Acosta begründet Ducati-Wechsel: "Wollte ein WM-fähiges Motorrad"
"Dieses Motorrad ist noch nicht bereit dafür" - Pedro Acosta zieht vor seinem Ducati-Wechsel ein Fazit über seine KTM-Zeit - Trotzdem bleiben schöne Erinnerungen
Gegen Ducati und Aprilia hat es Pedro Acosta mit der KTM schwer
Foto: Alexander Trienitz
Die Karriere von Pedro Acosta war bisher eng mit KTM verknüpft. 2019 und 2020 fuhr der Spanier im Red Bull Rookies Cup. In der ersten Saison unterlag er noch knapp Carlos Tatay, aber im zweiten Jahr holte er sich den Titel und damit die Eintrittskarte in die Moto3-Weltmeisterschaft.
Acosta schlug sofort wie eine Bombe ein. In seinem ersten Moto3-Rennen überraschte er mit dem zweiten Platz. Aber dass er ein kommender Star war, untermauerte er bei den nächsten drei Rennen, die er allesamt gewann.
Mit insgesamt sechs Siegen wurde Acosta als Rookie Moto3-Weltmeister. Er blieb beim Ajo-Team und wechselte in die Moto2. Die erste Saisonhälfte verlief schwieriger. Dazu brach er sich im Sommer ein Bein.
Dennoch wurde er stärker und etablierte sich im Spitzenfeld. In seiner zweiten Moto2-Saison wurde Acosta Weltmeister. KTM holte ihn zu Tech3 in die MotoGP. Schon bei seinem zweiten und dritten Rennen stand er auf dem Podest.
KTM beförderte ihn ins Werksteam. 2025 verlief die erste Saisonhälfte durchwachsen, aber in der zweiten Saisonhälfte eroberte Acosta regelmäßig Podestplätze und verbesserte sich noch auf WM-Rang vier.
2026 begann Acosta in Thailand mit dem Sieg im Sprint und Platz zwei im Grand Prix. Erstmals führte ein KTM-Fahrer die WM-Wertung an. Doch Aprilia und Ducati sind stärker. Acosta wartet weiterhin auf seinen ersten MotoGP-Sieg.
Mit Saisonende verabschiedet sich der 22-Jährige von der österreichischen Marke und wechselt ins Ducati-Werksteam. Er wird dort Teamkollege von Marc Marquez. Das große Ziel, mit KTM den Weltmeistertitel zu gewinnen, hat nicht geklappt.
"Seit ich meinen Werksvertrag unterschrieben habe, ist das das Einzige, was ich wollte: Ein Motorrad, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Es ist klar, dass dieses Motorrad noch nicht bereit dafür ist."
"Und um ehrlich zu sein, ich habe keine Zeit mehr zu verlieren", sagt Acosta. "Ich meine, ich habe bei KTM viel Erfahrung gesammelt. Ich habe auch das Gefühl, dass das die Herausforderung war, die ich für meine Karriere brauchte."
"Ich werde großartige Erinnerungen an diese sechs Jahre bei KTM haben, und ich sehe, dass sie wirklich zwei starke Fahrer bekommen werden. Ich denke, sie werden auch eine schöne Möglichkeit haben, mit zwei großartigen Jungs neu anzufangen."
KTM hat Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio für die kommenden beiden Jahre engagiert. Sie kommen beide von Ducati und sollen mit ihrer Erfahrung auch die Weiterentwicklung des neuen 850er-Motorrads vorantreiben.
Wie Acosta die bisherige Saison bewertet
Acosta wird im nächsten Jahr als Ducati-Fahrer gegen KTM kämpfen. Dass die Wechsel nun offiziell bestätigt wurden, obwohl sie im Hintergrund schon länger festgestanden hatten, ändert laut Acosta jedoch nichts.
"Die Ankündigungen haben nichts verändert. Am Ende war ich vielleicht nervöser, als die Leute ankündigten, dass ich in die MotoGP komme, verglichen mit jetzt. Ich denke, ich mache innerhalb der Dinge, die ich kontrollieren kann, gute Arbeit."

Im nächsten Jahr sind Pedro Acosta und Marc Marquez Teamkollegen
Foto: Alexander Trienitz
"Ich war innerhalb meines Ziels der Top 5 und habe einen Unterschied zu den anderen KTMs", so Acosta. "Ich bin super glücklich über die Möglichkeit, die ich [im nächsten Jahr] bekomme."
"Aber wie ich schon gesagt habe: Mein Kopf ist im Moment bei KTM. Ich versuche, bis zum Ende des Jahres hundert Prozent zu geben, und die Gelegenheit wird sicherlich früher oder später kommen."
"Es stimmt, dass es momentan ziemlich schwierig ist, die Gelegenheit [für einen Sieg] zu bekommen, wenn wir immer noch all diese Probleme drumherum haben, aber wir werden es bis zum Ende weiter versuchen."
Technische Probleme kosteten Acosta zuletzt einige WM-Punkte. Bei Saisonhalbzeit ist er WM-Siebter und hat 60 Punkte Rückstand. Seine erste Saisonhälfte würde er deshalb auf einer Skala von 1 bis 10 nicht als perfekt bewerten.
"Es ist das erste Mal, dass ich dieses Mal eine hohe Zahl geben werde. Ich würde sagen, eine 7 für meine Leistung. Wenn man ein allgemeines Bild von dem nimmt, was während der ganzen ersten Rennen passiert ist, würde ich eine 4 sagen."
"Wir hatten viele technische Probleme. Ich habe Punkte in Barcelona verloren, ich habe Punkte in Brünn verloren, ich habe Punkte in Assen verloren. Deswegen sollten wir vielleicht weiter vorne sein, aber es ist, wie es ist. Ansonsten, 5, 6. Ja, 5."
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