Austin 2021 für Morbidelli "das anstrengendste Rennen überhaupt"

Franco Morbidelli berichtet von seiner Tortur auf dem Circuit of The Americas, dessen Layout ihm in seiner aktuellen Verfassung alles andere als entgegenkam

Austin 2021 für Morbidelli "das anstrengendste Rennen überhaupt"

Das MotoGP-Rennen beim Grand Prix von Amerika auf dem Circuit of The Americas in Austin war für die 21 Zweiradartisten eine kräftezehrende Angelegenheit. Abgesehen von den zahlreichen Bodenwellen, auf denen die MotoGP-Bikes wiederholt aus der eigentlich geplanten Spur geworfen wurden, fand das Rennen auch noch bei 32 Grad Celsius Hitze statt.

So wurden die 20 Runden auf der 5,5 Kilometer langen Strecke mit ihren 20 Kurven für so manchen zur Tortur. Am meisten hatte Franco Morbidelli zu leiden. Die Zielflagge hat der Yamaha-Werkspilot am Sonntag gesehen, aber mit satten 50 Sekunden Rückstand auf Sieger Marc Marquez auf dem 19. Platz. Damit war Morbidelli der letzte der ins Ziel gekommenen Fahrer.

"Leider war ich auf dieser Strecke nur sieben oder acht Runden lang in der Lage, normal zu fahren. Anschließend musste ich es deutlich langsamer angehen lassen, weil es anders nicht möglich gewesen wäre, ins Ziel zu kommen. Ich hatte einfach keine Kraft mehr im Bein", bekennt Morbidelli.

Damit bezieht sich der Italiener auf sein linkes Bein, an dem er sich vor gut drei Monaten einer Operation am Meniskus und Kreuzband unterzogen hatte. Nach fünf verpassten Rennwochenenden (Assen bis Aragon) kehrte Morbidelli Mitte September in Misano zurück. In Austin aber hatte er viel stärker zu leiden als bei seinem Comeback, das er mit 36 Sekunden Rückstand als 18. beendet hatte.

Franco Morbidelli

Wegen seiner Knieoperation hatte Morbidelli in Austin mehr zu leiden als andere

Foto: Motorsport Images

"Ich konnte das Bein beim Anbremsen der Linkskurven einfach nicht richtig positionieren", erzählt Morbidelli von seinem Austin-Rennen und weiter: "Die Richtungswechsel musste ich ausschließlich mit den Armen bewältigen und die Bodenwellen waren ohne den richtigen Einsatz des Beins noch problematischer. Es war wirklich zäh."

"Es war mit Sicherheit für alle das anstrengendste Rennen des Jahres. Für mich aber war es das anstrengendste Rennen überhaupt", so Morbidelli, der dem USA-Wochenende trotz aller körperlicher Strapazen auch etwas Positives abgewinnen kann.

"Insgesamt betrachtet lief das Wochenende nicht so schlecht, denn es ist uns gelungen, mein Gefühl auf dem Bike zu verbessern. Ich bin in den Trainings im Vergleich zu Misano ein Stück vorangekommen. Das ist positiv. Jetzt sind zwei Wochen Pause, bevor es wieder nach Misano geht. Diese Zeit werde ich nutzen, um das Bein weiter heilen zu lassen, aber auch um weiter zu trainieren."

Franco Morbidelli

Für Misano hofft Morbidelli auf Besserung, weil das linke Bein weniger belastet wird

Foto: Motorsport Images

"Hoffentlich läuft es dann besser", so Morbidelli, der sich damit einerseits auf seine körperliche Verfassung bezieht, weil Misano im Gegensatz zu Austin im Uhrzeigersinn gefahren wird. Zum anderen bezieht er sich auf technische Fortschritte. "Beim Test haben wir ein paar Verbesserungen gefunden. Wir müssen aber abwarten, wie sich die auswirken", sagt er in Vorausschau auf sein drittes Rennwochenende auf der 2021er-Yamaha.

Zum Heilungsprozess nach seiner Knieoperation verrät Morbidelli abschließend noch, dass dieser noch lange nicht abgeschlossen ist: "Normalerweise dauert so etwas sechs Monate. In meinem Fall liegt die Operation jetzt gerade mal drei Monate und ein paar Tage zurück. Deshalb muss ich natürlich vorsichtig sein. Aber so weit, so gut."

"Ja, ich habe Schmerzen, aber die lassen sich mit Schmerzmitteln aushalten. Sicherlich ist das nicht die Idealsituation. Im Hinblick auf das nächste Jahr ist es aber sehr wichtig, schon jetzt so viel wie möglich Erfahrung zu sammeln", sagt der Teamkollege des diesjährigen Titelfavoriten Fabio Quartararo.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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