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Aprilia weiß, warum Vinales das Team verlässt, und zeigt Verständnis

Mit dem Rücktritt von Aleix Espargaro hatte Massimo Rivola gerechnet, mit dem Abschied von Maverick Vinales aus dem Team nicht, er kann ihn aber nachvollziehen

Aprilia weiß, warum Vinales das Team verlässt und zeigt Verständnis

Als das MotoGP-Transferkarussell für die nächste Vertragsperiode (2025/26) in den vergangenen Tagen und Wochen rasant Fahrt aufnahm, fand sich Aprilia plötzlich in der Situation wieder, beide Piloten im Werksteam ersetzen zu müssen. Wie Aprilia-Rennleiter Massimo Rivola nun zugibt, hatte man diesen radikalen Schritt weder geplant, noch hatte man gehofft, ihn tun zu müssen.

"Ich hätte damit rechnen können, dass Aleix zurücktritt, aber ich dachte und hoffte, dass ich mit Maverick würde weitermachen können", sagt Rivola. Inzwischen steht fest: Maverick Vinales, der seit Herbst 2021 für Aprilia fährt, hat für die kommenden zwei Jahre bei Tech3-KTM unterschrieben. Sein Nachfolger bei Aprilia nach der aktuellen Saison 2024 wird Marco Bezzecchi, der von VR46-Ducati kommen wird.

Der Nachfolger für das am Saisonende zurücktretende Aprilia-Urgestein Aleix Espargaro steht schon ein paar Tage länger fest. Es wird der aktuelle WM-Spitzenreiter Jorge Martin, der am Saisonende von Pramac-Ducati kommen wird.

Aleix Espargaro, Maverick Vinales, Massimo Rivola

Massimo Rivola weiß, dass er beide Aprilia-Werkspiloten verlieren wird

Foto: Motorsport Images

Während sich Rivola auf das Ende der Zusammenarbeit mit Espargaro schon einstellen konnte, so kam es für anfangs ein wenig überraschend, dass auch Vinales seinen Abschied vom Team verkündet hat. Mittlerweile kann Rivola den Schritt nachvollziehen. Er schildert die Hintergründe aus seiner Sicht.

"Die Fahrer sind so und es ist ihr gutes Recht, ihr eigenes Ding zu machen", sagt Rivola mit Verweis auf Vinales. "Ich habe mich jedenfalls nicht hintergangen gefühlt. Genauso glaube ich, dass er sich nicht hintergangen fühlte, als wir Jorge bekanntgegeben haben. Klar ist, dass jeder Fahrer seinen eigenen Instinkten, seinen eigenen Versuchungen folgen muss. Das gilt ganz besonders für jemanden wie Maverick."

Bei KTM kann Vinales endgültig Geschichte schreiben

Denn mit dem inzwischen feststehenden Wechsel in ein KTM-Team hat Vinales ab 2025 die Chance, endgültig MotoGP-Geschichte zu schreiben. Bislang hat er für drei Hersteller Grands Prix gewonnen: Suzuki, Yamaha, Aprilia. Würde er diese Liste sogar noch um KTM erweitern, dann wäre er nicht nur seit Beginn der MotoGP-Ära (2002), sondern in der gesamten Geschichte der Königsklasse (seit 1949) der erste Fahrer, der für vier Hersteller gewinnt.

Für drei Hersteller gewonnen haben abgesehen von Vinales bis dato Mike Hailwood (Norton, MV Agusta, Honda), Randy Mamola (Suzuki, Honda, Yamaha), Eddie Lawson (Yamaha, Honda, Cagiva) und Loris Capirossi (Yamaha, Honda, Ducati). Sollte Vinales in den kommenden Jahren tatsächlich auch auf KTM ein Grand-Prix-Sieg gelingen, würde es sich alleine schon deshalb zur MotoGP-Legende machen.

