Wieder ein Moto2-Chassis weniger: RW-Racing wechselt von NTS zu Kalex

Nach vier Jahren exklusiver Zusammenarbeit trennt sich das niederländische Team von NTS - Die Coronavirus-Pandemie hat eine große Rolle gespielt

Wieder ein Moto2-Chassis weniger: RW-Racing wechselt von NTS zu Kalex
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Ende 2021 hat sich mit NTS ein weiterer Chassishersteller aus der Moto2-Klasse verabschiedet. Im kommenden Jahr gibt es nur noch Motorräder von Kalex, Boscoscuro und MV Agusta. GasGas baut kein eigenes Chassis, sondern tritt als Markensponsor auf.

NTS hat in den vergangenen vier Jahren exklusiv mit dem niederländischen RW-Racing-Team zusammengearbeitet. Bei NTS handelt es sich um eine relativ kleine japanische Firma, die 1970 gegründet worden ist. In den vergangenen Jahren hat man sich auf 3D-Laserdrucker für Metall spezialisiert.

Ab 2014 war das NTS-Chassis bei vereinzelten Rennen im Einsatz. Zudem gab es ein Engagement in der Moto2-Europameisterschaft, wo die Motorräder konkurrenzfähig wurden. Schließlich gab es ab 2018 die exklusive Zusammenarbeit mit RW-Racing.

Die Erfolge waren überschaubar. 2018 wurden acht WM-Punkte gesammelt, 2019 elf, 2020 22 und 2021 elf. Damit beendete NTS die abgelaufene Saison hinter MV Agusta auf dem vierten und letzten Platz.

Corona-Pandemie machte Austausch schwierig

"Wir haben dieses Projekt nun vier Jahre gemeinsam gemacht", sagt RW-Racing-Teammanager Jarno Janssen bei 'MotoGP.com'. "Es gab sehr gute Unterstützung von den Leuten in Japan." Aber die kleine NTS-Firma wurde von der Coronavirus-Pandemie stark betroffen.

Die japanischen Techniker konnten im Vorjahr nicht nach Europa reisen. Es gab keine neuen Teile und der einzige Austausch erfolgte über Videokonferenzen. In diesem Jahr war die Situation nicht viel besser.

Jesko Raffin

Auch der Schweizer Jesko Raffin fuhr das NTS-Chassis von RW-Racing

Foto: Motorsport Images

Die Grand-Prix-Kommission erlaubte im Frühling sowohl NTS als auch MV Agusta geringfügige technische Änderungen. Trotzdem blieben Erfolge aus. "Deshalb haben wir uns dazu entschieden, das Projekt einzufrieren", sagt Janssen. "Für die folgenden Jahre müssen wir eine Lösung finden."

Der ehemalige Rennfahrer bestätigt: "Wir werden im nächsten Jahr zu Kalex wechseln. Bei einem konkurrenzfähigen Motorrad gibt es konstante Entwicklung. Das konnten die Jungs in Japan für das nächste Jahr nicht für uns machen."

Im nächsten Jahr wird RW-Racing mit Barry Baltus sowie mit Zonta van den Goorbergh in der Moto2-Klasse an den Start gehen. "Als Team müssen wir unseren Fahrern konkurrenzfähige Motorräder zur Verfügung stellen. Das ist unser Job und müssen wir machen", so Janssen.

Das Kapitel NTS ist vorerst erledigt. In vier Jahren mit RW-Racing wurden zwei Top-10-Ergebnisse erzielt. Janssen will aber nicht ausschließen, dass in Zukunft die Zusammenarbeit mit NTW wieder aufgenommen werden könnte: "Ja, wenn man so eng zusammenarbeitet, dann kann man eine Türe nicht schließen. Momentan können wir die Zukunft nicht vorhersagen. Ich weiß nicht, ob es 2023 oder 2024 passieren wird. Schwierig zu sagen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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