Nachwuchsförderung in Österreich: Unterhalb des AJC ab 2022 auch MiniGP

In Österreich werden junge Motorradtalente professionell gefördert - Erste Saison des Austrian-Junior-Cup ein voller Erfolg - 2022 gibt es auch eine MiniGP-Serie

Nachwuchsförderung in Österreich: Unterhalb des AJC ab 2022 auch MiniGP

Das Jahr 2021 brachte in Österreich einen Neustart bei der Förderung junger Motorradtalente. Erstmals wurde der Austrian-Junior-Cup (AJC) für Nachwuchsfahrer im Alter zwischen 13 und 20 Jahren ausgetragen. Ab 2022 wird die Förderung mit einer MiniGP-Serie als Unterbau ergänzt.

Im AJC wird mit der KTM RC4R gefahren, die auch im Northern-Talent-Cup (NTC) zum Einsatz kommt. Es gab insgesamt fünf Rennveranstaltungen in der Speedarena Rechnitz, auf dem Salzburgring, auf dem Wachauring und zweimal auf dem Red-Bull-Ring.

Beim Grand Prix der Steiermark trat der AJC im Rahmenprogramm der MotoGP gemeinsam mit dem NTC an. Die zweite Veranstaltung in Spielberg fand dann im Rahmen der IDM statt. Vor allem ein Fahrer hat der Saison seinen Stempel aufgedrückt.

Leo Rammerstorfer (unterstützt von KTM Braumandl) aus Oberösterreich wurde mit 188 Punkten souverän erster AJC-Meister. Der Tiroler Niklas Kitzbichler (unterstützt von Red Bull Erzbergrodeo) sicherte sich mit 113 Zählern Platz zwei.

Luca Göttlicher (unterstützt von KTM Schruf) aus Deutschland beendete die Saison als Meisterschaftsdritter. Beste Nachwuchsfahrerin war die Steirerin Lena Kemmer (unterstützt von KTM Knopper) auf Rang acht.

"Wir waren uns sicher, es schlummert etwas in Österreich", sagt Ex-Rennfahrer Andy Meklau, der beim AJC als Riding-Coach seine Erfahrung vermittelt. "Als das 'Go' kam, haben wir nicht gewusst, was uns an Fahrern erwartet."

Andy Meklau

Ex-Rennfahrer Andy Meklau (re.) gibt den Nachwuchstalenten viele Ratschläge

Foto: Michael Jurtin

"Und siehe da, wir haben auf jeden Fall einige gefunden, die das Zeug haben, die nächsten Schritte zu wagen. Der Weg nach oben ist hart, aber ich hoffe, dass wir in einigen Jahren schon am Red-Bull-Ring einen österreichischen MotoGP-Starter anfeuern können."

Fortgesetzt wird der Austrian-Junior-Cup dann 2022 mit sechs Rennen in Österreich und den Nachbarländern. Die Bewerbungen dafür starten noch im Herbst. Weitere Informationen sind unter www.austrianjuniorcup.at zu finden.

In Österreich wird damit der Unterbau zur internationalen Nachwuchsförderung aufgebaut. Vom Austrian-Junior-Cup kann der Weg über den Northern-Talent-Cup oder den Red Bull Rookies-Cup weiter Richtung Moto3 gehen, wo KTM und Red Bull bis in die MotoGP aufgestellt sind.

MiniGP Österreich als erster Schritt in den Rennsport

Die Etablierung des AJC war nur der erste Schritt. Ab 2022 wird das Portfolio in der Alpenrepublik auch durch eine MiniGP-Serie ergänzt, um Nachwuchstalente noch früher mit professioneller Unterstützung an den Motorradrennsport heranzuführen.

Die FIM MiniGP Austria Series ist für Talente im Alter zwischen 10 und 14 Jahren gedacht. Gefahren wird mit identischen Motorrädern. Die nur 65 Kilogramm leichte Ohvale GP-0 160 hat einen Einzylinder-Viertaktmotor, der bei 160 Kubikzentimetern Hubraum rund 15 PS leistet.

MiniGP

In den MiniGP-Serien wird weltweit mit der Ohvale GP-0 160 gefahren

Foto: Michael Jurtin-BG

Im Jahr 2021 wurde die FIM MiniGP World Serie als Teil der "Road to MotoGP" ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, weltweit eine gleichberechtigte Plattform zu schaffen, damit junge Fahrer in den Motorradrennsport einsteigen können.

MiniGP-Wettbewerbe aus der ganzen Welt werden damit vereint und standardisiert. Dazu zählen nationale Meisterschaften in Frankreich, Indonesien, Irland, Italien, Malaysia, Niederlande, Nordamerika, Portugal, Spanien, Großbritannien und der Alpe-Adria-Raum.

Ab 2022 gibt es die Minibike-Meisterschaft mit fünf Rennevents auch in Österreich. Sie wird genau wie der AJC von BG Sportpromotion organisiert. Botschafter der MiniGP Österreich ist Gustl Auinger, der im Rookies-Cup viel Erfahrung bei der Nachwuchsförderung gesammelt hat.

Gustl Auinger

Grand-Prix-Sieger Gustl Auinger wird die MiniGP mit seiner Expertise unterstützen

Foto: Michael Jurtin-BG

"Wir haben über Jahrzehnte diesen Sport in Österreich vernachlässigt, jetzt hat sich das Blatt gewendet", sagt Auinger, der fünf Grands Prix in der 125er-Weltmeisterschaft gewonnen hat. Er sieht die MiniGP als ideale Einstiegsklasse.

"Die Ohvale-Minibikes sind die perfekte Gelegenheit für junge Menschen, um spielerisch zu erlernen, ob einem Motorradfahren Spaß macht und ob man das Talent dafür hat. Ich habe viele Jahre davon geträumt, so etwas auch in Österreich zu sehen. Jetzt ist es endlich soweit!"

Geplant sind im nächsten Jahr fünf MiniGP Veranstaltungen in Österreich. Der genaue Kalender steht noch nicht fest. Die Bewerbungen starten im September. Weitere Informationen sind unter www.minigpaustria.at zu finden.

Die zwei besten Fahrer bekommen nach der Saison 2022 die Chance, sich beim Weltfinale der MiniGP 2022 in Valencia der internationalen Konkurrenz zu stellen. Der Weltfinal-Sieger sichert sich einen Platz in einem der "Road to MotoGP" Programme.

Österreich hat seit Gründung der Motorrad-Weltmeisterschaft im Jahr 1949 fünf Grand-Prix-Sieger hervorgebracht. Der letzte Sieg von Auinger datiert auf Misano 1986 in der 125er-Klasse zurück. Rupert Hollaus war im Jahr 1954 (125er-Klasse) der einzige Weltmeister der Alpenrepublik.

Mit Bildmaterial von Michael Jurtin-AJC.

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