Genau um diese Motivation bei Vinales weiß auch Rivola. "Er will noch mit einem weiteren Hersteller gewinnen. Er will der einzige sein, der dann mit so vielen Herstellern gewonnen hat. Das kann er schaffen, keine Frage. Zeit hat er noch genug", sagt der Aprilia-Rennleiter und fügt hinzu: "Ich respektiere die Entscheidung, die er getroffen hat. Und ich hoffe und glaube, dass unsere gemeinsame Geschichte auf die bestmögliche Art und Weise zu Ende gehen wird."

Maverick Vinales, Massimo Rivola

Vinales' Austin-Sieg war auch für Rivola eine große Genugtuung

Foto: Motorsport Images

"Mit dem Sieg in Austin haben wir das Ziel erreicht, das wir uns selber gesetzt hatten", denkt Rivola an Vinales' bislang einzigen Grand-Prix-Sieg für Aprilia zurück. Der gelang im April dieses Jahres auf dem Circuit of The Americas, wo Vinales tags zuvor schon den Sprint gewonnen hatte. Der Sieg am Sonntag war laut Rivola "eine große Genugtuung, auch für mich selber, dass wir mit ihm gewonnen haben. Jetzt würde ich es gerne sehen, wenn wir Austin sogar noch wiederholen könnten."

Vinales: Crewchief Cazeaux war der Schlüssel zum Durchbruch bei Aprilia

Dass Vinales mit der Aprilia RS-GP so gut zurecht kommt, wie es insbesondere am Austin-Wochenende der Fall war, das war nicht immer so. Als ihm im September 2021 nach seinem Zerwürfnis mit Yamaha eben bei Aprilia eine neue Chance gegeben wurde, da musste sich der Spanier zunächst umstellen. Sein erster Crewchief im italienischen Werksteam war damals Giovanni Mattarollo, der heute im Trackhouse-Team für Miguel Oliveira zuständig ist.

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Die von September 2021 bis Jahresende 2022 bestehende Zusammenarbeit Vinales/Mattarollo klappte aber nicht so gut wie Vinales das aus seiner eigenen Vergangenheit gewohnt war. Erst, als Aprilia ihm den Gefallen tat, seinen ehemaligen Suzuki-Crewchief Jose Manuel Cazeaux ins Team zu holen, ging bei Vinales auch auf der RS-GP der Knoten auf.

"Um das Motorrad besser zu verstehen, war es für mich der Schlüssel, den richtigen Crewchief an meiner Seite zu haben", gibt Vinales offen zu. "2022 hatte ich nichts verstanden. Als dann 'Manu' für 2023 ins Team kam, wurde es einfacher für mich. Wenn er schon 2022 gekommen wäre, dann wäre ich wahrscheinlich schon Anfang 2023 soweit gewesen, um die Positionen im Rennen zu kämpfen, um die ich jetzt kämpfe."

Jose Manuel Cazeaux, Maverick Vinales

Seit 2023 arbeitet Vinales auch bei Aprilia mit Jose Manuel Cazeaux zusammen

Foto: Alexander Trienitz

Bevor Vinales und Cazeaux in Vinales' Suzuki-Jahren (2015 und 2016) zusammenarbeiteten, war Cazeaux unter anderem im Ducati-Werksteam der Elektronikingenieur am Motorrad von Nicky Hayden gewesen. Das Erfolgsgeheimnis seiner eigenen Zusammenarbeit mit Cazeaux beschreibt Vinales so: "Es ist einfach das gegenseitige Verständnis, nicht auf der Strecke, sondern in der Box und bezogen auf die Daten. Es geht einfach darum zu verstehen, was am Motorrad geändert werden muss, damit es zu meinem Fahrstil passt."

"Ich selber habe immer wieder versucht, meinen Fahrstil anzupassen. Aber um den nächsten Schritt machen zu können, nämlich Rennen gewinnen zu können, da war es notwendig, das Motorrad ein bisschen mehr auf mich anzupassen. Genau das versteht mein Crewchief richtig gut", lobt Vinales. Offen ist derzeit noch, ob Cazeaux Vinales auch zu Tech3-KTM folgen wird, oder ob sich Vinales dort ab 2025 an einen neuen Crewchief wird gewöhnen müssen.

Weitere Co-Autoren: Matteo Nugnes. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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