Aldeguer resigniert, Morbidelli ist ratlos: Ducati GP25 sorgt für Frust
Fermin Aldeguer spricht offen von einem "Handicap", Franco Morbidelli zeigt sich ratlos: Wie die Ducati-Kundenpiloten mit dem Vorjahrsbike zu kämpfen haben
Fermin Aldeguer sieht das Vorjahresbike mittlerweile als klaren Nachteil
Foto: NurPhoto NurPhoto
Die Ducati-Hierarchie in der MotoGP scheint inzwischen klarer denn je. Während in der vergangenen Saison noch darüber diskutiert wurde, ob die GP24 dem damaligen Werksmotorrad zumindest phasenweise sogar überlegen sein könnte, hat sich das Bild inzwischen merklich verändert.
Ducati setzt mittlerweile vier aktuelle Werksmaschinen ein, während lediglich Fermin Aldeguer und Franco Morbidelli noch auf der GP25 unterwegs sind. Beide machten zuletzt deutlich, dass sie darin einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil sehen.
Aldeguer will die Unterschiede zwar nicht im Detail erläutern, bestreitet diese aber keineswegs. Natürlich wisse man im Team, dass das Fehlen eines aktuellen Werksbikes vieles komplizierter mache. Inzwischen konzentriere er sich deshalb ausschließlich darauf, das Maximum aus seinem Paket herauszuholen.
"Ich schaue mir inzwischen nicht einmal mehr das andere Motorrad an, das genauso ist wie meine, das von Franco Morbidelli. Ich versuche einfach, mein Bestes zu geben und so nah wie möglich an die Spitze heranzukommen. Mehr bleibt mir nicht."
Aldeguer: "Ich habe keine andere Wahl"
Dass er mit der GP25 gegenüber den aktuellen Werksmaschinen im Hintertreffen ist, stellt der Spanier unmissverständlich klar: "Mit dem Motorrad des vergangenen Jahres zu fahren, ist ein Handicap, das ist klar. Aber ich habe keine andere Wahl."
Immerhin habe Ducati zuletzt versucht, ihm mit einer überarbeiteten Aerodynamik entgegenzukommen. Dadurch fühle sich die GP25 wieder etwas ähnlicher an wie die GP24, mit der er zuvor gefahren war. Das habe ihm geholfen, sein Gefühl für das Motorrad zurückzugewinnen und wieder konkurrenzfähiger zu werden.
Dennoch bleibe aus seiner Sicht ein entscheidender Unterschied bestehe: "Die Werksfahrer haben immer dieses gewisse Extra, das ihnen vieles leichter macht."
Während der Gresini-Pilot den Materialnachteil vergleichsweise nüchtern hinnimmt, wächst bei Morbidelli die Verzweiflung. Der VR46-Fahrer landete in Brünn zuletzt nur auf Platz 14, in Assen stürzte er, als er knapp außerhalb der Punkte lag.
"Ich hatte überhaupt keine Performance. Ich hatte überhaupt keinen Grip", sagte Morbidelli nach dem Tschechien-Grand-Prix und verwies darauf, dass ihn genau dieses Problem bereits seit Saisonbeginn begleite. Nichts scheine sich zu verändern.
Seine Probleme kommentiert er mittlerweile mit einer Portion Galgenhumor: "Vielleicht habe ich einfach vergessen, wie man ein MotoGP-Bike fährt. Ich weiß es nicht."
Morbidelli kann Performance nicht abrufen
Gerade die fehlende Konstanz macht dem Italiener zu schaffen. Noch in Barcelona stand Morbidelli in der ersten Startreihe, in Mugello hatte er über das gesamte Wochenende hinweg ein starkes Tempo. Umso weniger könne er sich erklären, weshalb es gerade im Rennen plötzlich nicht mehr funktioniere, grübelt er.
Den Eindruck, seine ungewisse Zukunft könnte ihn zusätzlich belasten, weist der Vizeweltmeister von 2020 dagegen entschieden zurück. "Ich fahre Rennen, seit ich sieben Jahre alt bin. Ich habe mein ganzes Leben mit Druck gelebt, auch mit dem Druck, Weltmeister werden zu müssen", erklärt der VR46-Pilot.
"Ich habe keine Angst davor, nach Hause gehen zu müssen, wenn ich es nicht wert bin. Ich bin nicht hier, um meinen Platz warmzuhalten oder einfach mein Gehalt abzuholen. Ich bin hier, um Leistung zu bringen, Rennen zu gewinnen und das Maximum herauszuholen."
Gerade deshalb frustriere ihn die aktuelle Situation umso mehr. Obwohl Fahrer, Crew und Team nach seinen Worten ihre "Seele geben", um Fortschritte zu erzielen, fehle ihm im Rennen schlicht das Potenzial. "Ohne Grip kann ich einfach nicht so performen, wie ich es eigentlich müsste. Das ist wirklich frustrierend."
Aufgeben kommt für Morbidelli dennoch nicht infrage. Im Gegenteil: Die Stimmung innerhalb des VR46-Teams sei trotz der schwierigen Phase ausgezeichnet. "Zum Glück gehören wir nicht zu den Menschen, die aufgeben", so der Italiener. Das gesamte Team sei bereit, alles zu geben, um den Weg aus der Krise zu finden.
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