Moto3-Disqualifikation: Leopard-Team widerspricht Kommissaren nach Urteil
Moto3-Fahrer Fernandez nach Motor-Siegel-Unregelmäßigkeiten disqualifiziert - Leopard bestreitet Manipulation - Team sieht keine Beweise für Vorteil
Leopard-Fahrer Adrian Fernandez wurde bei den ersten sechs Rennen disqualifiziert
Foto: Gold Gold
Am Freitag platzte im MotoGP-Paddock des Balaton Park die Bombe. Moto3-Fahrer Adrian Fernandez wurde bei den ersten sechs Rennen disqualifiziert. Bei der technischen Nachkontrolle wurden Unregelmäßigkeiten bei den Siegeln von zwei seiner Honda-Motoren festgestellt.
Das Leopard-Team legte Einspruch gegen die Entscheidung der Rennkommissare ein. Am Freitagnachmittag fand vor den FIM-Kommissaren, die für Einsprüche zuständig sind, eine mehr als zweistündige Anhörung statt.
Schließlich bestätigten die FIM-Kommissare für Einsprüche das ursprüngliche Urteil der Disqualifikation. Formell kann das Leopard-Team auch diese Entscheidung anfechten.
Laut FIM-Reglement besteht das Recht, Berufung vor dem International Court of Appeal (CAI) der FIM vor dem zuständigen Gericht des Kantons Waadt einzulegen. Eine Berufungserklärung muss innerhalb von fünf Tagen eingereicht werden.
Das Leopard-Team hat sich schriftlich zur Angelegenheit geäußert. Darin heißt es: "Leopard Racing nimmt die Entscheidung bezüglich der Motoren #810 und #811 sowie die daraus resultierende Änderung der Ergebnisse zur Kenntnis."
"Das Team ist respektvoll anderer Meinung als die getroffenen Schlussfolgerungen und bestätigt, dass es bereits alle nach den geltenden Vorschriften verfügbaren Verfahren eingeleitet hat, um seine Rechte und die seines Fahrers zu schützen."
"Gemeinsam mit den Rechtsberatern prüft das Team die nächsten Schritte." Außerdem betont das Team mit Sitz in Luxemburg, dass an den beiden Honda-Motoren keine technischen Modifikationen vorgenommen wurden."
"Leopard Racing hat stets in voller Übereinstimmung mit den technischen und sportlichen Vorschriften der Moto3-WM gehandelt und weist jeden Hinweis, dass ein Motor ohne Genehmigung geöffnet oder modifiziert wurde, entschieden zurück."
"Die technischen Inspektionen an vier Motoren haben kein unzulässiges Bauteil, keine leistungssteigernde Modifikation, kein nichtkonformes Teil und kein technisches Element identifiziert, das gegen die Moto3-Vorschriften verstößt."
"Darüber hinaus wurden die beim Grand Prix von Italien in Mugello eingesetzten Motoren umfangreichen technischen Überprüfungen unterzogen und als vollständig konform mit den geltenden Vorschriften bewertet."
"Der vorliegende Streit betrifft ausschließlich die Auslegung bestimmter Elemente des Motorversiegelungssystems sowie die aus diesen Beobachtungen gezogenen Schlussfolgerungen."

Der dritte Motor, der in Mugello verwendet wurde, wurde nicht beanstandet
Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images
"Leopard Racing ist der Ansicht, dass eine Reihe technischer und verfahrenstechnischer Fragen ungeklärt bleibt, darunter die Methodik zur Feststellung des behaupteten Verstoßes sowie die Verhältnismäßigkeit der verhängten Sanktionen."
"Es wird ferner darauf hingewiesen, dass kein Teamvertreter bei diesen Inspektionen anwesend war. Das Team ist der Auffassung, dass kein eindeutiger Beweis vorgelegt wurde, der belegt, ob und wann der behauptete Verstoß stattgefunden haben soll."
"Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass ein technischer oder sportlicher Vorteil erlangt wurde." Adrian Fernandez lag vor den Disqualifikationen auf Rang drei der WM und hatte zwei zweite Plätze erzielt.
"Leopard Racing wird seine Position mit Entschlossenheit und im Vertrauen auf die Korrektheit seines Handelns über alle verfügbaren Wege weiter verteidigen und dabei den beteiligten Sportinstitutionen vollsten Respekt entgegenbringen."
"Abschließend möchten wir unseren Fahrern, unseren Partnern, Sponsoren und Fans für ihr anhaltendes Vertrauen und ihre Unterstützung während dieses Prozesses herzlich danken."
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