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Moto3-Motor manipuliert: Leopard-Fahrer bei sechs Rennen disqualifiziert

Weil Siegel an zwei Honda-Motoren manipuliert wurden, wird Adrian Fernandez bei sechs Moto3-Rennen disqualifiziert - Update: Einspruch von Leopard abgewiesen

Moto3-Motor manipuliert: Leopard-Fahrer bei sechs Rennen disqualifiziert

Adrian Fernandez wurde bei den ersten sechs Moto3-Rennen disqualifiziert

Foto: Mirco Mirco

Ein Fahrer des Leopard-Honda-Teams wurde nachträglich bei sechs der ersten sieben Moto3-Rennen der Saison 2026 disqualifiziert. Es betraf Adrian Fernandez, den jüngeren Bruder von MotoGP-Fahrer Raul Fernandez.

Adrian Fernandez hatte ein erfolgreiches erstes Saisonviertel absolviert. Der Spanier beendete alle sieben Rennen in den Top 10. In Jerez und Le Mans stand er als Zweiter auf dem Podest. Zudem hatte er in Le Mans die Poleposition erobert.

Nun wurden Fernandez die Ergebnisse an den ersten sechs Rennwochenenden gestrichen. Bei der technischen Nachkontrolle wurden Unregelmäßigkeiten bei den Siegeln des Motors festgestellt.

Nach dem Moto3-Rennen in Le Mans beantragte Honda gemäß dem Standardverfahren die Entfernung der Siegel von der ersten Motorengruppe seiner Fahrer, die das Ende ihrer Einsatzdauer erreicht hatte.

Als die Siegel an allen Motoren entfernt wurden, stellte sich heraus, dass die Drahtsiegel am Motor Nummer 810 nicht dem standardisierten Versiegelungsverfahren entsprachen.

Der Technische Direktor der MotoGP und sein Team führten daraufhin eine weitere Untersuchung der tatsächlichen Versiegelungsaufkleber des Motors durch, die seiner Einschätzung nach ebenfalls Anzeichen von Manipulation aufwiesen.

Auf Grundlage der Feststellungen des Technischen Direktors zu den Siegeln sowie des offiziellen Berichts des Motorenherstellers wurde daher festgestellt, dass Motor Nummer 810 unbefugt geöffnet worden war.

Das stellt einen Verstoß gegen den Artikel 2.6.3.3 (Motorhaltbarkeit) sowie gegen den Artikel 3.3.2.2 (korrupte oder betrügerische Handlungen) des FIM-Reglements für die Motorrad-Weltmeisterschaft dar.

Zu Beginn des Rennwochenendes in Ungarn wurde Leopard von den Rennkommissaren zu einer Anhörung vorgeladen, bei der ihnen die Ergebnisse der Untersuchungen und das Strafmaß mitgeteilt wurden.

Der Motor Nummer 810 wurde von Adrian Fernandez bei den Rennwochenenden in Thailand, Brasilien, USA und Spanien verwendet. Als Konsequenz wird sein Motorrad bei diesen vier Grands Prix disqualifiziert.

Auch zweiter Motor von Leopard war manipuliert

Das war aber noch nicht das Ende der Angelegenheit. Nach dem Grand Prix von Italien wurden in Mugello einige Motoren angefordert, um zu überprüfen, ob sie den Bestimmungen des Moto3-Reglements entsprechen.

Nach dem Ausbau wurden die Motoren von Honda untersucht, um die Siegel zu überprüfen. Dabei wurde festgestellt, dass sowohl die Drahtsiegel als auch die Versiegelungsaufkleber am Motor Nummer 811 Anzeichen von Manipulation aufwiesen.

Motor Nummer 811 wurde unter Aufsicht der Technischen Kontrolle zur nächsten Veranstaltung nach Ungarn transportiert. Am 3. Juni wurde Motor Nummer 811 vom Motorenhersteller unter Aufsicht des Technischen Direktors zur Inspektion geöffnet.

Adrian Fernandez

In Jerez und in Le Mans war Adrian Fernandez Zweiter

Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images

Während dieses Verfahrens stellte der Motorenhersteller verschiedene Unregelmäßigkeiten fest, die darauf hindeuteten, dass Motor Nummer 811 verändert und somit geöffnet worden war.

Auf Grundlage der Feststellungen des Technischen Direktors zu den Siegeln sowie des offiziellen Berichts des Motorenherstellers wurde daher festgestellt, dass auch Motor Nummer 811 unbefugt geöffnet worden war.

Deshalb wurde Fernandez auch bei den beiden Rennen disqualifiziert, bei denen er diesen Motor verwendet hat. Das waren die Grands Prix in Frankreich und Katalonien. Damit wurde er abgesehen von Mugello bei allen Rennen disqualifiziert.

Da festgestellt wurde, dass die Siegel manipuliert wurden, gelten die betreffenden Motoren als überarbeitet. Das bedeutet in der Praxis, dass sie für das Motorenkontingent jeweils als zwei Motoren gewertet werden.

Einmal bei ihrer ersten Einführung und ein weiteres Mal nach der Manipulation der Siegel und den Anzeichen einer Überarbeitung. In einer Moto3-Saison darf jeder Fahrer sechs Motoren verwenden. Fernandez hat somit nur noch zwei übrig.

Update 19:30 Uhr: Das Leopard-Team hat gegen die Entscheidung der Rennkommissare Einspruch eingelegt. Zwischen 15:00 und 17:45 Uhr fand eine Anhörung vor den FIM-Kommissaren statt, die Einsprüche behandeln.

Das waren Stewart Higgs und Rezso Bulcso. Vom Leopard-Team waren Christian Lundberg und Didier Lambert anwesend. Außerdem MotoGP-Technikdirektor Danny Aldridge und Charlie Kirk. Honda entsandte Noriyuki Smimizu.

Die drei Rennkommissare, Simon Crafar, Andres Somolinos und Tamara Matko, waren ebenfalls dabei. Nachdem alle Seiten gehört wurden, trafen Higgs und Bulcso die Entscheidung, dass die Strafe gegen Leopard Racing aufrechtbleibt.

Auch ein Fahrer von Ajo-KTM disqualifiziert

In Ungarn wurde noch eine zweite Disqualifikation in der Moto3-Klasse offiziell bestätigt. Sie betraf eine KTM des Ajo-Teams, und zwar die von Brian Uriarte. Nach dem Rennen in Barcelona entsprach eine Ölprobe nicht dem vorgeschriebenen Öl.

Bereits im Laufe des Mugello-Wochenendes wurde das Team zu einer Anhörung bei den Rennkommissaren vorgeladen. Als schließlich auch die B-Probe vorlag und das Ergebnis bestätigte, kam es in Ungarn zur zweiten Anhörung.

Die Rennkommissare legten dem Team die Ergebnisse der Untersuchung vor und sprachen ihr Strafmaß aus. Uriarte wird vom kompletten Barcelona-Wochenende disqualifiziert. Der Spanier hatte das Rennen als Vierter beendet.

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