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MotoGP Misano

Alex Marquez: Werden Doppelerfolge mit Marc irgendwann zur Gewohnheit?

P2 in Misano für Alex Marquez der erste Podestplatz seit dem heftigen Barcelona-Crash - Wie er und Bruder Marc Marquez über ihren jüngsten Doppelerfolg denken

Mario Fritzsche

Veröffentlicht: 15.09.2026, 16:29

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Alex Marquez: Werden Doppelerfolge mit Marc irgendwann zur Gewohnheit?

Marc und Alex Marquez: Misano 2026 war das 19. Mal, dass sie P1 und P2 belegten

Foto: Gold Gold

Der Grand Prix von San Marino am vergangenen Sonntag in Misano wurde von Marc Marquez gewonnen, womit der siebenmalige und amtierende MotoGP-Weltmeister erstmals auch in diesem Jahr die WM-Führung übernommen hat. Mit weniger als einer Sekunde Rückstand kam sein jüngerer Bruder Alex Marquez auf dem zweiten Platz ins Ziel.

Für die Marquez-Brüder, die seit 2020 gemeinsam in der Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft an den Start gehen, war es der nur in Grands Prix gerechnet das neunte Mal, dass sie gemeinsam auf dem Podium standen. Zählt man Sprints noch hinzu, war es sogar schon das 22. Mal, dass sie gemeinsam in den Top 3 abgeschlossen haben.

Marc Marquez, Alex Marquez

Sachsenring 2024: Marc und Alex Marquez erstmals gemeinsam auf dem Podium

Foto: Mark Wieland / Getty Images

Zum ersten Mal war das den Marquez-Brüdern im Grand Prix von Deutschland 2024 auf dem Sachsenring gelungen. Damals waren sie Teamkollegen bei Gresini-Ducati und kamen auf P2 (Marc) und P3 (Alex) ins Ziel. Ihren ersten Doppelerfolg, also P1 und P2, haben sie beim Saisonauftakt 2025 in Buriram (Thailand) im Sprint geschafft und diesen Doppelerfolg tags darauf im Grand Prix direkt wiederholt.

Gemeinsam auf P1 und P2 ins Ziel gekommen sind die Marquez-Brüder bislang sechsmal in Grands Prix und, unter Berücksichtigung der Sprints, insgesamt 19 Mal. In den allermeisten Fällen war Marc derjenige, der sich im Bruderduell durchgesetzt hat, aber nicht immer. Im Silverstone-Sprint 2025 wurde Alex Zweiter, Marc Dritter. Und in Barcelona 2025 siegte Alex sowohl im Sprint als auch im Grand Prix vor Marc, der an jenem Wochenende zweimal Zweiter wurde.

Alex Marquez, Marc Marquez

Buriram 2025: Marc und Alex Marquez erstmals auf P1 und P2 im Ziel

Foto: Steve Wobser / Getty Images

Werden die Doppelerfolge für die Marquez-Brüder irgendwann von etwas Besonderem zur Gewohnheit? "Nun, der erste damals in Thailand war der beste, einfach unglaublich", sagt Marc Marquez nach dem jüngsten Marquez-Doppel vom vergangenen Sonntag in Misano. Alex sieht es genauso: "Wie Marc schon gesagt hat, der erste war etwas ganz Besonderes."

Dass es jetzt wieder einmal geklappt hat, das freut Marc ganz besonders für seinen jüngeren Bruder. "Alex hat das nach seiner Verletzung aus Katalonien verdient", spricht er auf den heftigen Crash im diesjährigen Barcelona-Rennen an. Damals hatte Alex Marquez keine Chance, der urplötzlich langsamer gewordenen KTM von Pedro Acosta auszuweichen, krachte ins Heck und dann in die Mauer und hatte großes Glück, dem Horrorcrash den Umständen entsprechend glimpflich entkommen zu sein.

Aus diesem Grund hat der zweite Platz in Misano auch für Alex eine besondere Bedeutung, wie er selber sagt: "Dieser Doppelerfolg hier bedeutet uns eine Menge. Für Marc, weil er mit diesem Sieg einen wichtigen Schritt in der Weltmeisterschaft geschafft hat. Und für mich, weil ich es erstmals seit dem Barcelona-Crash wieder auf das Podium geschafft habe."

Eingefahren hat Alex Marquez den zweiten Platz in Misano auf seiner Gresini-Ducati im Retro-Design in Erinnerung an Marco Simoncelli. Eine einfache Aufgabe war es nicht. Nach gleich zwei Stürzen im Q2-Segment des Qualifyings musste er sich vom neunten Startplatz nach vorne kämpfen. Dass ihm nach 27 Runden weniger als eine Sekunde auf seinen siegreichen Bruder Marc gefehlt hat, erfüllt den jüngeren Marquez mit großer Genugtuung.

Alex Marquez

Im Retro-Design von Gresini fuhr Alex Marquez in Misano auf den zweiten Platz

Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images

"Ich habe gepusht wie verrückt. Ich wollte diesen Podestplatz unbedingt schaffen, denn in diesen Farben war es für Gresini ein ganz wichtiger Grand Prix. Noch dazu war es für mich das letzte Rennen in Italien, das ich für Gresini bestritten habe. Somit war es auch in dieser Hinsicht emotional", so Alex Marquez.

"Ich habe 100 Prozent gegeben und muss sagen, dass es schon ein bisschen unerwartet kam. Mit dem zweiten Platz hätte ich nicht gerechnet. Sicher, wir hatten auch Glück, dass andere gestürzt sind (Marco Bezzecchi in Führung liegend; Anm. d. Red.), aber es war trotzdem bis zum Schluss ein starkes Rennen von uns", betont der jüngere Marquez-Bruder.

Unmittelbar nach dem Sieg von Marc hatte Alex am Sonntag angemerkt, dass sein älterer Bruder "nicht mit vollem Risiko unterwegs war" und "ein bisschen gespielt hat". Hatte Alex zu irgendeinem Zeitpunkt im Rennen das Gefühl, Marc womöglich sogar überholen und übertrumpfen zu können?

"Ja schon, aber als ich attackiert habe, war das genau der Moment, als er ein letztes Mal gepusht hat. Und als ich dann ein bisschen abreißen lassen musste, konnte er wieder entspannen. Er hat ein bisschen gespielt. Ich glaube, er hatte wohl eine Zehntelsekunde mehr Spielraum als ich und konnte den Abstand somit kontrollieren."

In der MotoGP-Saison 2027 werden die Marquez-Brüder beide für ein reinrassiges Werksteam an den Start gehen. Marc hat seinen seit 2025 laufenden Vertrag im Ducati-Werksteam um zwei Jahre, bis Ende 2028, verlängert. Alex wechselt vom werksunterstützten Ducati-Satellitenteam Gresini für zwei Jahre ins KTM-Werksteam.

Für Alex Marquez wird KTM das zweite Werksteam seiner MotoGP-Karriere. 2020, in seiner Rookie-Saison, war er im Honda-Werksteam Teamkollege seines Bruders, wobei Marc damals aufgrund seines schweren Jerez-Unfalls nur beim Saisonauftakt an den Start ging.

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