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Marcel Schrötter im Interview: "Ein Deutscher ist für die MotoGP wichtig"

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Marcel Schrötter im Interview: "Ein Deutscher ist für die MotoGP wichtig"
Autor:
13.07.2020, 06:04

Vor Jerez spricht Marcel Schrötter darüber, wie er die Corona-Pause verbracht hat, welche Ziele er für die kommenden Rennen hat und wie seine MotoGP-Chancen sind

Wenn die Motorrad-WM am kommenden Wochenende in Jerez (Spanien) gastiert, wird in allen drei Grand-Prix-Klassen nur ein Fahrer aus Deutschland dabei sein: Marcel Schrötter. Beim Moto2-Saisonauftakt im vergangenen März in Katar hat er mit einem siebten Platz begonnen. Seine Zielsetzung ist höher, wie er klar festhält.

Vor Jerez hat 'Motorsport.com' ausführlich mit Schrötter gesprochen. Wie hat er den Lockdown im Zuge der Corona-Krise verbracht? Wie bewertet er den weiteren Kalender mit 13 Rennen und wie stehen die Chancen, in Zukunft in die MotoGP aufzusteigen? Das und mehr lesen Sie im folgenden Interview.

Frage: "Marcel, wie geht es Ihnen momentan?"

Marcel Schrötter: "Mir geht es sehr gut. Ich habe die Zeit auch genossen. Anfangs war es schwierig, als wir nach dem Saisonstart nach Hause mussten. Man wusste nicht so wirklich, wie es weitergeht. Zunächst habe ich viel trainiert, aber dann war der Punkt erreicht, wo man einen Gang zurückgeschalten hat."

"Es wurden so viele Rennen abgesagt. Als es dann die ersten Lockerungen gab, habe ich mich mit Freunden getroffen. Wir waren eine kleine Gruppe. Wir haben im Garten gegrillt und solche Dinge gemacht. Man konnte auch mal was Essen ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich habe trainiert, aber es war auch entspannend."

Lange Zeit daheim: Eine neue Erfahrung

Frage: "Was nehmen Sie persönlich aus dieser Zeit mit? Man hatte auch Zeit, um Dinge zu tun, für die man sonst nie Zeit hat und die man immer verschiebt."

Schrötter: "Ja auf jeden Fall. In den vergangenen zehn Jahren war ich nie so viel zu Hause oder überhaupt so lange an einem Ort wie jetzt. Ich denke, so ging es jedem, dass man jetzt Zeit für Dinge in der Wohnung, im Garten oder im Keller hatte, die man sonst immer aufgeschoben hat. Ganz normale Sachen, die jeder angegriffen hat."

"Ich habe einiges erledigen können, ich habe mir ein kleines Fitnessstudio eingerichtet. Ich musste ja auch etwas machen. Den Keller habe ich komplett ausgeräumt, dort standen noch Kartons von Umzügen."

 

"In letzter Zeit, wo die Situation gelockert wurde, konnte ich auch wieder mehr Freunde treffen. Ich habe auch Leute getroffen, die ich schon länger nicht mehr gesehen hatte, weil ich nie viel zu Hause war. Deswegen war es früher oft auch schwer, hier in meiner Gegend neue Leute kennenzulernen."

"Es war schon cool, einfach mal zu Hause zu sein - auch vom Kopf her. Denn es gibt neben dem Rennfahren auch sehr viel anderes im Leben. Ich war zum Beispiel viel in den Bergen wandern. Ich konnte abschalten und habe auch neue Sachen gemacht. Ich habe diese Zeit wirklich genossen."

"Irgendwie wäre es schön, wenn die Winterpause drei Monate dauern würde. Denn dann könnte man von der ganzen Reiserei und dem ganzen Stress Abstand gewinnen."

Training mit verschiedenen Motorrädern

Frage: "In den vergangenen Wochen haben Sie wieder mit dem Training begonnen und sind mit den verschiedensten Motorrädern gefahren. Womit denn genau?"

Schrötter: "Ich habe mit Minibikes in Ampfing angefangen, mit Jonas zusammen. Dann bin ich mal Motocross gefahren und war dann zweimal mit der Yamaha R1 bei Trackdays. Gokart bin ich auch gefahren. Sonst habe ich es immer nur einmal im Jahr geschafft, Gokart zu fahren. Mit dem Rennrad war ich auch viel unterwegs."

