Alex Rins packt aus: Warum er Gresini einst eine Absage erteilte
Nach dem Suzuki-Aus in der MotoGP lehnte Alex Rins ein Angebot von Gresini ab - Wie er diese Entscheidung heute bewertet und wo er seine Zukunft sieht
Yamaha-Pilot Alex Rins wäre einst fast auf einer Ducati gelandet
Foto: Getty Getty
Der Start in die MotoGP-Saison 2026 steht für Alex Rins ganz im Zeichen eines radikalen Neuanfangs. Im Interview mit L'Esportiu de Catalunya spricht der Spanier ausführlich über die ersten Eindrücke vom neuen Yamaha-Prototypen, seinen körperlichen Zustand und seine Vertragssituation.
Dabei blickt Rins auch auf den Rückzug von Suzuki 2022 zurück, der ihn damals vor eine Richtungsentscheidung stellte. Für den japanischen Hersteller war er seit seinem MotoGP-Einstieg 2017 gefahren, hatte erste Podien und Siege gefeiert.
Gresini-Angebot nach Suzuki-Aus bewusst abgelehnt
Nach dem Aus lagen ihm unter anderem Optionen bei Gresini-Ducati und LCR-Honda vor. Rins entschied sich für LCR - weil ihm dort volle Werksunterstützung zugesichert wurde.
"Ich hatte das gleiche Material wie das Werksteam und die Weiterentwicklungen sollten zur gleichen Zeit kommen", erklärt der Spanier seine Wahl. Genau das sei ausschlaggebend gewesen. Es sei keine Geldfrage gewesen, sondern eine Frage des Projekts und der versprochenen Unterstützung durch den Hersteller.
Dass viele heute sagen, der Ducati-Weg wäre automatisch besser gewesen, sieht Rins differenziert. Satellitenteams seien heute viel enger ans Werk gebunden. Damals hätte er bei Gresini diese direkte Werksanbindung nicht gehabt. Reue verspüre er nicht.
Gleichzeitig räumt der 30-Jährige rückblickend ein: "Bei Honda war es kompliziert, weil sie nicht gehalten haben, was sie mir versprochen hatten." Nach nur einem Jahr trennten sich die Wege daher wieder und Rins wechselt ins Yamaha-Werksteam.
Vertrag läuft aus - Wunsch nach Yamaha-Verlängerung
Doch sein Vertrag mit den Japanern endet nach der Saison. Seine Zielsetzung ist eindeutig: "Mein Ziel ist es, für die nächsten zwei Saisons mit Yamaha zu verlängern." Gleichzeitig gibt er offen zu, dass die Verhandlungen nicht einfach werden.
Die schwache Wettbewerbsfähigkeit der Yamaha in den letzten Jahren habe seine Position nicht unbedingt gestärkt. Zudem blickt Rins aufmerksam auf die Bewegungen am Fahrermarkt, vor allem rund um Teamkollege Fabio Quartararo, der bereits mit Honda in Verbindung gebracht wird, und mögliche Umbesetzungen.
"Es wirkt so, als hätten einige Fahrer es sehr eilig, und die Zeit fliegt", sagt Rins über das schnelle Tempo der Entscheidungen. Einige könnten noch vor dem Saisonstart fallen.
Neues V4-Bike: Aus Rins' Sicht "ein gewaltiger Wandel"
Technisch erlebt Yamaha derzeit einen kompletten Neustart mit dem Wechsel auf den V4-Motor. Rins beschreibt den Unterschied drastisch: "Das ist ein gewaltiger Wandel. Das Motorrad ist komplett neu, nicht nur der Motor." Auch Chassis, Schwinge, Elektronik und Verkleidung seien neu entwickelt worden.
Sein erster Eindruck ist positiv. "Seit dem ersten Mal, als ich die Yamaha mit dem V4 gefahren bin, habe ich mich sehr wohl gefühlt", erklärt er. Das neue Konzept passe besser zu seinem Fahrstil. Vor allem beim Bremsen sieht der Spanier Vorteile.
"Mit dem Reihenvierzylinder hatten wir große Probleme, besonders beim Anbremsen. Ich konnte nicht maximal hart bremsen", so Rins. Mit dem V4-Antrieb sei die Gasannahme sanfter, das Motorrad insgesamt ruhiger: "Der Motor ist gut kontrollierbar und das Bike bewegt sich weniger. Ich fühle mich sehr gut."
Gleichzeitig warnt er vor zu frühen Schlüssen. Man befinde sich noch "komplett in der Entwicklungsphase". Viele neue Teile seien noch gar nicht getestet. Entscheidend sei jetzt, eine stabile Basisabstimmung für die ersten Rennen zu finden.
Nach schwerer Verletzung: "Ich bin vollständig erholt"
Auch gesundheitlich hat Rins schwierige Jahre hinter sich. Seine komplizierte Unterschenkelverletzung aus Mugello 2023 beschreibt er so: "Ich habe mir das Schienbein komplett zertrümmert, es ist in viele kleine Stücke zerbrochen." Es sei keine saubere Fraktur gewesen, sondern eine massive Zerstörung des Knochens.
Die Folgen spürte er lange. "Bis Mitte 2025 hatte ich immer noch Schmerzen, wenn ich nachts aufwachte, um auf die Toilette zu gehen. Ich hatte zwei Jahre nach dem Unfall immer noch Schwierigkeiten beim Gehen", blickt Rins zurück.
Erst eine gezielte Therapie, die er im Jahr 2024 begonnen hat, brachte langfristig den Durchbruch. Heute sagt der Yamaha-Pilot: "Ich bin vollständig genesen." Auf dem Motorrad habe er keine Beschwerden, lediglich bei Wetterwechsel oder hoher Luftfeuchtigkeit mache sich die alte Verletzung noch leicht bemerkbar.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.