Nur Absagen für Manuel Gonzalez: Sein Manager spricht über das Dilemma
Manuel Gonzalez führt die Moto2-Tabelle souverän an - Kein MotoGP-Team zeigte ernsthaftes Interesse - Sein Manager spricht über gescheiterte Verhandlungen
Trotz starker Leistungen in der Moto2 bleibt Manuel Gonzalez die MotoGP verwehrt
Foto: Gold Gold
In der MotoGP-Saison 2027 werden voraussichtlich fünf Rookies an den Start gehen. Vier von ihnen steigen aus der Moto2 in die Königsklasse auf. Drei davon sind bisher offiziell bestätigt.
David Alonso wird für Honda fahren, wobei noch offen ist, ob er den Platz im Werksteam erhält oder bei LCR platziert wird, falls Diogo Moreira vom Satellitenteam ins Werksteam befördert wird.
Daniel Holgado wird im nächsten Jahr für Gresini-Ducati fahren, und Izan Guevara wurde jüngst als Teamkollege von Toprak Razgatlioglu bei Pramac-Yamaha bestätigt. Razgatlioglus ehemaliger Superbike-Rivale wird ebenfalls in die MotoGP kommen.
Der Wechsel von Nicolo Bulega wurde zwar noch nicht offiziell bestätigt, doch er soll den Platz von Franco Morbidelli bei VR46-Ducati übernehmen. Umgekehrt soll Morbidelli Bulegas Platz im Ducati-Werksteam in der Superbike-WM erhalten.
Auch im Tech3-KTM-Team wird es einen Rookie geben. Günther Steiner hat die beiden IntactGP-Fahrer als seine Kandidaten genannt. Doch es zeichnet sich ab, dass nicht Manuel Gonzalez, sondern Senna Agius die Chance erhalten wird.
2025 führte Gonzalez lange die Moto2-Tabelle an und verlor den WM-Titel am Ende gegen Moreira. Auch in dieser Saison führt er nach 13 Rennen die WM-Tabelle an. Trotzdem wurde er von keinem MotoGP-Team ernsthaft in Betracht gezogen.
"Jede Verhandlung, die ich im Namen von Manu geführt habe, ist aus einem jeweils anderen Grund gescheitert", sagt sein Manager Edoardo Rovelli gegenüber GPOne.com.
"Für uns scheint angesichts der Situation die Chance, es in die MotoGP zu schaffen, immer geringer zu werden." Auf die Frage, ob die Situation mit einem anderen Pass als dem spanischen anders wäre, antwortet sein Manager: "Hundertprozentig."
Kein Interesse trotz gutem ersten Test mit Trackhouse-Aprilia
Bisher bekam Gonzalez einmal die Chance, ein MotoGP-Motorrad zu testen. Das war im Juni 2025 beim Montagstest im MotorLand Aragon. Da Ai Ogura damals verletzungsbedingt pausierte, ermöglichte Trackhouse-Aprilia diesen Testtag.
Damals wurde auch ausdrücklich betont, dass das eine einmalige Gelegenheit sei und sie sich aus der Situation durch Oguras Verletzung ergeben habe. IntactGP erlaubte Gonzalez diesen Testtag.
Obwohl er damals einen guten Eindruck hinterlassen hatte, zeigten die MotoGP-Teams anschließend kein richtiges Interesse an ihm. War es im Rückblick eventuell ein Fehler, diesen einen Testtag überhaupt zu machen?
Rovelli erzählt dazu eine interessante Anekdote: "Erst an diesem Wochenende habe ich mich mit Massimo Rivola zusammengesetzt und ihn um Rat zu bestimmten Dingen gefragt. Wir sehen uns von Zeit zu Zeit und unterhalten uns."