Frage: "Ist es wichtig, dass man verschiedene Fahrzeuge bewegt, um auf unterschiedliche Art die Reflexe zu trainieren, als wenn man zum Beispiel ausschließlich Motocross fahren würde?"

Schrötter: "Ich denke schon. Man wird ein besserer Fahrer, wenn man verschiedenes macht. Bei uns ist das Problem, dass wir nicht regelmäßig mit unseren Rennmotorrädern trainieren können. Das wäre natürlich das Allerbeste, weil sich der Körper und die Muskeln daran gewöhnen."

 

"Man kann trainieren was man will, aber wenn man nach dem Winter zum ersten Mal auf das Rennmotorrad steigt, dann spürt man das nach zwei Tagen, weil man die Fliehkräfte und alles nicht so trainieren kann."

"Jeder macht natürlich ein etwas anderes Programm. Man muss das dann regelmäßig machen, weil es nichts bringt, alles mögliche ein, zweimal im Jahr zu machen. Ich möchte mich ja auch in diesem Bereich verbessern."

"Man muss im Rahmen bleiben und darf nicht 15 verschiedene Sachen machen. Man muss sich aussuchen, was für einen gut ist und was etwas bringt. Und das dann übers Jahr durchziehen. Wenn die Saison losgeht, wird Motocross normalerweise etwas zurückgeschraubt, weil es doch gefährlich ist."

Frage: "Ja, das Verletzungsrisiko bei Motocross hat man jetzt wieder bei Andrea Dovizioso gesehen. Aber Sie fahren ja auch viel mit dem Rennrad. Achten Sie bewusst darauf, auf weniger gefährlichen Straßen zu fahren, um das Unfall- und Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten?"

Schrötter: "Wenn ich hier bei mir in der Gegend fahre, dann suche ich mir schon Straßen aus, wo so wenig Verkehr wie möglich ist. Einerseits für die Sicherheit, aber es macht auch keinen Spaß, wenn ständig Autos an dir vorbeifahren. Deswegen fahre ich lieber mal einen Umweg als irgendwelche Bundesstraßen. Das macht keinen Spaß und ist auch gefährlich."

Ausblick Jerez: Wie startet man am besten nach der langen Pause?

Frage: "Blicken wir nach Jerez. Es gibt den kurzen Testtag am Mittwoch und dann geht es schon los mit dem Rennwochenende. Welche Aspekte werden für diesen 'Kaltstart' wichtig werden, damit man gut reinkommt?"

Schrötter: "Ich denke, dass man es nicht überstürzen darf und man nicht übermotiviert sein darf, weil es jetzt endlich losgeht. Es war eine extrem lange Pause. Ich will am Mittwoch in Ruhe anfangen zu fahren. Wir haben nicht viel Zeit, nur zweimal 40 Minuten."

 

"Ich will mich in Ruhe einschießen, wieder ans Motorrad gewöhnen und es nicht übertreiben. Man muss einen gewissen Plan haben, sich darauf einstellen. Mit dem Team müssen wir ordentlich vorbereitet sein, damit wir am Freitag bereit sind."

"Man braucht am Mittwoch keine Wunderabstimmungen ausprobieren, sondern wichtig ist, dass man wieder auf Tempo kommt. Damit man am Freitag eingeschossen ist, denn dann geht die richtige Arbeit los."

Frage: "In Jerez wird jetzt im Sommer gefahren. In Andalusien wird es deutlich heißer sein als beim Wintertest im Februar oder beim eigentlichen Renntermin Anfang Mai. Bestehen Sorgen, dass man das Set-up komplett ändern muss?"

Schrötter: "Sorgen nein. Ich habe mir schon die Temperaturen angesehen und teilweise waren schon 40 Grad Celsius dabei. Es wird schon eine Herausforderung. Ich bin gespannt, weil mir das in den letzten Jahren eher entgegen gekommen ist."

"Wenn bei den Wintertests die Temperaturen kühl waren und schnelle Rundenzeiten möglich waren, habe ich mir eher schwergetan. Klar, Wintertests sind anders, weil man drei Tage Zeit hat, um eine schnelle Runde zu fahren. Das sagt über die Pace nichts aus."

