Jürgen Lingg: Wie IntactGP die Corona-Krise gemeistert hat

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Jürgen Lingg: Wie IntactGP die Corona-Krise gemeistert hat
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21.06.2020, 06:28

Teamchef Jürgen Lingg spricht darüber, wie IntactGP die Corona-Krise überstanden hat - Großer Dank geht an Sponsoren, Partner und die Dorna

Die Corona-Krise und die abgesagten Rennen treffen wirtschaftlich vor allem die vielen Privatteams in der Motorrad-WM. Mit IntactGP gibt es in der Moto2-Klasse einen deutschen Rennstall, der zu den Spitzenteams zählt. Tom Lüthi und Marcel Schrötter sind die beiden Fahrer.

"Es gab natürlich am Anfang viele Fragezeichen", sagt Teamchef Jürgen Lingg im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Wie geht es weiter und geht es überhaupt weiter? Was machen unsere Sponsoren? Das hat mir schon Kopfzerbrechen bereitet."

"Es wird zwar nicht einfacher, aber wir überstehen es. Jeder muss seinen Teil dazu beitragen. Es ist klar, dass wir Kompromisse machen müssen. Im Großen und Ganzen werden wir es überstehen, aber man musste schon ziemlich viele Sachen regeln und organisieren."

Dass es bald Rennen gibt, ist sehr wichtig

Zunächst mussten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geklärt werden, denn ein Rennstall hat laufende Kosten. Vom Personal bis hin zur Teambasis in Memmingen."Ein großer Dank an unsere Partner. Das muss man wirklich eindrücklich sagen", lobt Lingg. "Sie haben so positiv reagiert und so viel Verständnis für uns aufgebracht, das kann man so gar nicht erwarten."

Jürgen Lingg

Austin 2019: Jürgen Lingg jubelte über den ersten Doppelsieg der Teamgeschichte

Foto: IntactGP

"Dass es jetzt einen Terminplan gibt und wir noch Rennen fahren, hilft uns natürlich sehr. Das ist ganz, ganz wichtig für uns. Es sind ungefähr zwei Drittel des Kalenders und so sieht auch unser Budget aus. Für große Sponsoren, wie zum Beispiel Liqui Moly, ist es sehr wichtig, dass wir fahren. Für sie ist es wichtig, dass wir im Fernsehen präsent sind."

Außerdem gab es von MotoGP-Promoter Dorna für die Privatteams im März eine finanzielle Soforthilfe und auch in den weiteren Monaten Unterstützung. Diese Beträge deckten ungefähr die Hälfte der monatlichen Fixkosten für IntactGP ab.

Für das Krisenmanagment der Dorna und die rasche Hilfe findet Lingg lobende Worte: "Hervorragend. Wie sie das gemanagt haben, Hut ab! Auch die Kommunikation und alles war echt super. Sie haben alles versucht und waren sehr professionell. Dafür sind wir echt dankbar."

Langfristige Planung mit Partnern und Sponsoren

Ab Juli sind wieder alle Mitglieder beim Team. Viele von ihnen sind Freiberufler. "Unsere festen Angestellten waren auf Kurzarbeit, aber jetzt ab Juli arbeiten wir wieder normal", bestätigt der erfahrene Teamchef. "Es ist nicht in jedem Land so gut organisiert wie in Deutschland."

Mit den Partnern plant IntactGP langfristig, um ihnen im kommenden Jahr mehr Gegenwert und Präsenz zurückzugeben, was derzeit nur eingeschränkt möglich ist. Aufgrund des Sicherheitsprotokolls dürfen Teams keine Gäste an die Strecke einladen.

Marcel Schrötter

Mit Marcel Schrötter fährt der einzige Deutsche im Feld für IntactGP

Foto: Intact GP/F. Glaenzel

Eine Hospitality wird es auch nicht geben. Speziell für kleinere Sponsoren ist es essenziell, dass sie das eine oder andere Rennen besuchen und ebenfalls Partner mitbringen können. Das wird in diesem Jahr nicht möglich sein, wodurch kleinere Sponsoren stärker betroffen sind als große.

Wie sich die Wirtschaftskrise langfristig auf den Motorradsport auswirken wird, bleibt abzuwarten. "Ich bin kein Ökonom, aber unsere Partner managen die Situation gut und sie werden sich erholen", denkt Lingg positiv. "Ich glaube schon, dass es die Motorrad- und Autoszene weiterhin geben wird."

"Die Budgets werden geringer, aber es wird weitergehen. Als es vor zehn Jahren den Börsencrash gab, hat man auch gedacht, die Welt geht unter, aber drei Monate später hat kaum noch jemand darüber gesprochen."

IntactGP zählt zu den Rennställen, die solide gemanagt und finanziell auf gesunden Beinen stehen. Bei anderen, kleineren Teams aus Spanien und Italien könnte die Situation prekärer werden. Noch musste kein Team zusperren, aber wie sich die Situation entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

"Das kann ich mir schon vorstellen", meint Lingg über die Möglichkeit, dass andere Teams ihre Pforten schließen könnten. "Ich hoffe natürlich, dass es alle überstehen, weil wir jedes Team brauchen. Aber ich denk schon, dass es für manche sehr schwierig wird."

Mit Bildmaterial von IntactGP/F. Glaenzel.

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Rennserie Moto2
Teams Dynavolt Intact GP
Urheber Gerald Dirnbeck