Moto2-Test: Enge Zeitabstände in Jerez, Bestzeit für Brad Binder

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Moto2-Test: Enge Zeitabstände in Jerez, Bestzeit für Brad Binder
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22.02.2019, 16:49

Der IRTA-Test in Jerez zeigt, dass die Moto2 mit Triumph-Motor schneller geworden ist, die Abstände bleiben aber eng - Marcel Schrötter ist als Elfter der beste Deutsche

Von Mittwoch bis Freitag hatten die Moto2-Teams im Rahmen des IRTA-Tests Zeit, sich in Jerez de la Frontera (Spanien) auf die Saison 2019 vorzubereiten. In der mittleren Klasse gibt es durch den neuen Dreizylindermotor von Triumph und besserer Elektronik von Magneti Marelli viele Veränderungen. Und der erste gemeinsame Test in diesem Jahr hat gezeigt, dass die Moto2 einerseits schneller geworden ist und andererseits die Abstände im Feld weiterhin sehr eng sind.

Schon am ersten Tag waren elf Fahrer schneller als die Pole-Position-Zeit von 2018 (1:41.925 Minuten). VR46-Pilot Luca Marini (Kalex) stellte am Mittwoch mit 1:41.146 Minuten die Bestzeit auf. Am zweiten Tag war es in Jerez sehr windig, wodurch der Fahrbetrieb etwas eingeschränkt wurde. Alex Marquez (Kalex) setzte sich mit 1:41.208 Minuten am Donnerstag an die Spitze. Und am finalen Tag war KTM-Fahrer Brad Binder mit 1:40.982 Minuten der Schnellste. Das war die Bestzeit an diesen drei Tagen.

Wie schnell die neue Moto2-Klasse geworden ist, zeigt ein Vergleich mit der MotoGP. Binders Bestzeit war nur um eine Zehntelsekunde langsamer als die Pole-Position-Zeit von Valentino Rossi aus dem Jahr 2004. Bisher war Binder mit der neuen KTM nicht zufrieden gewesen. Deshalb gab es bei diesem Test viele neue Teile. Gerüchten zufolge wurden drei verschiedene Chassis getestet. Von den Zeiten her agierten Kalex und KTM bei diesem Test wieder auf Augenhöhe.

Top 10 innerhalb von 0,4 Sekunden

Starke Rundenzeiten zeigte auch Sam Lowes an allen drei Tagen. Der ehemalige MotoGP-Fahrer fährt nun eine Kalex im Team von Fausto Gresini. Nur sieben Tausendstelsekunden fehlten dem Briten auf die Binder-Bestzeit. Positiv in Szene setzte sich Iker Lecuona als Dritter. Über den Winter hatte es viele Gerüchte um das Team von Fred Cormbinboeuf gegeben, das sich nun American Team nennt. In Jerez war man aber mit zwei KTMs dabei. Der zweite Fahrer ist Joe Roberts.

Sam Lowes

Sam Lowes fuhr mit seiner neuen Kalex konstant schnelle Runden

Die beiden Italiener Marini und Lorenzo Baldassarri (beide Kalex), die beide zum Kreis der WM-Anwärter zählen, beendeten diesen Test als Vierter und Fünfter. Die Donnerstagbestzeit von Marquez bedeutete im Gesamtergebnis Rang sechs. Bester Rookie war Nicolo Bulega (Kalex) als Siebter. Der Italiener bekam von VR46 trotz seiner enttäuschenden Moto3-Saison die Möglichkeit zum Aufstieg und übernahm den Platz von Weltmeister Francesco Bagnaia.

Bester Vertreter mit einem Speed-Up-Chassis war Jorge Navarro als Achter. Die Top 10 rundeten Remy Gardner (Kalex) und Moto3-Weltmeister Jorge Martin (KTM) ab. Somit waren drei KTM, sechs Kalex und eine Speed Up im Spitzenfeld zu finden. Die japanische Firma NTS ist in diesem Jahr wieder mit zwei Fahrern dabei. Bo Bendsneyder klassierte sich mit sechs Zehntelsekunden Rückstand an der 15. Stelle. Steven Odendaal war nicht in den Top 20 zu finden.

