Mit Fliege am Hals: Aron Canet verrät, worum es ihm dabei geht
Was die Fliege, die er im Parc Ferme und auf dem Podium trägt, mit seinen Tattoos zu tun hat, verrät Moto2-Pilot Aron Canet nun erstmals - MotoGP-Stars stehen ihm bei
Moto2-Pilot Aron Canet hat es sich im vergangenen Jahr zu eigen gemacht, immer dann, wenn er ein Rennen auf dem Podium beendet, eine Fliege um den Hals zu binden. Den Nachfragen, was es damit auf sich hat, wich der Spanier stets aus.
Eigentlich wollte Canet seinen ersten Moto2-Sieg abwarten, um das Geheimnis um die Fliege am Hals zu lüften. Wenngleich er in der mittleren WM-Klasse bislang noch kein Rennen gewonnen hat, verrät er jetzt trotzdem erstmals, worum es ihm mit der Fliege-Geste im Parc Ferme und auf dem Podium geht.
"Die Fliege ist ein Zeichen in Richtung einiger Leute innerhalb und auch außerhalb des Fahrerlagers, die mich diskriminiert haben, ohne mich zu kennen, nur weil ich Tattoos habe", wird Canet von der spanischen Zeitung 'AS' auf ihrem Online-Portal zitiert.
Das Geständnis tätigte Canet Ende September im Anschluss an den Grand Prix von Japan in Motegi. Dort war er nicht zum ersten Mal in seiner Moto2-Karriere in Führung liegend gestürzt. Und obwohl er eigentlich seinen ersten Sieg abwarten wollte, um das Geheimnis zu verraten, fühlte er nun doch die Zeit dafür gekommen.
Wegen Tattoos: Einige Teams haben Canet abgelehnt
Den Anfang nahm Canets ungewöhnliche Tradition des Tragens einer Fliege nach Podestplätzen in der Saison 2021. "Wir befanden uns damals in Gesprächen mit mehreren Teams aus unterschiedlichen Rennklassen. Einige von ihnen lehnten es ab, mit mir zusammenzuarbeiten, weil ich Tattoos habe", zeigt sich der Spanier verärgert.
Das Pons-Team, für das Canet seit 2021 fährt, hat mit Tattoos kein Problem, andere schon Foto: Motorsport Images
‘¿’Und im wohl ausdrucksstärksten Satz seines Geständnisses betont Canet: "Ob du Tattoos hast oder nicht, das macht dich genauso wenig zu einem besseren oder schlechteren Menschen wie wenn du eine Fliege trägst oder nicht."
MotoGP-Stars stehen Canet bei
Von Seiten der MotoGP-Stars bekommt Canet Unterstützung zugesprochen. WM-Spitzenreiter Fabio Quartararo sagt: "Klar, er hat jede Menge Tattoos. Ich weiß, dass es für ein paar Marken wichtig ist, keine Tattoos zu haben. Anderen ist es egal. Ehrlich gesagt kann ich beide Seiten verstehen."
Fabio Quartararo und Francesco Bagnaia haben selber Tattoos und stärken Canet Foto: Motorsport Images
Ducati-Pilot Francesco Bagnaia ist ein weiterer der zahlreichen Piloten im Fahrerlager der Motorrad-WM, die sich das eine oder andere Tattoo haben stechen lassen. Zum Fall Canet sagt er: "Ich finde es seltsam, dass es in der heutigen Zeit noch immer solche Probleme gibt. Ich verstehe es nicht, wie ein Team jemanden ablehnen kann, nur weil er viele Tattoos am Körper hat. Ob jemand viele Tattoos hat oder nicht, macht doch keinen Unterschied."
Und Enea Bastianini, der in der Moto3-Saison 2017 im Honda-Team Estrella Galicia der Teamkollege von Canet war, führt an: "Aron ist ein guter Kerl. Ich war sein Teamkollege und kann nur sagen, dass ich die Situation, in der er sich jetzt befindet, einfach nur seltsam finde."
Aron Canet ist entschlossen, den Aufstieg in die MotoGP-Klasse zu schaffen Foto: Motorsport Images
Mit Bildmaterial von Motorsport Images.
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