"Er hat mir etwas Interessantes erzählt: 'Weißt du, ich habe genau darüber erst vor Kurzem nachgedacht. Ich weiß nicht, ob dieser Test, den wir ihn machen ließen, ihm geholfen hat oder nicht, denn er hat einen unglaublichen Job gemacht. Wir hatten nicht erwartet, dass es so laufen würde.'

Manuel Gonzalez bei seinem Test mit Trackhouse-Aprilia in Aragon
Foto: Trackhouse
"Massimo hat mir erklärt, dass der Test sie überrascht hatte, weil Manu wirklich stark gewesen war. Und was ihn erstaunt hat, war, dass niemand, weder Honda noch Yamaha noch irgendjemand anderes, gefragt hatte, wie dieser Test verlaufen war."
"Niemand hatte um Informationen gebeten, niemand hatte tiefer nachforschen wollen. Wenn ich einen Fahrer auswählen müsste und herausfände, dass Yamaha ihn ein MotoGP-Motorrad testen ließ, würde ich nachfragen, wie der Test gelaufen ist."
"Stattdessen fehlt es meiner Meinung nach genau an dieser Verbindung und an dieser Fähigkeit, alle verfügbaren Informationen wirklich zu analysieren", findet Rovelli, der selbst Rennen bestritten hat, unter anderem in der Supersport-300-WM.
Absagen von Ducati und BMW in der Superbike-WM
Da sich in der MotoGP keine Türe öffnete, sah er sich in der Superbike-WM nach Möglichkeiten um. Es gab Gespräche mit Ducati über den durch Bulegas MotoGP-Wechsel freiwerdenden Platz, aber die Gespräche scheiterten am spanischen Pass.
"Im Fall von Aruba, so wurde mir gesagt, brauchte Ducati einen Italiener. Wenn man die vier Werksmotorräder in MotoGP und Superbike zusammen betrachtet, hatten sie bereits zwei Spanier in der MotoGP und Iker Lecuona in der Superbike-Klasse."
"Zu diesem Zeitpunkt konnten sie sich keinen vierten spanischen Fahrer erlauben, also entschieden sie sich, mit einem Italiener weiterzumachen. Das war der Grund", so Rovelli.
Zudem gab es auch von BMW eine Absage: "Die Erklärung, die mir gegeben wurde, ist, dass das Motorrad zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf dem Niveau von Manuel Gonzalez war. Sie mussten es zuerst weiterentwickeln."
"Und dann, eventuell, dieses Motorrad in Manus Hände legen. Mir wurde gesagt, dass sie weiter daran arbeiten möchten und dass sie sich vielleicht im nächsten Jahr wieder bei uns melden werden, wenn das Motorrad konkurrenzfähiger ist."
BMW wird im nächsten Jahr voraussichtlich mit Brad Binder als zweitem Fahrer antreten. Mit Miguel Oliveira und Binder wären zwei ehemalige KTM-Teamkollegen wieder vereint.
Da Ducati und BMW absagten, wird Gonzalez 2027 nicht in die Superbike-WM wechseln. "Es wäre interessant gewesen, mit Aruba in die Superbike-Klasse zu wechseln oder sich einem Werksteam wie BMW anzuschließen."
"Für Manu hätten das schöne Chancen sein können. Heute sehe ich jedoch keine ebenso vielversprechenden Möglichkeiten in der Superbike-Klasse. Es würde keinen Sinn machen, dorthin zu gehen, ohne ein konkurrenzfähiges Motorrad zu haben."
Aufgrund der Absagen in der MotoGP und in der Superbike-WM zeichnet sich ab, in welcher Serie Gonzalez im nächsten Jahr fahren wird. "Deshalb macht es heute mehr Sinn, in der Moto2 zu bleiben", so sein Manager.
"Die MotoGP scheint ein abgeschlossenes Kapitel zu sein, aber solange nicht alle Plätze für 2027 offiziell vergeben sind, werden wir weiter warten. Unsere Entscheidung wird jedoch wahrscheinlich sein, in der Moto2 zu bleiben."
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