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Keine MotoGP-Chance: So reagiert Manuel Gonzalez auf die Entscheidung

Während Diogo Moreira 2026 in die MotoGP aufsteigt, bleibt Manuel Gonzalez außen vor - Spielte seine Nationalität eine Rolle in einem stark spanisch geprägten Feld?

Keine MotoGP-Chance: So reagiert Manuel Gonzalez auf die Entscheidung

Manuel Gonzalez erhielt für 2026 keinen MotoGP-Platz, Diogo Moreira schon

Foto: Gold Gold

Obwohl Manuel Gonzalez seit Jerez, dem fünften Saisonrennen, die Moto2-Weltmeisterschaft anführt, standen die MotoGP-Teams nicht Schlange, um ihm 2026 eine Chance in der Königsklasse zu bieten. Er durfte zwar nach dem Grand Prix in Aragon beim Montagstest für Trackhouse-Aprilia fahren, doch das Team betonte, dass dies kein Hinweis auf eine künftige Zusammenarbeit sei.

Im Sommer gab es zwar noch lose Gespräche mit Yamaha, doch zu einer konkreten Option kam es nicht. Somit wird Gonzalez auch im kommenden Jahr für das deutsche IntactGP-Team in der Moto2 antreten.

"Ich bin sehr glücklich, hier zu sein", betont der Spanier. "Jedes Mal, wenn man um den Sieg kämpfen kann, ist das etwas Positives. Ich freue mich also, hier zu sein. Wir haben versucht, in die MotoGP zu kommen, aber das ist nicht einfach."

"Ich werde bereit sein für alles, was in meiner Zukunft kommt. Nun, vor einem Jahr hatte ich eine kleine Gelegenheit mit Gresini, aber daraus wurde nichts. Ab diesem Moment hat sich meine Mentalität verändert."

"Ich habe mir gesagt: Okay, jetzt muss ich mich zu 100 Prozent auf das konzentrieren, was in meinen Händen liegt. Seitdem denke ich nur daran, auf die Strecke zu gehen, schneller zu werden, Siege zu holen und ein besserer Fahrer zu sein."

"Das war das ganze Jahr über mein Fokus: weiter pushen, ins nächste Rennen gehen und wie immer versuchen, den Sieg zu holen und um die Meisterschaft zu kämpfen. Dinge, die nicht in meinen Händen liegen, kann ich nicht beeinflussen."

Manuel Gonzalez

Manuel Gonzalez hat das IntactGP-Team auf die Erfolgsstraße geführt

Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images

"Natürlich denke ich außerhalb des Boxenalltags darüber nach, denn es ist mein Traum, dorthin zu kommen. Aber wie ich gesagt habe: Selbst wenn ich wieder in die 300er-Klasse zurückkehren würde, würde ich alles geben, um die Meisterschaft zu gewinnen."

"Und wenn ich in die MotoGP gehe, werde ich auch 100 Prozent geben. Also ja, ich werde einfach mit dem arbeiten, was ich habe." Gonzalez gewann im Jahr 2019 die Supersport-300-Weltmeisterschaft und ist seit 2022 in der Moto2.

Im Vorjahr gewann er mit dem Gresini-Team seinen ersten Grand Prix. In dieser Saison eroberte er mit IntactGP bislang vier Siege und insgesamt neun Podestplätze. Das Team hätte sich gefreut, wenn Gonzalez in die MotoGP gekommen wäre. Denn das wäre eine Belohnung für die gute Arbeit.

Gonzalez bleibt 2026 bei IntactGP in der Moto2

"Er ist wirklich eine Bereicherung für uns alle", lobt Teamchef Jürgen Lingg gegenüber MotoGP.com. "Wir sind sehr glücklich, dass wir ein weiteres Jahr mit ihm zusammenarbeiten können, denn die Stimmung, der Spirit - einfach alles ist wirklich hervorragend."

"Ich habe auch allergrößten Respekt davor, wie er akzeptiert hat, dass er keinen MotoGP-Platz bekommen hat. Für ihn war das Thema erledigt, und er hat gesagt: Jetzt konzentriere ich mich zu 100 Prozent auf die Moto2. Das ist extrem professionell. Wir sind mehr als zufrieden."

Manuel Gonzalez

Manuel Gonzalez ist in der Moto2-Klasse der erfolgreichste IntactGP-Fahrer

Foto: Mirco Lazzari gp/Getty Images

Denn somit bleibt der bisher erfolgreichste Fahrer in der Geschichte des IntactGP-Teams ein weiteres Jahr. "Ja, sein großes Ziel war natürlich die MotoGP, und wir haben wirklich versucht, ihn dabei zu unterstützen", betont Lingg.

"Wir haben ihm auch mehr Zeit gegeben, um etwas zu finden, denn es gab eine Option im Vertrag. Wir haben ihm also alle Zeit eingeräumt, die er brauchte. Am Ende hat es aber nicht geklappt. Wie gesagt, im ersten Moment war er etwas enttäuscht."

