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"Wenn wir Rossi und Marquez hätten": Teamchefs sprechen über MotoE-Zukunft

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"Wenn wir Rossi und Marquez hätten": Teamchefs sprechen über MotoE-Zukunft
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19.08.2019, 12:11

Einige Teamchefs der MotoE sprechen über die Zukunft der umstrittenen Elektrorennserie - Basis vorhanden, aber man kann einiges besser machen

Die neue Elektrorennserie MotoE hat auf dem Sachsenring und in Spielberg für kurze, aber spektakuläre Rennen gesorgt. Auf der anderen Seite machte diese neue Rennserie im Rahmen der Motorrad-WM auch negative Schlagzeilen mit brennenden Motorrädern. Wobei der Zwischenfall in Spielberg hauptsächlich auf technische Probleme mit der Ladestation zurückzuführen sein soll. Die MotoE ist ähnlich wie die Formel E im Automobilbereich ein leidenschaftlich diskutiertes Thema. Für manche ist es ein erster Schritt in die Zukunft, für andere ein großer Humbug.

Und was könnte getan werden, um dem breiten Publikum die MotoE schmackhafter zu machen? "Wenn wir morgen Valentino Rossi und Marc Marquez auf dem Motorrad hätten", lacht Herve Poncharal bei seiner Antwort auf diese Frage. "Die Fans kommen, um ihre Helden zu sehen. Mit allem Respekt vor Niki Tuuli und Hector Garzo, aber sie haben nicht diese Berühmtheit. MotoE ist nicht hier, um in Konkurrenz zu MotoGP, Moto2 und Moto3 zu treten. Es ist eine neue Welt, ein erster Schritt."

"Wir stehen erst am Beginn von E-Racing", sagt der Franzose, der mit seinem Tech-3-Team zwei Fahrer in der MotoE einsetzt. "Die Batterie ist relativ groß und wir wollen keine noch größere und schwerere Batterie im Motorrad haben. Deswegen müssen wir abwarten, wie sich die Technologie weiterentwickelt. Man darf auch nicht vergessen, dass man als Klasse im Rahmenprogramm nicht unlimitierte finanzielle Ressourcen zur Verfügung hat."

Batteriekapazität sollte mit der Zeit besser werden

Die Einheitsmotorräder stammen von der italienischen Marke Energica. Es kommt ein Hochvolt-Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von ungefähr 20 kWh zum Einsatz. Der ölgekühlte Elektromotor mit Permanentmagneten ermöglicht eine maximale Dauerleistung von 120 kW und ein Drehmoment von 200 Nm. Das Gesamtgewicht inklusive Batterien beträgt 258 Kilogramm. Die Ladestationen liefert enel. Mit Energica wurde ein Dreijahresvertrag geschlossen.

Niki Tuuli MotoE Feuer

In Spielberg brannte ein Energica-Bike beim Ladevorgang ab

Foto: Motorsport Images

"Wir haben alle erhältlichen Motorräder auf der Welt getestet und das Energica-Motorrad hat herausgestochen. Es war mit Abstand das Beste", sagt Poncharal. "Deswegen glaube ich, dass wir das richtige Paket haben. Derzeit ist das Motorrad gut genug, um Spaß auf der Strecke zu haben. Aus meiner Sicht geht es jetzt um die Kapazität der Batterie. Wenn wir zehn Runden fahren könnten, wäre das ein guter Bonus."

An zwei Rennwochenenden war die MotoE nun im Rahmenprogramm dabei. Für alle Beteiligten ist das Thema eine komplett neue Erfahrung. "Jeder lernt, von der Organisation über die Teams bis zu den Fahrern", meint Aki Ajo, der ein Bike für Niki Tuuli einsetzt. "Ich denke, wir müssen es simpel halten. Selbst wenn es nächstes Jahr die zweite Saison ist, wird die Technik immer noch für alle neu sein." In Spielberg brannte Tuulis Motorrad beim Ladevorgang ab.

Alle Beteiligten arbeiten zusammen an Verbesserungen

Ein Ersatzmotorrad wurde rasch zur Verfügung gestellt. Trotz des brenzligen Zwischenfalls, der von der Feuerwehr rasch gelöscht werden konnte, macht sich Ajo keine generellen Sorgen: "Ich bin zufrieden, dass man sich um die Sicherheit kümmert. Das ist sehr wichtig, denn alles ist anders als wir es gewohnt sind. Man muss sich um alle Details kümmern, damit es reibungslos und sicher läuft." Hinter den Kulissen arbeiten von der Dorna, Energica und Enel bis zu den Teams alle zusammen.

Herve Poncharal, Johan Stigefelt, Aki Ajo, Joan Olive

Einige MotoE-Teamchefs (v.l.n.r.): Poncharal, Stigefelt, Ajo, Olive

Foto: motogp.com (Dorna)

Es gibt viele Meetings, wo über alle Themen gesprochen wird. "Nach dem Feuer in Jerez ist alles besser geworden", betont Joan Olive, der Teammanager von Marc VDS und Mike di Meglio. "Ich denke, dass wir Teams zusammenarbeiten und jeden Tag etwas lernen. Alle stehen hinter dieser Meisterschaft. An jedem Rennwochenende haben wir viele Meetings und sprechen offen darüber, was wir besser machen können. Schritt für Schritt wird alles besser werden. Wir brauchen einfach mehr Zeit."

Ladevorgang beeinflusst auch die Arbeit der Teams und Fahrer

Dem stimmt Ajo zu: "Das Konzept der Dorna ist sehr gut. Es gibt einen eigenen Paddock und jeder hat das gleiche Motorrad. Man kann immer Dinge besser machen. Wir lernen aus allen Zwischenfällen. Es werden Maßnahmen getroffen und es wird besser. Für die Zukunft müssen wir gemeinsam daran weiterarbeiten." Auch für die Teams ist die Arbeit am Elektromotorrad ganz anders als mit den klassischen Verbrennungsmotoren.

MotoE Start in Spielberg

Noch zweimal fährt die MotoE in diesem Jahr im Rahmenprogramm

Foto: IntactGP

Der Ablauf des Wochenendes wird zum Teil auch durch die Ladezeiten vorgegeben. "Vielleicht brauchen wir noch etwas mehr Trainingszeit für die Fahrer. Durch die Batterien kann man nicht so viel machen, denn es gibt die Ladezeiten", spricht Ajo einen entscheidenden Punkt an. "Man kann viele Kleinigkeiten besser machen, aber das Konzept, die Idee und die Basis sind vorhanden. Gemeinsam müssen wir für das nächste Jahr um ein Level besser werden."

Im Rahmen des Grand Prix von San Marino in Misano und beim Saisonfinale im spanischen Valencia wird die MotoE noch zwei weitere Auftritte haben. An diesen beiden Wochenenden sind übrigens jeweils zwei Rennen geplant. Jeweils eins am Samstag und am Sonntag. Somit wird die Premierensaison insgesamt sechs einzelne Rennen umfassen.

Mit Bildmaterial von motogp.com (Dorna).

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Rennserie MotoE
Urheber Gerald Dirnbeck