Aleix Espargaro nach historischem Podium mit Aprilia: "Haben wir verdient"

Aleix Espargaro beschert Aprilia mit P3 in Silverstone den ersten Podestplatz in der MotoGP-Ära und will jetzt direkt so weitermachen

Aleix Espargaro nach historischem Podium mit Aprilia: "Haben wir verdient"

Mit seiner beherzten Fahrt auf den dritten Platz beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone hat Aleix Espargaro den ersten Podestplatz für Aprilia in der MotoGP-Ära (seit 2002) sichergestellt.

Fotos: Aleix Espargaro beim GP Großbritannien in Silverstone

Zuvor hatte es der italienische Hersteller in der 500er-Ära fünfmal auf P3 geschafft, aber das liegt mehr als 20 Jahre zurück: 1997 in Assen mit Doriano Romboni, 1999 in Le Mans und Donington mit Tetsuya Harada sowie 2000 in Mugello und Donington mit Jeremy McWilliams.

Nun gab es in Silverstone den ersten Podestplatz für Aprilia seit man zur Saison 2015 das Projekt RS-GP ins Leben gerufen hat. "Das hat lange gedauert", atmet Espargaro durch und ordnet ein: "Es auf das Podium geschafft zu haben, ist wichtig. Das Wichtigste aber ist, dass wir über die Jahre Schritt für Schritt vorangekommen sind."

 

Und was Espargaro besonders freut: "Es war kein Podestplatz, der aufgrund der Witterungsbedingungen oder aufgrund von Stürzen anderer Piloten zustande gekommen ist. Wir waren schon ein paar Mal dicht dran. Jetzt hat es endlich geklappt. Für Aprilia ist das fantastisch und ich finde, wir haben das wirklich verdient."

Bruderduell um die frühe Führung

Von P6 aus der zweiten Reihe gestartet, fuhr sich Espargaro direkt in den ersten Kurven bis auf die dritte Position nach vorn. Am Ende der ersten Runde war er sogar Zweiter hinter seinem Bruder Pol Espargaro, der mit seiner Honda von der Pole gestartet war und den Start gewonnen hatte. Was folgte, war ein Duell der beiden Brüder im Kampf um die Führung.

 

Aleix war es, der aus dem Bruderduell der Espargaros als Sieger hervorging. Für den Rennsieg aber reichte es nicht ganz. Yamaha-Werkspilot Fabio Quartararo war einmal mehr nicht zu schlagen. Und als der ältere Espargaro in der letzten Runde den an zweiter Stelle liegenden Suzuki-Piloten Alex Rins angreifen wollte, hätte er um ein Haar noch den dritten Platz an Ducati-Pilot Jack Miller verloren.

Platz drei in letzter Runde fast noch verloren

"In der letzten Runde ist mir ein großer Fehler unterlaufen", gesteht der Aprilia-Pilot. "Ich war nur auf Alex fokussiert und darauf, ihn zu attackieren, um vielleicht noch Zweiter zu werden. In dem Moment kümmerte es mich gar nicht, wer von hinten kommt. Das war ein großer Fehler, weil ich so die Tür offengelassen habe."

Jack Miller, Aleix Espargaro

In der letzten Runde kam Jack Miller kurz vorbei, bevor Espargaro konterte

Foto: Motorsport Images

Tatsächlich kam Miller in der Arena-Sektion der Strecke für einen kurzen Moment vorbei, aber Espargaro konnte direkt wieder kontern und brachte den Podestplatz für sich und Aprilia doch unter Dach und Fach. "Ich hatte eine etwas bessere Traktion als Jack, weil ich mir meine Reifen heute sehr gut eingeteilt habe. So konnte ich ihn direkt wieder überholen", erklärt der Drittplatzierte zufrieden.

Mit Blick auf die kommenden Rennen will Espargaro jetzt da weitermachen, wo er in Silverstone aufgehört hat. "Jetzt will ich mehr! Das reicht mir nicht", posaunt der jahrelang gebeutelte Spanier, für den es persönlich der zweite MotoGP-Podestplatz nach Aragon 2014 (damals für Forward-Yamaha) ist.

"Ich will von diesem Podium jetzt nicht mehr runter!"

Apropos Aragon: Genau dort findet in zwei Wochen das nächste Rennen im MotoGP-Kalender 2021 statt. Sieht sich Espargaro mit seiner Aprilia auch auf dem spanischen Kurs als Podestkandidat? "Aragon ist eine Strecke, die mir liegt. Lasst uns also nach Höherem streben. Hoffentlich können wir das Ergebnis von heute noch verbessern", kündigt er in der Pressekonferenz in Silverstone an.

Gegenüber dem spanischen TV-Sender 'DAZN' drückt sich Espargaro sogar noch optimistischer aus. "Ich wünschte, wir würden gleich morgen in Aragon fahren. Ich will von diesem Podium jetzt nicht mehr runter! Wir werden den Schwung jetzt mitnehmen und das Bike hoffentlich noch weiter verbessern."

Und mit Blick auf den fünfmaligen Saisonsieger und klaren WM-Spitzenreiter Quartararo merkt Espargaro mit einem Grinsen an: "Es sieht so aus als wäre Aragon nicht gerade Fabios Lieblingsstrecke. Das heißt, das Rennen dort wird wohl etwas langsamer werden. Ich denke, wir können dort wieder um das Podium kämpfen. Bereit dafür sind wir jedenfalls."

Fabio Quartararo, Alex Rins, Aleix Espargaro

Das Silverstone-Podium: Fabio Quartararo, Alex Rins, Aleix Espargaro

Foto: Motorsport Images

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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