"Auf jeder Runde gepusht": Marquez sieht in Buriram erneute Steigerung

Marc Marquez ist am MotoGP-Freitag in Buriram als Vierter erster Verfolger der Ducatis - Der Honda-Pilot fühlt sich besser als in Japan und gibt sich angriffslustig

"Auf jeder Runde gepusht": Marquez sieht in Buriram erneute Steigerung
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Für Marc Marquez begann der Trainingsfreitag der MotoGP in Motegi verheißungsvoll. Zum ersten Mal seit seinem Comeback nach der vierten Arm-OP toppte der Spanier eine Session auf trockener Strecke und setzte sich mit einer FT1-Bestzeit von 1:30.523 Minuten knapp gegen Fabio Quartararo (Yamaha) durch.

Am Nachmittag konnte Marquez diese Zeit nicht unterbieten, hatte aber auch Pech mit einer späten gelben Flagge, ausgelöst durch einen Sturz von Cal Cruchtlow (RNF-Yamaha).

Das zweite Freie Training beendete der Honda-Pilot als Sechster, schloss den Freitag im Gesamtklassement aber auf Platz vier mit nur 0,242 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Johann Zarco (Pramac-Ducati) ab und bestätigte damit seine Form aus Motegi.

Dort fuhr Marquez vor einer Woche im Regen nicht nur seine erste Pole seit drei Jahren ein, sondern schloss das anschließende Rennen im Trockenen als starker Vierter ab. Die Vorzeichen, dass ihm ein ähnliches Ergebnis auch in Buriram gelingen könnte, stehen nach den ersten Eindrücken vom Freitag gut.

Früher Sturz in Kurve 3 "ein dummer Fehler"

"Ich bin sehr glücklich mit dem heutigen Tag", sagt Marquez. "Wir haben das Ziel erreicht, und zwar, dass ich mich von Rennen zu Rennen steigere. Heute ging ich auf die Strecke und fühlte mich sofort besser als in Japan. In Japan ging ich raus und fühlte mich besser als in Aragon. Es geht also Schritt für Schritt voran."

Zwar räumt der 29-Jährige in Bezug auf seine Physis ein: "Es stimmt, dass ich noch mehr Konstanz finden muss, was den Arm betrifft. Denn er fühlt sich schon jetzt etwas müde an. Aber das liegt auch daran, dass ich heute von Anfang gepusht habe und aggressiv war."

Gleich zu Beginn des ersten Freien Trainings bezahlte er das mit einem Sturz, als er sich in Kurve 3 verbremste, von der Linie abkam und auf dem Randstreifen ausrutschte. Der war vom Regen am Morgen noch feucht. "Ein dummer Fehler", sagt Marquez, der sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen ließ.

 

"Ich sagt meinem Team: Heute riskiere ich etwas. Ich habe auf jeder Runde gepusht. Das konnte ich die letzten zwei Jahren nicht, weil ich dann am Samstag schon völlig fertig gewesen wäre. Jetzt werde ich vielleicht nicht in bester Verfassung sein, aber nur weil mir noch Muskeln fehlen, nicht wegen der Schmerzen."

Diese waren schon in Motegi vor einer Woche kein Problem mehr. Jetzt fühle er sich noch einmal besser. "Diese Strecke ist zwar anstrengend, aber vor allem wegen des Wetters, nicht so sehr wegen der Kraft, die man auf dem Motorrad anwenden muss. Das hilft mir."

Auf Longruns falle es ihm nach ein paar Runden zwar noch schwer, seinen natürlichen Fahrstil aufrechtzuerhalten. "Aber es wird mit jedem Mal besser", betont der Honda-Pilot.

Im Trockenen und Nassen konkurrenzfähig

Was am Freitag auch auffiel: Marquez fuhr seine Runden meist allein. Er wartete auf niemanden gewartet, um eine Referenz zu haben. Hier und da unterliefen ihm ein paar Fehler. Das sei aber nicht mehr ein Zeichen für Probleme, sondern dafür, dass er wieder mehr Selbstvertrauen hat und ans Limit gehen kann.

"Es ist immer noch dasselbe Bike, aber ich habe mich gesteigert", sagt er zufrieden. "Heute waren wir sowohl mit gebrauchten als auch mit frischen Reifen konkurrenzfähig. Wir befanden uns immer in den Top 5, Top 6. Die Weiterentwicklung ist da."

"Es stimmt natürlich, dass es mich viel Kraft gekostet hat und ich weiß, dass ich noch nicht die Voraussetzungen habe, das ganze Wochenende durch zu pushen. Vielleicht wird es während des Wochenendes einen Leistungsabfall geben. Aber mal abwarten, im Moment sind wir happy", resümiert Marquez.

Sollte es morgen wie angekündigt regnen, könnte ihm das - wie schon in Motegi - entgegenkommen. "Das wäre eine Hilfe für mich, um körperlich frisch zu bleiben. Aber ich fühle mich hier auch im Trockenen konkurrenzfähig", betont der Spanier.

"Das heißt nicht, dass wir um die Poleposition kämpfen werden, aber um die ersten zwei Reihen oder die dritte Reihe. Wie gesagt, wird es nass, wäre das für mich hilfreich. Aber unabhängig davon arbeiten wir weiter am Motorrad und probieren ein paar Dinge aus, um uns für die Zukunft zu verbessern."

So fuhr Marquez am Vormittag mit der Karbon- und am Nachmittag mit der Aluminium-Schwinge, die er seit Misano testet. "Ein sehr ähnliches Gefühl", urteilt der Spanier diesmal.

Freitagspace nah dran an einem Podestplatz

Angesprochen auf sein Potenzial für den Rest des Wochenendes sagt der achtfache Weltmeister: "Das hängt von vielen Faktoren ab. Wenn wir uns die Pace von heute anschauen, sind wir nah am Podium. Das ist nicht mein hauptsächliches Ziel, aber ich versuche natürlich, zu pushen, und gebe meine 100 Prozent."

"Wenn morgen früh ein Rennen wäre, könnten wir es in den Top 5 beenden. Aber wir versteifen uns nicht auf irgendein Ergebnis. Vielleicht stehe ich morgen auch auf und fühle mich noch müder. Das schlägt sich auf diesen Motorrädern natürlich direkt nieder."

"Aber das Wichtigste ist, dass es immer besser wird. In Misano und in Aragon war ich am Limit. Ich war mir nicht mal sicher, ob ich das Rennen überhaupt fahren kann. Aber jetzt sehen wir von Rennen zu Rennen eine Verbesserung", fasst Marquez zusammen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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