Moto3-Weltmeister Pedro Acosta: "Habe nicht alleine gewonnen"

Einen Rekord aufgestellt, einen anderen ganz knapp verpasst, und als Rookie direkt Weltmeister: Pedro Acosta über seine bewegte Debütsaison in der Motorrad-WM

Moto3-Weltmeister Pedro Acosta: "Habe nicht alleine gewonnen"

Auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia findet am Sonntag das letzte Rennwochenende der Motorrad-WM 2021 statt. In der Moto3-Klasse kann Pedro Acosta das Finale beruhigt angehen, steht er doch vorzeitig als Weltmeister fest.

Acosta genießt damit den gleichen Luxus wie Fabio Quartararo, der seinerseits in der MotoGP-Klasse bereits als Weltmeister 2021 feststeht. Acosta fixierte den Moto3-Titel am vergangenen Wochenende in Portimao, wobei ihm das kontrovers diskutierte Manöver von Darryn Binder gegen Dennis Foggia in der letzten Runde in die Karten spielte.

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Die Umstände, wie die WM-Entscheidung gefallen ist, sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Acosta eine souveräne Saison hingelegt hat. Schließlich war es für den gerade mal 17-jährigen Spanier die erste Saison auf WM-Bühne. In dieser hat er sechs Rennen gewonnen und als Rookie den WM-Titel.

Moto3-Weltmeister 2021: Pedro Acosta

Für das Ajo-Team fährt Acosta auch 2022, dann aber in der Moto2-Klasse

Foto: Motorsport Images

Schon seit Wochen hat Acosta seinen Vertrag für den Aufstieg in die Moto2-Klasse in der Tasche. Dort fährt er in der Saison 2022 für dasselbe Team, für das er in der Saison 2021 Moto3-Weltmeister geworden ist: das Team von Aki Ajo.

Beim Blick zurück sagt Acosta als frischgebackener Moto3-Weltmeister: "Vor nicht einmal einem Jahr hatte ich nichts. Dann kamen Ajo und KTM. Sie haben mir nicht nur ein Team gegeben, sondern eine Familie."

Was Acosta mit "nichts" meint? Ursprünglich hätte er die Moto3-WM 2021 für das PrüstelGP-Team bestreiten sollen. Daraus aber wurde trotz bereits getroffener Einigung nichts. Der damals 16-Jährige musste sich kurzerhand ein neues Team suchen. Aki Ajo griff zu und jetzt, keine zwölf Monate später, ist Acosta Ajo und KTM zu großem Dank verpflichtet.

"Ich habe nicht alleine gewonnen. Ohne das Team bin ich niemand. Diese Leute glauben in jeder Situation an mich", sagt der neue Moto3-Weltmeister und erinnert sich an die schwierigen Momente seiner Saison: "Sie haben an mich geglaubt, als ich in Le Mans viermal gestürzt bin, als ich in Silverstone nur 25. [in der Startaufstellung] war, und auch in allen anderen Rennen."

"Und sie haben nie ihr Lächeln aus dem Gesicht verloren. Deshalb ist für mich klar, dass ich diesen WM-Titel nicht alleine errungen habe. Wir haben ihn gemeinsam errungen", so Acosta über die Ajo-Truppe, die seit einem Jahrzehnt eng mit KTM zusammenarbeitet.

Sein Moto3-Debüt im März in Katar beendete Acosta mit Platz zwei auf Anhieb auf dem Podium. Anschließend raste er dreimal in Folge zum Sieg. Vier Podestplätze bei den ersten vier Starts in der Motorrad-WM, das hatte vor ihm noch keiner geschafft.

Als entscheidendes Rennen auf dem Weg zum WM-Titel stellt Acosta Portimao heraus - allerdings nicht das zweite Portimao-Rennen vom vergangenen Sonntag, sondern das erste Portimao-Rennen, das er Mitte April im Fotofinish gewonnen hat.

Fotofinish beim Moto3-Rennen in Portimao 2021: Pedro Acosta 0,051 Sekunden vor Dennis Foggia

Fotofinish im April in Portimao: Pedro Acosta 0,051 Sekunden vor Dennis Foggia

Foto: Motorsport Images

"Dort habe ich gewonnen, nachdem es bis in die letzte Runde ein harter Kampf war. Ich habe damals nicht viele Fehler gemacht", denkt Acosta an das enge Duell mit seinem späteren Titelrivalen Dennis Foggia zurück.

Als spektakulärstes Rennen sieht Acosta aber ein anderes: "Das war das zweite Katar-Rennen. Das war einfach ein Traum." Damit erinnert der Ajo-Pilot an seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Der kam bei seinem gerade mal zweiten Rennen nach einer sensationellen Aufholjagd zustande. Denn Acosta hatte das Rennen aus der Boxengasse starten müssen.

Direkt nach Losail 2 kam der Sieg in Portimao 1. Direkt anschließend daran siegte Acosta auch in Jerez. Zusammen mit seinem zweiten Platz aus Losail 1 waren es die vier Rennen, mit denen der Spanier den Rekord an aufeinanderfolgenden Podestplätzen beim WM-Einstieg aufgestellt hat.

Eine andere Rekordmarke hat Acosta denkbar knapp verfehlt, nämlich den Altersrekord. Als er am vergangenen Sonntag in Portimao 2 mit seinem sechsten Saisonsieg den WM-Titel unter Dach und Fach brachte, war der Spanier 17 Jahre und 166 Tage alt. Damit ist Acosta gerade so nicht der jüngste Motorrad-Weltmeister aller Zeiten.

Loris Capirossi

Loris Capirossi: Rekord als jüngster Weltmeister (1990) ganz knapp behalten

Foto: Motorsport Images/Gold and Goose

Loris Capirossi war bei seinem Titelgewinn in der Saison 1990 der damaligen 125er-Klasse 17 Jahre und 165 Tage alt - einen einzigen Tag jünger. "Darüber denke ich eigentlich nicht nach", meint Acosta und will von einem Vergleich nichts wissen: "Es waren unterschiedliche Epochen."

Eines aber haben Capirossi und Acosta trotzdem gemeinsam: Beide wurden in ihrer ersten WM-Saison direkt Weltmeister. In den 30 Jahren, die dazwischen lagen, ist das keinem anderen Fahrer gelungen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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