Acosta und Marini: Wie beschädigte Winglets ein Rennen zerstören
Beschädigte Aerodynamik wird in der MotoGP schnell zum entscheidenden Nachteil -Luca Marini und Pedro Acosta schildern, wie sich verlorene Winglets auswirken
Wenn Teile der Aero fehlen, wird es oft schwierig für den Fahrer
Foto: Getty Getty
Beim Grand Prix von Spanien wurde zuletzt einmal mehr deutlich, wie sensibel moderne MotoGP-Maschinen auf kleinste Veränderungen in der Aerodynamik reagieren. Besonders Luca Marini und Pedro Acosta können ein Lied davon singen.
Beide bekamen nach Kollisionen im Rennen direkt zu spüren, wie gravierend sich beschädigte Aero-Elemente auf das Fahrverhalten des Motorrads auswirken können.
Marini: Einfluss der Flügel ungeheuer groß
Marini hatte im Rennverlauf gleich mehrere Defekte an seiner Verkleidung zu verkraften: "All meine linken Flügel waren weg." Dadurch sei das Bike "wirklich extrem schwierig zu fahren" gewesen. Besonders die großen Winglets hätten einen enormen Einfluss: "Es ist unglaublich, wie sehr so ein Flügel das Bike beeinflusst."
Neben den sichtbaren Schäden an den großen Aero-Elementen war auch der Bereich an der Gabel nicht unversehrt geblieben. Diese Kombination machte sich vor allem in zwei entscheidenden Bereichen bemerkbar: beim Beschleunigen und Bremsen.
Marini erklärt, dass insbesondere die Wheelie-Kontrolle und die Stabilität beim Anbremsen massiv gelitten hätten. "Wirklich, wirklich schwierig", fasst er zusammen und stellt nüchtern fest, dass unter diesen Umständen nur ein Passagier gewesen sei.
Auch Acosta litt unter beschädigter Aero
Ähnlich erging es KTM-Konkurrent Acosta, der ebenfalls Teile seiner Aero einbüßte und bestätigt, dass sich die Probleme nahezu identisch angefühlt hätten. Auf die Frage, ob er die gleichen Stabilitätsprobleme und Wheelies erlebt habe, antwortet er knapp: "Genau das Gleiche. Genau das Gleiche. Es ist ziemlich hart."
Der Spanier geht noch einen Schritt weiter und ordnet die Situation im Streckenkontext ein. Dass das Rennen in Barcelona stattfand, habe die Lage für sein Empfinden nämlich etwas entschärft: "Zum Glück ist das keine besonders schnelle Strecke."
Auf Highspeed-Kursen wie Silverstone wären die Auswirkungen vermutlich noch drastischer gewesen, erklärt der KTM-Fahrer. Besonders auffällig war für Acosta das ungewöhnliche Verhalten beim Beschleunigen. Durch den Verlust an Abtrieb sei es extrem schwer gewesen, die Frontpartie des Motorrads am Boden zu halten.
"Es war schwierig, nicht übers Vorderrad zu stürzen. Ich hatte bis hoch in den fünften Gang Wheelies. Das ist ziemlich ungewöhnlich", betont der Spanier und unterstricht damit, welche Schlüsselrolle die Aerodynamik in der modernen MotoGP spielt.
Während früher mechanischer Grip und Motorleistung im Fokus standen, entscheidet heute oft die Präzision der Luftführung in der MotoGP über Sieg oder Niederlage. Schon kleine Schäden können das Kräfteverhältnis massiv verschieben. Ein Faktor, der im engen Feld der Königsklasse immer häufiger rennentscheidend ist.
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