Acosta: "Marquez ist auf Zielgerade seiner Karriere, ich erst am Anfang"
Für die größte Herausforderung seiner Karriere - bei Ducati als Teamkollege von Marc Marquez - gibt sich Pedro Acosta ausreichend Zeit, um sich einzugewöhnen
Pedro Acosta wechselt für 2027 von KTM zu Ducati an die Seite von Marc Marquez
Foto: Stephen Stephen
Am 25. Mai dieses Jahres wurde Pedro Acosta 22 Jahre alt. Der Spanier ist damit 11 Jahre jünger als sein Landsmann Marc Marquez, der die andere Seite der Ducati-Box besetzen wird, wenn Acosta sein Debüt auf der Desmosedici gibt. Das wird am 1. Dezember beim Valencia-Test soweit sein. Der Test findet zwei Tage nach dem Finalrennen der MotoGP-Saison 2026 statt - und damit auch zwei Tage nach Ende von Acostas Zusammenarbeit mit KTM.
Die sechsjährige Partnerschaft zwischen Acosta und KTM wird - sofern bis dahin nichts Unvorhergesehenes passiert - einen Moto3-Titel (2021) und einen Moto2-Titel (2023) hervorgebracht haben. Neben diesen Erfolgen wird jedoch ein bittersüßes Gefühl bleiben, da es nicht gelungen ist, um den MotoGP-Titel zu kämpfen. Genau das aber war das Ziel, das Acosta ursprünglich dazu bewogen hatte, seine Zukunft dem österreichischen Hersteller zu widmen.
Heute ist Acosta einer von nur vier aktuellen MotoGP-Vollzeitpiloten noch ohne Grand-Prix-Sieg. Zu Beginn des Jahres traf er die Entscheidung, auf den Ducati-Zug aufzuspringen, der von Marquez angeführt wird - dem unbestrittenen Maßstab der Meisterschaft und einem Fahrer, der weithin als der größte aller Zeiten gilt. Am 24. Juni wurde Acostas Wechsel von KTM zu Ducati für die Jahre 2027 und 2028 offiziell bekanntgegeben.

Wie wird das Teamduell Marquez vs. Acosta bei Ducati ausgehen?
Foto: Rob Gray / Polarity Photo
Es ist eine gewaltige Herausforderung, die laut Acosta mit Gelassenheit angegangen werden sollte - ohne Eile und, was ebenso wichtig ist, ohne vorschnelle Erwartungen, die zunächst zu Nervosität und dann zu Frustration führen könnten.
"Ich habe keine Ahnung, was mich in dieser Box erwarten wird, aber ich spüre keinen Druck. Marc befindet sich auf der Zielgerade seiner Karriere, ich stehe gerade erst am Anfang meiner", erklärt Acosta in einem ausführlichen Interview mit Autosport, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network. Das komplette Interview wird in den kommenden Tagen veröffentlicht.
In dem Interview erläutert Acosta den Denkprozess, der ihn dazu veranlasst hat, seine Zusammenarbeit mit KTM zu beenden. Er ist zu dem Schluss gekommen, dass sein Traum, mit dem Unternehmen aus Mattighofen den MotoGP-Titel zu gewinnen, weder kurz- noch mittelfristig realisierbar scheint.
Trotzdem ist sich Acosta voll und ganz bewusst, dass er in ein Team kommt, das sich Marquez durch seine eigene Leistung zu eigen gemacht hat und in der sich der amtierende Weltmeister rundum zu Hause fühlt.
"Marc kennt jeden im Werk. Ich werde Zeit brauchen, um mich an eine komplett italienische Box zu gewöhnen, nachdem ich sechs Jahre bei KTM verbracht habe. Ich stehe vor einem völlig neuen Kapitel, daher spüre ich keinen Druck", betont Acosta.

2027 werden sowohl Marquez als auch Acosta eine Ducati GP27 fahren
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
Acosta hat seinen Einstieg im Team aus Borgo Panigale in zwei Phasen geplant. Diese fallen zusammen mit den zwei Jahren, für die er derzeit unter Vertrag steht: "Glücklicherweise werde ich mindestens zwei Jahre dort sein. So habe ich im ersten Jahr Zeit, meinen Rhythmus zu finden, und kann dann im zweiten Jahr sehen, wie es weitergeht."
Acosta liegt derzeit auf dem siebten Rang in der MotoGP-Fahrerwertung 2026, 77 Punkte hinter Tabellenführer Jorge Martin und 37 Punkte hinter Marquez auf dem vierten Tabellenrang.
Trotz des oft etwas respektlosen Images, das er vermittelt, nimmt Acosta eine bewusst zurückhaltende Haltung ein, wenn er gebeten wird, seinen Wechsel zu dem Hersteller zu bewerten, der die fünf zurückliegenden MotoGP-Fahrertitel gewonnen hat und der sich entschieden hat, ihm sein Vertrauen zu schenken.
"Ich bin Ducati sehr dankbar, dass sie es mir ermöglichen, Teil ihres Projekts zu sein, obwohl ich noch kein MotoGP-Rennen gewonnen habe", sagt Acosta.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.