Aprilia warnt vor Barcelona: Ducati-Fahrer schöpfen Hoffnung
Aprilia reist mit Dreifachsieg im Gepäck nach Barcelona - Doch die Fahrer warnen vor dem Grip-Problem der Strecke - Ducati sieht genau darin seine Chance
Jorge Martin, Marco Bezzecchi und Alex Marquez am Donnerstag in Barcelona
Foto: Motogp.com
Ducati hat sieben Siege auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya gefeiert. Darunter war 2003 auch der erste MotoGP-Sieg, den damals Loris Capirossi errungen hat. 2025 gewann Gresini-Fahrer Alex Marquez von der Poleposition.
Aprilia hat erst einmal auf dieser Strecke, die sich streng genommen in Montmelo und nicht in Barcelona befindet, gewonnen: 2023 feierten Aleix Espargaro und Maverick Vinales dort den ersten MotoGP-Doppelsieg der Marke.
Aprilia dominiert die Saison 2026 bisher und reist mit dem Schwung des ersten Dreifachsiegs in Frankreich nach Spanien. Dennoch betonen die Aprilia-Fahrer im Vorfeld, dass es ein schwieriges Barcelona-Wochenende werden könnte.
"Im vergangenen Jahr hatten wir hier zu kämpfen", sagt WM-Leader Marco Bezzecchi. "Es war ein hartes Wochenende für uns. Wir müssen abwarten, was dieses Jahr bringt, denn alles hat sich verändert."
"Das betrifft das Motorrad, aber auch unsere Arbeitsweise während des Rennwochenendes und meinen Fahrstil. Ich bin sehr gespannt, wie es sein wird." Ähnlich äußert sich auch sein Teamkollege Jorge Martin.
Der WM-Zweite liegt nur einen Punkt hinter Bezzecchi und gewann zuletzt in Le Mans seinen ersten Grand Prix mit Aprilia. 2024 wurde Martin als Pramac-Ducati-Fahrer in Barcelona Weltmeister.
"Ich denke, das ist vielleicht eine der schwierigsten Strecken für uns", pflichtet Martin seinem Teamkollegen bei. "Ich mag das Layout sehr, aber Alex hat im vergangenen Jahr hier gewonnen. KTM kann ebenfalls sehr stark sein."
Der Asphalt des Circuit de Barcelona-Catalunya bietet generell wenig Grip, wahrscheinlich den geringsten Grip aller Strecken im Kalender. Das machte es für Aprilia im vergangenen Jahr so problematisch.
Aber Trackhouse-Fahrer Raul Fernandez hofft, dass die Aerodynamik in diesem Jahr den Problemen entgegenwirken kann: "Wir haben jetzt mehr Anpressdruck am Hinterreifen, der ihn stärker auf den Boden drückt."
Dadurch könnte die RS-GP mehr Grip gefunden haben. Aber auch Ducati arbeitet seit dem Montagstest nach dem Grand Prix in Jerez mit Hochdruck. Francesco Bagnaia hat 2024 beide Rennen in Barcelona gewonnen.
Bagnaia betont Fortschritte seit Jerez-Test
"Nach dem Test in Jerez haben wir eine Richtung gefunden, die in Le Mans sehr gut funktioniert hat", betont der Ducati-Werksfahrer. "Wir haben begonnen, mehr an den Details zu arbeiten, und von Session zu Session haben wir uns verbessert."
Obwohl er in Le Mans auf Platz zwei gestürzt war, erkennt Bagnaia Fortschritte bezüglich der Performance: "Normalerweise waren die Rennen in dieser Saison unser schwacher Punkt."
"Ich glaube, mit der Arbeit in Le Mans waren wir deutlich näher dran", sagt Bagnaia im Vergleich zu Aprilia. "Und ich glaube, bis zu jenem Moment [des Sturzes] waren wir in der Lage, ihr Tempo mitzugehen."

Francesco Bagnaia war bis zu seinem Sturz in Le Mans Zweiter
Foto: Getty Images Europe
"Das ist sehr wichtig für uns. Wir haben verstanden, dass die Richtung, die wir beim letzten Test und Grand Prix eingeschlagen haben, die richtige war. Ich glaube, wir haben jetzt mehr Chancen, gegen sie zu kämpfen."
Den Kurveneingang nennt Bagnaia als Erfolgsgeheimnis für Barcelona: "Wenn es keinen Grip gibt, so wie auf dieser Strecke, weißt du ganz genau, dass es sinnlos ist, mit dem Motorrad Grip zu suchen."
"Du brauchst ein Motorrad, das gut einlenkt und Kurvenspeed halten kann. Denn sobald du Gas gibst, hast du nichts mehr. Also ist alles, was du in die Kurven mitnehmen kannst, hilfreich für den Ausgang."
Alex Marquez nennt sein Barcelona-Geheimnis
Alex Marquez gilt als echter Meister des Circuit de Barcelona-Catalunya. Der Spanier gewann in der Moto3 (2014), in der Moto2 (2017 und 2019) und in der MotoGP (2025). Er wurde im Vorfeld im Paddock von vielen als Favorit genannt.
Dass das Layout seinem Fahrstil entgegenkommt, erklärt Alex Marquez so: "Es gibt nicht viele Bremspunkte, es ist fließender. Auch die Traktion spielt eine Rolle. Da bin ich ziemlich gut und kann den größten Unterschied machen."

Kann Alex Marquez nach Jerez auch in Barcelona gewinnen?
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"Deshalb bin ich hier schnell. Und nach all den vielen Runden, die wir hier in den Nachwuchsklassen gedreht haben, lernt man die Geheimnisse der Strecke kennen." Als Katalane ist Barcelona auch das richtige Heimrennen von Alex Marquez.
Bagnaia hat bereits beschrieben, welche Stärken das Motorrad für diese Strecke mit wenig Grip braucht. Aber auch Alex Marquez kommen diese Verhältnisse als Fahrer entgegen. Wie er den Unterschied macht, erklärt er selbst.
"Ich glaube, und das ist wirklich eine gute Frage, aus irgendeinem Grund war ich schon in der Moto2 im Traktionsbereich sehr stark. Ich denke, der niedrige Grip hilft mir hier besonders, den Unterschied zu machen."
"Beim Bremsen und Einlenken fällt es mir etwas schwerer, aber deshalb bin ich hier so schnell: Ich kann den Fluss aufrechterhalten, die Geschwindigkeit halten, und das passt wirklich gut zu meinem Fahrstil."
"Also werde ich versuchen, ein solides Wochenende zu fahren, Punkte zu holen und wieder in den Titelkampf einzugreifen." Vizeweltmeister Alex Marquez ist nach den ersten fünf Rennwochenenden WM-Siebter. Sein Rückstand beträgt 73 WM-Punkte.
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