Marcel Schrötter der beste Deutsche

Der schnellste Deutsche war an diesen drei Tagen Marcel Schrötter. Er belegte im Gesamtergebnis Rang elf. Sein Rückstand hielt sich mit vier Zehntelsekunden in Grenzen. Schrötter fand am ersten Tag gleich einen guten Rhythmus und fuhr auch mit gebrauchten Reifen gute Zeiten. Lediglich der Wind am Donnerstag behinderte sein Testprogramm. Seine persönliche Bestzeit von 1:41.395 Minuten erzielte Schrötter am letzten Tag.

Marcel Schrötter

Marcel Schrötter fehlten vier Zehntelsekunden auf die Spitze

Die beiden weiteren Deutschen waren im hinteren Teil des Feldes zu finden. Lukas Tulovic, der im Kiefer-Team eine KTM fährt, hatte 1,2 Sekunden Rückstand. Das bedeutete Platz 26. Tulovic hatte bereits Anfang der Woche zwei zusätzliche Testtage in Jerez eingelegt gehabt. Und Moto2-Rookie Philipp Öttl (KTM) landete mit 1,7 Sekunden Rückstand an der 28. Stelle. Damit war Öttl aber schneller als sein Tech-3-Teamkollege Marco Bezzecchi, der nur Platz 30 belegte.

Lüthi und Aegerter im Mittelfeld

Bester Schweizer war Moto2-Rückkehrer Tom Lüthi. Der IntactGP-Teamkollege von Schrötter legte es nicht auf schnelle Rundenzeiten an. Es ging Lüthi darum, das richtige Gefühl und die Konstanz mit dem Motorrad zu finden. Mit seiner Crew wurden auch einige größere Änderungen vorgenommen. Mit einer halben Sekunde Rückstand belegte Lüthi Rang 14. Dominique Aegerter war die Speerspitze vom neuen MV-Agusta-Projekt. Er war der letzte Fahrer innerhalb einer Sekunde zu Binders Bestzeit. Das bedeutete in der hart umkämpften Moto2-Klasse Rang 20.

Dominique Aegerter

Dominique Aegerter landete mit der neuen MV Agusta auf Position 20

Im Laufe der drei Tage gab es auch einige Stürze, die allesamt glimpflich ausgingen. Kein Fahrer zog sich gröbere Verletzungen zu. Die Motorräder werden nun nach Katar transportiert, wo vom 1. bis 3. März der letzte IRTA-Test für die beiden kleinen Klassen auf dem Programm steht. Das Material bleibt anschließend für den Saisonauftakt am 10. März auch auf dem Losail International Circuit.

Gesamtergebnis der drei Tage in Jerez:
01. Brad Binder (KTM) – 1:40.982 Minuten
02. Sam Lowes (Kalex) +0,007 Sekunden
03. Iker Lecuona (KTM) +0,129
04. Luca Marini (Kalex) +0,164
05. Lorenzo Baldassarri (Kalex) +0,167
06. Alex Marquez (Kalex) +0,226
07. Nicolo Bulega (Kalex) +0,299
08. Jorge Navarro (Speed Up) +0,320
09. Remy Gardner (Kalex) +0,396
10. Jorge Martin (KTM) +0,403
11. Marcel Schrötter (Kalex) +0,413
12. Tetsuta Nagashima (Kalex) +0,435
13. Augusto Fernandez (Kalex) +0,490
14. Tom Lüthi (Kalex) +0,526
15. Bo Bendsneyder (NTS) +0,626
16. Xavi Vierge (Kalex) +0,643
17. Enea Bastianini (Kalex) +0,669
18. Joe Roberts (KTM) +0,724
19. Fabio di Giannantonio (Speed Up) +0,754
20. Dominique Aegerter (MV Agusta) +0,971
21. Andrea Locatelli (Kalex) +1,029
22. Simone Corsi (Kalex) +1,071
23. Stefano Manzi (MV Agusta) +1,079
24. Jake Dixon (KTM) +1,176
25. Steven Odendaal (NTS) +1,186
26. Lukas Tulovic (KTM) +1,265
27. Somkiat Chantra (Kalex) +1,336
28. Philipp Öttl (KTM) +1,690
29. Khairul Idham Pawi (Kalex) +1,747
30. Marco Bezzecchi (KTM) +1,774
31. Dimas Ekky Pratama (Kalex) +2,459
32. Xavier Cardelus (KTM) +2,579

Mit Bildmaterial von Motorsport Images

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Urheber Gerald Dirnbeck
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