Raul Fernandez übt Kritik am Ajo-Team: "Mir wurden Steine in den Weg gelegt"

Moto2-Vizeweltmeister Raul Fernandez ist der Meinung, dass er den WM-Titel verloren hat, weil er von seinem Team nicht zu 100 Prozent unterstützt wurde

Raul Fernandez übt Kritik am Ajo-Team: "Mir wurden Steine in den Weg gelegt"

Im Moto2-Titelkampf musste sich Raul Fernandez seinem Ajo-Teamkollegen Remy Gardner um vier WM-Punkte geschlagen geben. Im Rückblick meint Fernandez, dass er vom Team zu wenig unterstützt worden ist und deshalb verloren hat.

"Das Problem ist, dass wir niemanden hatten, der uns geleitet hat. Deshalb haben wir nicht die Krone", sagt Fernandez im Interview mit der spanischen Edition von 'Motorsport.com'. "Es ist klar, dass ich nicht der Weltmeister bin, aber moralisch habe ich etwas erreicht."

"Mit meinem Team meine ich meine Mechaniker. Ich hatte Glück, so eine spezielle Gruppe zu bekommen. Aber das Problem war, dass wir sehr unerfahren waren und uns niemand geleitet hat. Deshalb haben wir nicht die WM-Krone."

Das ist harte Kritik an Teamchef Aki Ajo, der eigentlich für seine gute Förderung von Nachwuchstalenten bekannt ist. Fernandez sieht das aber anders. Seiner Meinung nach wurde Gardner besser unterstützt und hat deshalb die WM gewonnen.

Raul Fernandez, Aki Ajo

Teamchef Aki Ajo mit Shootingstar Raul Fernandez

Foto: Motorsport Images

"Moralisch ist bewiesen, dass ich der stärkste Fahrer war. Ich hatte die meisten Siege, Poles und schnellsten Runden. Remy ist Weltmeister, weil er mehr Punkte gesammelt hat. Aber mit meinem Speed fühle ich mich moralisch als Champion."

Gardner gewann zwar "nur" fünf Rennen, aber der Australier hatte nur einen Ausfall. Fernandez schied dreimal durch Sturz aus. Auf die Frage, ob Gardner cleverer war, antwortet Fernandez: "Nein. Mir hat die leitende Hand gefehlt."

"Eine Hand, die mich warnt, bevor man wie als Kind über Steine stolpert. Eine Figur, die uns leitet und uns hilft zu gewinnen, und nicht eine Person, die uns Steine in den Weg legt, damit wir keinen Erfolg haben."

"Als Weltmeister ist es natürlich leicht zu sagen, dass man cleverer war, wenn man schon sechs Jahre in dieser Klasse war. Nein, er war nicht cleverer. Ihm wurden nur die wenigsten Steine in den Weg gelegt", ist Fernandez überzeugt.

Auf die Frage, ob ihm sein Team Steine in den Weg gelegt hat, antwortet er klar: "Ja. Jeder kann das verstehen wie er will, aber wir wissen es. Wir haben Blut und Wasser geschwitzt. Zu Saisonmitte haben wir gesprochen und alle [meine Mechaniker] hatten eine harte Zeit."

Raul Fernandez, Remy Gardner

Raul Fernandez und Remy Gardner lieferten sich das ganze Jahr ein Duell

Foto: Motorsport Images

"Als wir in Austin meinen Sieg gefeiert haben, gab es Leute in der Box, die nicht applaudiert und kein Wort gesagt haben", nennt Fernandez ein Beispiel. Bei diesem Rennen war Gardner gestürzt. "Wenn man um seinen Traum kämpft, dann braucht man Leute, die an einen glauben und dir nicht Steine in den Weg legen."

"Ich werde aber nicht in Details gehen. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Jahr. Wir haben uns gut verstanden und waren im gleichen Boot. Trotz all der Steine, die uns in den Weg gelegt wurden, haben wir als Rookie acht Rennen gewonnen. Das hat noch niemand zuvor geschafft."

Im nächsten Jahr fahren Gardner und Fernandez für Tech-3-KTM MotoGP. Anfang August wurde der Aufstieg von Fernandez bestätigt. Davor hatte es Gerüchte gegeben, dass er ins Yamaha-Satellitenteam wechseln könnte.

Im Rückblick meint Fernandez: "Ich hatte in meinem Moto2-Jahr einige schwierige Momente, weil Leute nicht an mich geglaubt haben. Deshalb hatte ich Zweifel an der Marke, aber im Endeffekt ziehen wir mit KTM an einem Strang. Ich bin sehr motiviert."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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