"Ich habe ihm gesagt, dass es vielleicht sogar besser für ihn ist, denn mit den neuen Reifen und den neuen Motorrädern kann ein Moto2-Fahrer im Jahr 2027 eine große Überraschung sein", so Lingg. Aktuell steht der Kampf um den Weltmeistertitel im Vordergrund.

Welche Rolle spielt der spanische Pass?

Nur ein Moto2-Fahrer steigt 2026 in die MotoGP auf: Diogo Moreira. Der Brasilianer wird für LCR-Honda fahren. Aktuell bahnt sich in der Moto2 ein WM-Duell an, denn Gonzalez hat nach seiner Disqualifikation in Indonesien nur noch neun WM-Punkte Vorsprung auf Moreira.

Moreira ist Brasilianer, und im nächsten Jahr kehrt die MotoGP erstmals seit 2004 wieder nach Brasilien zurück. Gonzalez ist Spanier und es gibt aktuell bereits neun MotoGP-Stammfahrer aus Spanien - fast die Hälfte des Feldes.

Deswegen steht die Frage im Raum, ob die Nationalität eine Rolle dabei gespielt hat, dass Moreira und nicht Gonzalez im nächsten Jahr in der MotoGP fahren wird. "Es stimmt", meint Marc Marquez. "Mit einem spanischen Pass ist es ein bisschen schwieriger, in die MotoGP zu kommen."

Diogo Moreira

Mit Diogo Moreira gibt es 2026 wieder einen brasilianischen MotoGP-Fahrer

Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images

"Aber wenn man ein außergewöhnlich talentierter Fahrer ist, dann schafft man den Sprung sofort. Das bedeutet nicht, dass Manu kein talentierter Fahrer ist. Aber die Tatsache, dass die meisten guten Verträge für das nächste Jahr bereits vergeben sind, macht die Situation zusätzlich schwierig."

"Er wird 2027 eine neue Chance bekommen. Vielleicht ist das sogar besser für ihn, denn dann steigen wir auf Pirelli um." Ist ein Spanier in den kleinen Klassen derart stark, dass an ihn kein Weg vorbeiführt, dann wird auch er in die MotoGP kommen.

Die jüngsten Beispiele waren Jorge Martin und Pedro Acosta. Martin meint: "Ich habe nicht das Gefühl, dass es jetzt schwieriger ist. Ich erinnere mich, als ich versucht habe, in den Rookies-Cup zu kommen - schon mit der spanischen Flagge war es komplizierter."

"Aber das hat mich besser gemacht, weil ich immer ganz vorne sein musste. Wenn man, wie es heißt, ein außergewöhnliches Talent ist, wird man es schaffen - unabhängig davon, welche Flagge man trägt. Aber manchmal ist es eben ein bisschen schwieriger."

Pedro Acosta, Marc Marquez, Jorge Martin

Drei Spanier: Pedro Acosta, Marc Marquez und Jorge Martin

Foto: Mirco Lazzari gp/Getty Images

Acosta glaubt, dass Gonzalez spätestens 2027 eine MotoGP-Chance erhalten wird, denn: "Am Ende sehen wir, wie schnell Manu in der Moto2 sein kann. Und ich denke, das wird ihn am Ende sogar stärker machen."

"Etwas mehr Erfahrung in der Moto2 zu sammeln und mehr Runden zu drehen, kann hilfreich sein. Auch die Strecken schon auf einem langsameren Motorrad kennenzulernen - wie im nächsten Jahr in Brasilien -, ist ein Vorteil. Ein MotoGP-Bike ist schließlich alles andere als einfach zu fahren."

Kann es Gonzalez Johann Zarco nachmachen?

Gonzalez' vorrangiges Ziel ist es, in diesem Jahr Moto2-Weltmeister zu werden und den Titel im kommenden Jahr erfolgreich zu verteidigen. Seit es die Moto2-Klasse seit dem Jahr 2010 in dieser Form gibt, ist es nur einem Fahrer gelungen, zweimal hintereinander Moto2-Weltmeister zu werden.

Das war Johann Zarco in den Jahren 2015 und 2016. "Wenn er in diesem Jahr um den Titel kämpfen und ihn gewinnen kann und das im nächsten Jahr wiederholt, wenn er das Positive daraus zieht und weiter an sich arbeitet, um persönlich Fortschritte zu machen, dann kann er sehr stark werden."

"Genau das habe ich 2016 gemacht", sagt Zarco. "Ich habe mir damals nicht allzu viele Gedanken um den Ruhm gemacht, den man in der MotoGP erlangen kann, weil mir gar nicht bewusst war, dass man dort Geld verdienen und Berühmtheit erlangen kann."

"Ich war davon völlig unberührt und habe mich einfach darauf konzentriert, gute Leistungen zu zeigen. Ich habe in meinem zweiten Titeljahr unglaublich viel gelernt, weil es nicht einfach war, ihn zu gewinnen. Und aus dieser Erfahrung heraus bin ich dann sehr stark in die MotoGP gekommen."

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