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Goubert: "Eines Tages" kommen die Hersteller in die MotoE

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Goubert: "Eines Tages" kommen die Hersteller in die MotoE
Autor:
Co-Autor: Gerald Dirnbeck
06.09.2018, 08:02

MotoE-Weltcup-Chef Nicolas Goubert rechnet damit, dass die MotoE einen Wandel wie die Formel E durchlaufen könnte - Kommt irgendwann der Herstellerboom?

Wenn die MotoE 2019 zum ersten Mal an den Start geht, wird es eine Premierensaison mit Einheitsbikes werden. Alle 18 Motorräder werden identisch sein. Damit wählt die neue Serie den Weg, den einst auch die Formel E gegangen ist. Mittlerweile sind in der Elektroserie auf vier Rädern viele Hersteller involviert. Und MotoE-Weltcup-Chef Nicolas Goubert glaubt, dass es auch in "seiner" Serie irgendwann so kommen wird.

"Eines Tages wird das wahrscheinlich passieren", sagt er im Gespräch mit 'Motorsport.com' und erklärt: "Die Industrie steckt immer mehr Ressourcen in die Entwicklung der Batterien und zeigt immer größeres Interesse. Deshalb wird es eines Tages passieren." Die Formel E ist in gewisser Weise ein Vorbild für die MotoE, die ab 2019 im Rahmen der MotoGP fahren wird.

"Wenn man sich das gesteigerte Interesse der Automobilhersteller für die Formel E ansieht, dann ist das beeindruckend", lobt Goubert und erklärt: "Es ist ein großer Erfolg. Sie haben mit einem Einheitsauto begonnen, so wie wir es machen werden, und es hat sich alles rasch entwickelt." Außerdem profitiere man auch von der Formel E, weil diese beispielsweise die Entwicklung der Batterietechnologie vorangetrieben habe.

Und so wie die Formel E neben der Formel 1 besteht, sollen auch MotoGP und MotoE koexistieren. "Wir beginnen als zusätzliche Klasse", stellt Goubert klar und ergänzt: "Wenn man sieht, was in der Motorradindustrie und im sozialen Leben passiert, dann muss die Industrie einen Schritt machen. Die Automobilhersteller haben das schon gemacht, die Formel E gibt es jetzt schon einige Jahre."

"Jeder Automobilhersteller hat ein Elektroauto im Programm und sagt, dass man davon in der Zukunft mehr davon sehen wird. Harley Davidson will bis spätestens 2020 ein Elektromotorrad bauen. KTM verkauft bereits Elektromotorräder im Offroad-Bereich. Dieser Markt wird sich rasch entwickeln", prophezeit Goubert. Er erklärt: "Wir wollen, dass der Rennsport ein Testumfeld für die Motorradhersteller ist."

"Das war schon immer die Rolle des Motorsports, und es ist wichtig, das beizubehalten. Auf der einen Seite können wir die neue Technologie bekannt machen und andererseits der Industrie die Möglichkeit bieten, neue Technologie zu entwickeln. Die Frage ist, wie lange wird es dauern, bis sich das weiterentwickelt, und welchen Platz es in Zukunft einnehmen wird. Das weiß momentan noch niemand", so Goubert.

Die Fans an der Strecke werden sich jedenfalls zuerst einmal an die neue Klasse gewöhnen müssen. So sei der Motorensound die "größte Änderung" für die Zuschauer. Goubert erklärt: "Das Bike sieht aus wie ein normales Superbike, aber der Sound ist ganz anders. Das liegt an der Technologie. Manche Leute werden überrascht oder vielleicht sogar schockiert sein, aber das ist die neue Technologie. Die Leute werden sich daran gewöhnen."

Große Sorgen, dass die neue Serie deshalb auf Ablehnung stoßen könnte, macht er sich nicht. Er erinnert: "Als von den Zweitaktern auf die Viertakter umgestellt wurde, waren die Leute auch nicht glücklich. Manche Leute stellen sich auf neue Dinge rasch ein, andere brauchen länger." Das werde auch bei der MotoE der Fall sein.

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Rennserie MotoE
Urheber Ruben Zimmermann