Ai Ogura gibt sich eine 10 von 10: Nur noch 14 Punkte hinter der WM-Spitze
Als erster Japaner seit Tohru Ukawa 2002 erobert Ai Ogura drei Podestplätze in Folge - Er gibt sich selbst die Bestnote 10 und ist als WM-Zweiter voll im WM-Kampf dabei
Ai Ogura ist nur noch 14 Punkte hinter der WM-Spitze
Foto: Alexander Trienitz
Das Trackhouse-Duo setzte auch auf dem Sachsenring die starke Form von Assen fort. Erneut holte das Satellitenteam bessere Ergebnisse als das Werksteam. Ai Ogura wurde in Deutschland im Grand Prix Zweiter und Raul Fernandez Dritter.
Als erster Japaner seit Tohru Ukawa im Jahr 2002 eroberte Ogura drei Podestplätze in Folge. "Ja, die Position, die wir in beiden Rennen erreicht haben, war mehr, als ich erwartet hatte. Also ja, ich denke, wir können super, super glücklich sein."
"Ich meine, hinter Marc [Marquez] auf dem zweiten Platz zu landen, das fühlt sich an, als hätte ich meine Ziele erreicht. Also, ich könnte nicht glücklicher sein. Wir haben unsere Aufgabe hier erfüllt, also ein glücklicher Sonntag."
Nach dem Sprint meinte Ogura, dass er vor allem in Sektor 3 gegenüber den Ducati-Fahrern Zeit verlor. Für den Sonntag konnten die Trackhouse-Ingenieure die richtigen Änderungen vornehmen und es lief besser.
"Wahrscheinlich hatte ich Glück, dass ich das Problem mit dem Vorderreifen schon im Sprintrennen hatte. Wir haben im Warm-up für das Hauptrennen daran gearbeitet, und das hat sich ausgezahlt."
Über fast drei Viertel des Rennens fuhr Ogura hinter seinem Teamkollegen, bis er Fernandez zu Beginn der 25. von 30 Runden in Kurve 1 ausbremste und überholte. Mit diesem Manöver war das Stallduell entschieden.
"Ich konnte sehen, dass Raul anfing zu kämpfen. Ich hatte, glaube ich, ein besseres Gefühl vorne. Also denke ich, wir haben einen guten Job gemacht", nickt Ogura. "Ich meine, die Situation, das Überholmanöver und alles waren sehr gut gemanagt."
Auf die Frage, wie der 25-Jährige seine erste Saisonhälfte auf einer Skala von eins bis zehn bewerten würde, antwortet er mit einer Zehn. In der WM verbesserte er sich auf Platz zwei, nur 14 Punkte hinter seinem Markenkollegen Jorge Martin.
"Wir sind in einer guten Position, und in den letzten drei Rennen waren wir wirklich stark", sagt Ogura. "Also ja, unser Ziel wird sein, so weiterzumachen wie bisher. Aber die Bedingungen ändern sich."
"Und die Fahrer, die auf einer bestimmten Strecke schnell sind, ändern sich auch. Deshalb ist es wirklich schwierig, diese ganze Situation zu managen. Also unsere Aufgabe wird sein, jedes Mal dasselbe zu tun und zu sehen, wo wir landen."
Fernandez kämpft mit Rückenschmerzen
Für Teamkollege Fernandez war das Sachsenring-Wochenende ab dem Qualifying schmerzhaft. In Q2 kam es zu einem Kompressionsschock, der zu Rückenschmerzen führte.
Trotzdem konnte er den Sprint hinter Ogura als Fünfter beenden. Den restlichen Samstagnachmittag verbrachte Fernandez im Medical Center, um sich behandeln zu lassen. Es wurde besser, aber Schmerzen blieben.
Dennoch lobt er seinen Physiotherapeuten, denn ansonsten hätte er im Grand Prix nicht auf dem Podium stehen können: "Ich kann mein normales Leben nicht führen. Man kann sich also nicht vorstellen, welche Schmerzen ich auf dem Motorrad habe.

Raul Fernandez kämpfte gegen Rückenschmerzen und feierte Platz drei
Foto: Alexander Trienitz
"Das ist keine Ausrede, aber ich denke, wir hatten zu viele Rennen, zu viel Stress. Es geht nicht nur darum, wie wir das Rennen managen müssen, es geht auch darum, wie wir das ganze Wochenende managen müssen."
Deshalb war Fernandez über Platz drei sehr glücklich, denn Samstagabend hatte er nicht mit so einem Ergebnis gerechnet. Dreimal stand er in dieser Saison in Grands Prix auf dem Podium. Dazu kommen zwei Sprintsiege.
Der 25-Jährige hat die erste Saisonhälfte als WM-Sechster abgeschlossen. Sein Rückstand beträgt 49 WM-Punkte. Trotzdem sieht sich Fernandez realistisch gesehen nicht im WM-Kampf.
"Ich glaube nicht wirklich, dass ich bereit bin, mit allen um die Meisterschaft zu kämpfen. Ich meine, sicherlich habe ich in den letzten Rennen gute Ergebnisse erzielt."
"Aber wenn ich weiterhin bei allen Rennen mit ihnen kämpfen will, muss ich mich selbst noch ein bisschen verbessern, denn manchmal mache ich einige Fehler. Also ja, ich bin noch jung und muss einige Dinge verstehen und mich selbst verbessern."
Die Ergebnisse der vergangenen Wochen waren vor allem wichtig, um seine Zukunft zu klären. Fernandez wird aller Voraussicht nach auch 2027 für das Trackhouse-Team an den Start gehen.
Das lässt ihn nun beruhigt in die Sommerpause gehen: "Meine Zukunft ist fast geklärt, also denke ich, das wird mir helfen, denn in den letzten zwei Rennen fühlte ich mich freier, und ich kann mit dem Motorrad machen, was ich will."
"Aber ich habe immer noch einige Dinge zu verbessern, immer noch einige Dinge, die ich mit meinem Körper, mit meiner Mentalität machen kann. Ich werde mich darauf konzentrieren, mich selbst zu verbessern."
Trackhouse ist in der Teamwertung Zweiter, 41 Punkte hinter dem Aprilia-Werksteam.
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