Marcel Schrötter

Beim Saisonauftakt in Katar kam Schrötter als Siebter ins Ziel

Foto: IntactGP

"Wenn wir dann im Mai dort waren, war ich immer besser dabei, obwohl ich mir auf dieser Strecke immer schwer tue. Deswegen bin ich gespannt und freue mich. Jerez hätte ich nicht unbedingt für den Neuanfang ausgesucht, aber wir können es nicht ändern."

Frage: "Es geht jetzt eben in Jerez los. Erstmals haben wir auch zwei Rennen auf einer Strecke. Wie bewerten Sie den Kalender insgesamt?"

Schrötter: "Insgesamt ganz okay. Nach Jerez geht es nach Brünn, dann zweimal nach Spielberg und dann sind zwei Wochen Pause. Wir sind in kurzer Zeit schon viel unterwegs. Aber ich finde es gut, dass wir noch so viele Rennen fahren können. Darüber dürfen wir uns nicht beschweren. Mit dem Kalender bin ich zufrieden."

"Es ist etwas schade, dass man zwischen den Rennen nicht nach Hause fahren darf und vor Ort bleiben muss. Man muss im Hotel oder im Fahrerlager bleiben. Aber vielleicht wird das nach den ersten beiden Spanien-Rennen etwas gelockert und man kann sich freier bewegen."

Attacke das Motto für die kurze Saison

Frage: "Mit Katar sind es dann 14 Moto2-Rennen. Wenn man um die WM kämpfen will, muss man eigentlich in jedem Rennen in der Spitzengruppe und in den Top 5 mitkämpfen. Ausfälle oder schlechte Rennen wird man sich kaum erlauben dürfen?"

Schrötter: "Ja auf jeden Fall. Es bringt aber auch nichts, auf Nummer sicher zu fahren. Ich glaube, man muss jedes Rennen auf Attacke fahren, um das Bestmögliche rauszuholen. Natürlich ist es das Ziel, am Ende vom Jahr in den Top 3 dabei zu sein."

"Auf der anderen Seite lautet mein Ziel, in diesem Jahr Rennen zu gewinnen. Ich will mir nicht zu viel Druck machen, aber ich weiß, dass die Zeit gekommen ist. Wenn ich eine MotoGP-Chance haben will, dann muss ich abliefern. Ganz einfach gesagt. Es heißt auf jeden Fall in jedem Rennen volle Attacke."

Frage: "Im nächsten Jahr wird, so wie es aussieht, nur Jorge Martin von der Moto2 in die MotoGP kommen. Es scheint, dass der Aufstieg immer schwieriger wird. Wie sehen Sie das?"

Schrötter: "Es hat sich schon viel bewegt, obwohl kein Meter gefahren wurde. Das war schon erstaunlich, auch mit Jorge Martin. Für mich nicht ganz optimal, es wäre besser gewesen, wenn wir ganz normal fahren hätten können."

Marcel Schrötter

Sachsenring 2019: Schrötter feierte beim Heimrennen den dritten Platz

Foto: LAT

"Ich weiß, dass ich nicht der Fahrer bin, um den sich die Teams reißen. Ich muss fahren und mich beweisen. Das müssen Podestplätze und eventuelle Rennsiege sein. Was mir helfen könnte ist, dass ein deutscher Fahrer für die MotoGP wichtig wäre."

"Auch die Dorna würde das sehr begrüßen. Wir sind in Kontakt. Aber klar, ohne super Resultate hilft das auch nichts. Deswegen muss ich mich beweisen und dann könnte es sein, dass sich irgendwo eine Türe öffnet. Viele Verträge sind nur für ein Jahr verlängert worden."

"Ich werde mein Bestes geben, mehr kann man nicht machen. Wenn es nicht reicht, dann reichts nicht. Ich weiß, ich bin ein guter Rennfahrer und fühle mich im Team wohl. Wenn ich es nicht schaffen sollte, dann würde ich in Zukunft Richtung Superbike schauen. Aber noch ist das nicht mein Ziel."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Moto2
Fahrer Marcel Schrötter
Teams Dynavolt Intact GP
Urheber Gerald Dirnbeck