Alex Marquez mit neuer Werksducati Schnellster: "Charakter sehr ähnlich"
Alex Marquez setzt beim MotoGP-Test die Bestzeit und bleibt trotzdem vorsichtig - Trotz aktueller Werksducati sieht er noch ungenutztes Potenzial im neuen Paket
Alex Marquez setzte sich mit neuen GP26 in Sepang an die Spitze
Foto: AFP
Alex Marquez hat den dreitägigen MotoGP-Test in Sepang als Schnellster beendet (Zeitenliste) und zieht trotz Topzeit ein differenziertes Fazit.
Der Spanier, der im Gresini-Team 2026 erstmals die aktuelle Werksmaschine von Ducati zur Verfügung hat, sieht Fortschritte, betont aber zugleich, dass er das volle Potenzial seines neuen Pakets noch längst nicht ausgeschöpft habe.
Schon nach den ersten Runs machte Marquez deutlich, dass sich das neue Bike nicht völlig anders anfühle als sein vorheriges Arbeitsgerät, die GP24. "Kein großer Unterschied vom Feeling her. Der Charakter des Bikes ist ziemlich ähnlich", erklärte der WM-Zweite des Vorjahres am Mittwoch. Man könne noch Details verbessern.
GP26 laut Marquez "ein gutes Paket"
Im Vergleich zu den ersten Runden mit dem Motorrad seit Valencia habe sich die Basis nicht dramatisch verändert. Vielmehr gehe es um kontinuierliche Verfeinerung.
"Das perfekte Motorrad gibt es nie. Man kann immer mehr Grip für mehr Runden haben oder man kann mehr Geschwindigkeit auf der Geraden haben oder man kann mehr Bremskraft haben", so Marquez. Entscheidend ist aus seiner Sicht ein anderer Punkt: Das Gesamtpaket sei dem des Vorjahres "ziemlich ähnlich", vor allem das Feedback, das ihm das Bike gebe. Genau das bewertet er als positiv.
Gleichzeitig unterstreicht er, dass Ducati nicht den Fehler mache, das Motorrad nur auf eine einzelne schnelle Runde zuzuschneiden, um dann im Rennen zu stark abzubauen. "Ich denke also, wir haben ein gutes Paket und verlieren nicht den Charakter des Vorjahresmotorrads, und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste."
Marquez mehr in Entwicklung einbezogen
Als Fahrer mit Werksstatus stand der jüngere der Marquez-Brüder bei diesem Test vor einer besonderen Herausforderung: weniger Testzeit, um das Limit auszuloten und ein ideales Set-up zu finden, stattdessen mehr neue Teile evaluieren.
Dass die persönliche Vorbereitung im Vergleich zum Vorjahr knapper ausfällt, schreckt ihn jedoch nicht ab. "Ja, der Fahrer hat weniger Zeit, um das Limit zu finden oder einen guten Kompromiss bei der Abstimmung. Aber ich bin ein Arbeiter", betont der Gresini-Pilot. Genau deshalb gefalle ihm diese Detailarbeit.
Am Donnerstag absolvierte Marquez eine Sprintsimulation, die zunächst sehr stark aussah. Rückblickend meint der Spanier jedoch, er sei anfangs vielleicht etwas zu aggressiv gewesen und habe später mehrere kleine Fehler gemacht. "Dadurch habe ich etwa eine Sekunde verloren", sagt er. Für die erste Rennsimulation des Jahres sei das aber normal. Insgesamt zeigte er sich mit dem letzten Tag zufrieden.
Gresini-Teamchef bestätigt Fortschritte
Das Team habe verschiedene Dinge ausprobiert, sich aber vor allem darauf konzentriert, Set-up-Defizite der ersten beiden Testtage zu beheben und "das Potenzial des Bikes besser auszuschöpfen". Im Gesamtbild sieht er sein Projekt leicht vor dem Stand des Vorjahres. Man sei "ein bisschen besser und konkurrenzfähiger".
Diesem Urteil schließt sich auch Gresini-Teamchef Michele Masini an: "Dieses Paket ist im Vergleich zu unserem Paket vom letzten Jahr wirklich stärker."
Man verfüge jetzt über mehr Instrumente, um das Bike optimal auf Marquez zuzuschneiden und sich zu steigern. Ducati habe in vielen Bereichen kleine wie große Fortschritte erzielt. Jetzt gehe es darum, "das beste Bike für Alex zusammenzustellen".
Aero-Entscheidung auf Thailand vertagt
Weitere Teile und Lösungen sollen beim nächsten Test in Thailand geprüft werden. Vorsicht ist für ihn dennoch angebracht: In der Vorsaison sei das Kräfteverhältnis schwer einzuschätzen", betont Vizeweltmeister Marquez. Ob Ducati wirklich einen Vorteil habe, werde sich erst am ersten Rennwochenende zeigen.
Offen ist auch noch die finale Entscheidung beim Aeropaket. Wie seine Ducati-Markenkollegen testete Marquez verschiedene Versionen im direkten Vergleich.
Zuletzt nutzte der Spanier aber wieder die ihm vertraute Variante aus dem Vorjahr, mit der er sich wohler fühlt, weil er besser einschätzen kann, wie sich das Motorrad damit verhält. Die Unterschiede beschreibt er als charakterbedingt: Ein Paket bringe Vorteile in stärkeren Bremszonen, das andere mehr beim Einlenken.
Das Potenzial sei "ziemlich ähnlich", entscheidend seien Strecke und Bedingungen. Weitere Aero-Neuteile sind für Thailand nicht geplant. "Wir müssen nun entscheiden, welche Variante wir für die Saison verwenden werden", blickt Marquez voraus.
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